Die schönsten Blüten

So präsentiert sich die Heide in diesem Sommer

Die Heideblüte hat begonnen. So sieht es auf den Flächen im Landkreis Celle aus und das sagen die Imker.

  • Von Christopher Menge
  • 14. Aug. 2022 | 07:58 Uhr
  • 14. Aug. 2022
  • Von Christopher Menge
  • 14. Aug. 2022 | 07:58 Uhr
  • 14. Aug. 2022
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Celle.

Mit Heidehonig ist in diesem Jahr nicht zu rechnen – der Müdener Imker Klaus Ahrens hat da die Hoffnung schon aufgegeben. Es ist einfach zu trocken. "Wir hätten vor den 40 Grad unbedingt Regen gebraucht", sagt der 54-Jährige. Auch wenn es in der kommenden Woche etwas regnen sollte, komme das für die Heide zu spät. Die Blüte von Calluna vulgaris hat begonnen.

Misselhorner Heide: 80 Prozent der Pflanzen blühen

Nahe des Wanderparkplatzes Misselhorner Heide blüht die Erika gemäß des Heideblütenbarometers der Lüneburger Heide GmbH aufgrund des schattigen und relativ feuchten Standortes bereits zu 80 Prozent. Es sind aber auch trockene Stellen zu sehen. Das gilt auch für das Tiefental. Der Blütenstand liegt hier aber erst bei knapp 20 Prozent.

Keine Blüte ist auf dem Schillohsberg bei Lutterloh zu erwarten, die Heide ist großflächig abgestorben. Besser sieht es aber in der Nähe des Wanderparkplatzes aus. Viele grüne Triebe und erste blühende Pflanzen versprechen noch eine schöne Heideblüte.

Vertrocknete Pflanzen an Oberoher Heide

Sehr unterschiedlich ist die Entwicklung in der Oberoher Heide. Vom Wanderweg "Kieselgur" Richtung Niederohe präsentiert sich die Heide in einem kräftigen Grün mit zunehmend aufblühenden Pflanzen, die für einen lila Schimmer sorgen. Der Blütenstand wird hier von der Lüneburger Heide mit 30 Prozent angegeben, auf der großen offenen Fläche zwischen den beiden Schutzhütten liegt der Blütenstand erst bei 20 Prozent. Im schattigen Bereich sind es schon bis zu 50 Prozent der Pflanzen, die blühen. Vertrocknete Stellen gibt es auch in der Oberoher Heide, die auch Große Heide genannt wird. Am Haußelberg sind die ersten Blüten zu erkennen.

Kontrast zwischen Calluna vulgaris und Drahtschmiele

Einen schönen Kontrast können die Besucher des Wachholderwaldes bei Schmarbeck zwischen der blühenden Heide – der Stand liegt bei etwa 25 Prozent – und der Drahtschmiele sehen. Richtung Wald sieht die Heide besser aus, da schimmert es im zarten Lila.

Am Wietzer Berg zwischen Baven und Müden wechseln sich schöne lilafarbene Blüten mit verbrannten braunen Stellen ab. Insgesamt liegt der Blütenstand unterhalb des Lönssteins bei etwa 30 Prozent.

Heide blüht an Angelbecks Teich bei Oldendorf

Eine besonders schöne Heideblüte hatten die Heidescouts an Angelbecksteich bei Oldendorf erwartet. In der Tat sieht die Blüte direkt am Teich schon sehr schön aus, etwa drei Viertel der Pflanzen blühen hier schon. Vom Gedenkstein aus gesehen, schimmert es schon lila, einzelne Blüten sind bisher alles nur wenig zu sehen. Am Krönungsplatz in der Meißendorfer Heide erstrahlt die Heide allenfalls in einem zarten Lila. Die Brauntöne überwiegen eindeutig.

Heidereiter der Polizei in Südheide unterwegs

Trotz der fleckigen Heide lohnt sich ein Besuch der Heideflächen. Einheimische und Touristen können dabei auch auf die Heidereiter treffen, die seit gestern wieder die Heideflächen im Gebiet der Südheide bestreifen. Die Reiterstaffel Braunschweig hat die Polizisten entsandt. Untergebracht sind die Polizeikommissarinnen Lisa-Marie Schulz und Alina Konrad mit den Pferden Feldherr und Karlsson für drei Wochen in Weesen. Danach werden sie von zwei anderen Kollegen abgelöst. Zu ihren Aufgaben gehört es, das Naturschutzgesetz zu überwachen. Zudem wird nach Rauchern und Grillstätten in der Heide Ausschau gehalten. Bei der derzeitig hohen Waldbrandgefahr sind Rauchen und Grillen verboten. Beide freuen sich aber auch über ein nettes Gespräch mit den Besuchern der Heideflächen. Auf die Frage, ob das Arbeiten wie Urlaub machen sei, gab Konrad an, dass das schon so sei. Am Nachmittag haben die Pferde derzeit frei, da es für sie zu warm ist.

Heidehonig von Imker Klaus Ahrens

Und auch auf Heidehonig müssen die Kunden von Imker Ahrens nicht ganz verzichten. Der Müdener hat noch ein paar Vorräte aus dem vergangenen Jahr. Die Ernteausfälle in diesem Sommer werden ihn aber treffen. "Wir sind der einzige Teil der Landwirtschaft, der nicht subventioniert wird", kritisiert der Imker. "Da muss noch nachgebessert werden." Schließlich sei die Bestäubung eine große Leistung für die Allgemeinheit.