E-Mobilität im Kreis Celle

Hier sind weitere E-Ladesäulen geplant

Sehr unterschiedlich sind die Kommunen im Landkreis Celle aufgestellt, wenn es um E-Mobilität geht. Hier gibt es E-Ladesäulen und hier sind welche geplant.

  • Von Christopher Menge
  • 27. Dez. 2022 | 15:42 Uhr
  • 29. Dez. 2022
Die SVO betreibt mehrere E-Ladesäulen in Stadt und Landkreis Celle.
  • Von Christopher Menge
  • 27. Dez. 2022 | 15:42 Uhr
  • 29. Dez. 2022
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Celle.

Die rot-grüne Landesregierung hat sich das Thema E-Mobilität auf die Fahnen und in den Koalitionsvertrag geschrieben. Eine Ausbauoffensive für Elektromobilität wurde angekündigt. Aktuell gibt es laut Verkehrsministerium knapp 7000 öffentliche E-Ladestationen in Niedersachsen. 50 dieser E-Ladesäulen befinden sich im Landkreis Celle. Doch nicht in jeder Gemeinde kann ein E-Auto geladen werden.

In der gesamten Samtgemeinde Flotwedel gibt es derzeit noch keine E-Ladesäule. „Ein Förderantrag der CUN für einen Standort in Wienhausen wurde leider abgelehnt“, erzählt Samtgemeindebürgermeister Frank Böse. Er stehe aber weiterhin im engen Kontakt mit der Celle-Uelzen-Netz. „Anhand verschiedener Faktoren wie zum Beispiel touristische Anziehungspunkte, viel frequentierte öffentliche Einrichtungen oder Gastronomie / Hotelkunden versuche ich Standorte zu ermitteln, die eine E-Ladesäule rechtfertigen“, sagt der Verwaltungschef.

Gemeinde Faßberg plant zwei E-Ladesäulen

Ebenfalls keine E-Ladesäulen gibt es bisher in der Gemeinde Faßberg, dort ist man allerdings schon einen Schritt weiter. „Fördermittel wurden für zwei Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten bewilligt“, sagt Faßbergs Bürgermeisterin Kerstin Speder. Eine Ladesäule solle in Müden, voraussichtlich an der Mühle, und eine in Faßberg auf dem Rathausparkplatz installiert werden.

Bei Inbetriebnahme gibt es in der Gemeinde Faßberg dann genauso viele E-Ladesäulen wie derzeit in der Stadt Bergen. Bergens Bürgermeisterin Claudia Dettmar-Müller berichtet aber, dass das E-Center in Bergen die Einrichtung einer E-Ladestation plane. Zudem würden bei der derzeitigen Sanierung der Danziger Straße, auch von Seiten der Cesa-Gruppe, der die Gebäude gehören, Ladestationen zumindest technisch vorbereitet werden. "In den Außendörfern ist von Seiten der Stadt aktuell nichts geplant", sagt die Verwaltungschefin.

Wolfgang Klußmann: High-Power-Chargers sind zu teuer

Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann sieht die Aufgabe der Kommunen ohnehin vornehmlich darin, eigene Flächen bereitzustellen beziehungsweise beim Auffinden sinnvoller Aufstellplätze von Ladesäulen zu unterstützen. "Der Betrieb von Ladesäulen ist dem Grunde nach aber keine kommunale Aufgabe, schließlich werden auch Tankstellen nicht von Gemeinden betrieben", so der Bürgermeister der Gemeinde Wietze, der noch ein anderes Problem sieht: "Es dürfte ein erhöhter Bedarf an echten Schnellladesäulen, sogenannten High-Power-Chargers, bestehen. Die Kosten hierfür sind allerdings (noch) viel zu hoch und auch das Übertragungsnetz lässt derartige Ladestationen nach meinem Kenntnisstand aktuell zumindest in Wietze – und hier drängt sich die B 214 auf – nicht zu." Laut Bundesnetzagentur gibt es derzeit in Celle (sechs), Hambühren (zwei) und Bergen (eine) Schnellladesäulen.

In der Samtgemeinde Wathlingen hat man vereinbart, dass jede Mitgliedsgemeinde eine E-Ladesäule verantwortlich errichtet. Nach Wathlingen und Nienhagen ist auch eine am Friedhof Adelheidsdorf geplant. Wie Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer außerdem berichtet, habe man über Leader-Region Aller-Fuhse-Aue einen Wohnmobilstellplatz am Freibad Papenhorst beantragt – mit zwei E-Ladesäulen.

