Strecke von Hamburg nach Hannover

Neue Bahntrasse durch Landkreis Celle ist der große Favorit

Die Deutsche Bahn hat in Celle ihre Pläne vorgestellt, eine Neubautrasse durch den Landkreis ist der Favorit. So sieht der Streckenverlauf von Hamburg nach Hannover durch unsere Region aus (mit Grafik).

  • Von Christopher Menge
  • 19. Sept. 2022 | 20:29 Uhr
  • 19. Sept. 2022
  • Von Christopher Menge
  • 19. Sept. 2022 | 20:29 Uhr
  • 19. Sept. 2022
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Celle.

Ursprünglich waren es mal 28 Varianten für den Streckenverlauf zwischen Hamburg und Hannover, geblieben sind vier Möglichkeiten: der Ausbau der Bestandsstrecke über Uelzen und Celle, der Ausbau der Bestandsstrecke mit Ortsumfahrungen, eine neue Trasse über Bergen und Celle oder eine neue Trasse entlang der A7. Diese Linienführungen hat die Deutsche Bahn im Rahmen der Vorplanung betrachtet. 

"Diese Strecke wurde schon bei den Planungen für Rotenburg–Verden zugrunde gelegt."

Matthias Hudaff, der Leiter des Schienenprojektes Hamburg/Bremen–Hannover bei der DB Netz

Deutsche Bahn setzt auf Neubaustrecke von Hamburg nach Hannover durch Celle

Der Favorit der DB: die Neubaustrecke durch den Landkreis Celle. "Diese Strecke wurde schon bei den Planungen für Rotenburg–Verden zugrunde gelegt", sagte am Montag Matthias Hudaff, der Leiter des Schienenprojektes Hamburg/Bremen–Hannover bei der DB Netz. Gemeinsam mit vier weiteren Bahn-Mitarbeitern informierte er in der Mensa des Celler Schulzentrums Burgstraße die Politik und Verwaltungen über die Pläne.

Bahn: Nur Neubautrassen erfüllen gesetzliche Vorgaben

Nur die beiden Neubautrassen würden die gesetzlichen Vorgabe, ein Nutzen-Kosten-Verhältnis über 1, erfüllen. "Wir stellen aber alle Varianten nebeneinander", sagte Hudaff. Dem Bundestag stehe es zu jeder Zeit frei, anders zu entscheiden. Die beiden bestandsnahen Varianten sind für den Bereich des Landkreises Celle identisch, die Ortsumfahrungen betreffen diesen Bereich nicht. Fest steht: Zwischen Uelzen und Celle muss die Strecke viergleisig ausgebaut werden, wenn diese Variante den Zuschlag bekommt.

Ansonsten blieb bei der Veranstaltung Vieles im Unklaren. Hudaff versprach aber: "Wir werden jede einzelne Brücke, jede Unterführung mit ihnen diskutieren." Aber es sei einfach zu viel, um alles auf einmal zu zeigen. "Wir werden sie mit allen Informationen versorgen, die sie brauchen", sagte Hudaff. Und: Ein Planfeststellungsverfahren folge sowieso.

Entscheidung über Variante ist gefallen

Doch dann ist die wichtigste Entscheidung schon gefallen – nämlich die über die Variante. Der Bundestag soll im kommenden Jahr über die Vorzugstrasse entscheiden, nur dieser Streckenverlauf wird dann detailliert geplant. Und gebaut – wenn die Planungen den zu erwartenden Gerichtsverfahren standhalten.

Die Bahn-Planer machten Werbung für die favorisierte Neubaustrecke. "Es will keiner, dass in Celle keine Züge mehr fahren", sagte Frank Limprecht, Leiter Großprojekte Regionalbereich Nord. Im dritten Entwurf des Gutachters für den Deutschland-Takt sei vorgesehen, dass weiterhin 12 Züge des schnellen Fernverkehrs in Richtung Hamburg und 13 in Richtung Hannover in Celle halten. 

„Auf Schnellstrecke ist stündlicher Regionalexpress eingeplant – mit Halt in Bergen.“

Matthias Hudaff, der Leiter des Schienenprojektes Hamburg/Bremen–Hannover bei der DB Netz

Zudem hätten alle Varianten auch das Ziel, den Nahverkehr zu verbessern. Hudaff sagte, dass es auf der Schnellstrecke auch ein stündlicher Regionalexpress eingeplant sei – mit Halt in Bergen.

Für den Bahnhof Celle ist in der Neubauvariante eine zweigleisige Westumfahrung geplant. Auf Nachfrage erklärte Hudaff, dass tagsüber die ICE-Züge diese Gleise nutzen sollen, nachts auch Güterzüge. Die Umfahrung hat nach Angaben der Planer den Vorteil, dass der Bahnhof Celle nicht umgebaut werden müsste.

Doch was ist mit den Landschaftsschutzgebieten? "Das haben unsere Umweltfachleute berücksichtigt, das wird dann in den Gesamtkontext gestellt", sagte Hudaff. Alle Betroffenheiten für Mensch und Natur würden immer im Kontext für die 135 Kilometer lange Gesamtstrecke gesehen. Soll heiß: Lokal kann es durchaus große Betroffenheiten geben, die aber mit Blick auf das Gesamtprojekt akzeptiert werden.

Die Gemeinden im Landkreis Celle sollen nun regionale Kernforderungen formulieren. Nach Wunsch der Bahn ist bis Ostern alles durch. Da gab es aber schon mal Gegenwind von Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge. Sowohl die fachliche Beurteilung als auch die Beteiligung der Bürger brauche mehr Zeit.