Gemeinde Südheide will regenerative Energien ausbauen

Bisher eher sporadisch werden die E-Ladesäulen am Hermannsburger Rathaus genutzt. Das ist zumindest der Eindruck von Südheide-Bürgermeisterin Katharina Ebeling. Zwar gebe es Überlegungen im Rahmen der Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes in Unterlüß und auch im Rahmen der Projektideen für die Dorfregion Südheide-Wietzendorf, weitere Säulen zu installieren, zunächst wolle sich die Gemeinde Südheide aber dem Ausbau der regenerativen Energien widmen.

Überlegungen gibt es auch in der Gemeinde Eschede, wo es bisher "nur" in Dalle eine E-Ladestation gibt. "Wir führen Gespräche mit einem Betreiber", sagt Bürgermeister Heinrich Lange.

Britta Suderburg, die Bürgermeisterin der Samtgemeinde Lachendorf, geht davon aus, dass das Thema E-Ladesäulen die Kommune in den nächsten Jahren begleiten wird. "Bei den erfolgten Neu- und Anbauten sowie bei Straßenbaumaßnahmen haben wir diese Entwicklung bereits berücksichtigt", so die Verwaltungschefin, die als Beispiele das Dorfgemeinschaftshaus Beedenbostel und den Olen Drallen Hoff in Lachendorf nennt. Die notwendigen Vorarbeiten beim Tiefbau seien hier bereits erfolgt, genauso wie beim neuen Bauhof der Samtgemeinde oder bei der Straße „Südfeld“ in Lachendorf. "Inwieweit die Samtgemeinde selbst Betreiber wird oder dies vergeben wird, steht noch nicht fest", sagt die Samtgemeinde-Bürgermeisterin. "Die Rentabilität wie sie in urbanen Räumen gegeben ist, stellt die Betreiber in unserem ländlichen Bereich vor eine schwierige Situation."

In der Gemeinde Winsen sind derzeit zwei öffentliche Ladesäulen im Betrieb – am Rathaus und am Schwimmbad in Winsen. "In Kürze wird eine weitere Ladesäule auf dem Parkplatz vor dem Gebäude Am Amtshof 4 in Betrieb gehen", berichtet Fachbereichsleiterin Anke Schumann. "Dort stand schon eine Ladesäule, die aber leider defekt ist." Sie geht davon aus, dass es in naher Zukunft weitere Überlegungen zu Standorten für E-Ladesäulen geben werde. Externe Betreiber seien bis zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht an die Gemeinde herangetreten.

"Die Gemeinde Hambühren selbst plant derzeit keine weiteren eigenen Ladesäulen im Gemeindegebiet zu installieren", sagt Bürgermeister Carsten Kranz. "Die Ladesäulen Strandbad und EKZ Ostlandstraße waren ja quasi unsere kommunalen Projekte im Verbund mit der Leader Region, während die anderen Ladesäulen durchweg privatwirtschaftlich betrieben werden." Im Zuge des Projektes „Fachmarktzentrum Hehlenbruchweg“ werde seitens der Investoren derzeit geprüft, ob dort ebenfalls E-Ladesäulen entstehen sollen.

SVO will E-Ladesäulen in Celle in Betrieb nehmen

"Die SVO-Gruppe gestaltet die Energie- und Mobilitätswende in der Region aktiv mit", sagt Sprecher Thomas Hans. "Dazu zählt auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur als Grundlage für die Akzeptanz der E-Mobilität." So sollen im Frühjahr an sechs weiteren Standorten in der Stadt Celle 14 neue Ladepunkte hinzukommen, konkret in den Stadtteilen Vorwerk, Klein Hehlen, Neuenhäusen und Neustadt. "Auch im Bereich des Landkreises sind mehrere neue Standorte in Planung", sagt Hans.

Die Stadtwerke Celle planen außerdem neue E-Ladesäulen an der Fuhsestraße, auf der Allerinsel und am Celler Badeland. "Die Stadtwerke werden in Celle zukünftig noch weiteren Ladesäulen installieren und in Betrieb nehmen, um das Angebot an Lademöglichkeiten in Celle zu erhöhen", sagt Geschäftsführer Thomas Edathy.