Celler Direktkandidaten

Was nutzen?: Sonne – Wind – Fracking – Biomasse

Wie sollte eine zukunftsichere Energieversorgung aussehen? Das beantworten die 15 Direktkandidaten zur Landtagswahl der beiden Wahlkreise im Landkreis Celle.

  • Von Andreas Babel
  • 24. Sept. 2022 | 09:00 Uhr
  • 07. Okt. 2022
  • Von Andreas Babel
  • 24. Sept. 2022 | 09:00 Uhr
  • 07. Okt. 2022
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Celle.

15 Direktkandidaten in den Wahlkreisen (WK) 44 und 45, die den Landkreis Celle abdecken, kann man am 9. Oktober mit seiner Stimme direkt in den Niedersächsischen Landtag wählen. Im Vorfeld der Wahl wird die CZ den Politikern, die in Celle und drumherum antreten, noch weiter auf den Zahn fühlen. So entsenden die aktuell im Landtag vertretenen Parteien ab Dienstag, 27. September, ihre Vertreter zu drei öffentlichen Podien, die vor Ort, aber auch im Livestream auf dem CZ-Facebook-Kanal verfolgt werden können.

Eine der wichtigsten Fragen der Menschheit

Allen Direktkandidaten hatten wir im Zusammenhang mit ihrer Präsentation fünf Fragen gestellt. In manchen Bereichen ähneln sich die Antworten, in einigen unterscheiden sie sich aber deutlich. In einer der wichtigsten Fragen der Menschheit dieser Tage überhaupt, nämlich der Frage, wie man die Energiekrise bewältigen kann, unterscheiden sich die Kandidaten-Antworten. Wir haben sie im Folgenden zusammengefasst.

CDU offen für alles

Was eine Lösung der Energiekrise angeht, ist Jörn Schepelmann (CDU, WK Bergen) offen für Fracking und für mehr Windräder, aber auch die Atomkraft „verteufelt“ er nicht. Sein Parteifreund Alexander Wille (Wahlkreis Celle) geht sogar noch weiter und meint, man müsse „alle Energiequellen“ nutzen.

SPD setzt auf Wind

Ros-Marie Siemsglüß (SPD, WK Bergen) setzt voll auf die Nutzung von Windenergie, die „dreimal wirtschaftlicher als Photovoltaik und umweltschonender als Fracking“ sei. Ihr Genosse Christoph Engelen (WK Celle) sieht das genauso. Er meint, dass Fracking keine Zukunft habe.

AfD gegen Wind

Für die AfD geben Daniel Biermann (WK Celle) und Jens-Christoph Brockmann (WK Bergen) unterschiedliche Antworten. Während Brockmann auf den „bewährten Energiemix inklusive der Kernenergie“ setzt, favorisiert Biermann das Fracking. Für ihn ist die Windenergie als „Flatterstrom“ nicht grundlastfähig.

Grüne gegen Fracking

Der Grüne Martin Kirschstein (WK Celle) setzt neben Windenergie auch auf Sonnenenergie. „Solaranlagen auf jedes geeignete Dach“ ist sein Motto. Fracking lehnt er als „umweltschädigendes“ Verfahren ab. Seine Mitstreiterin Johanne Gerlach (WK Bergen) setzt auf Geothermie statt Fracking. Außerdem dürfe Photovoltaik nicht vernachlässigt werden, meint sie.

FDP gegen Einschränkungen

Der Liberale Jörg Bode (WK Celle) spricht sich deutlich dafür aus, dass es „keine ideologischen Einschränkungen bei der Energieerzeugung“ geben dürfe. Das Energieangebot müsse größer werden als die Nachfrage, ansonsten würden Arbeitsplätze und Wohlstand vernichtet. Auch sein Mitbewerber Walter-Christoph Buhr (WK Bergen) schließt keine Option pauschal aus. Im Bereich der Windenergie müsse man „viel schneller, unkomplizierter und vor allem unbürokratischer werden“.

Linke gegen Fracking und für Wind

Der Linke Daniel Wagner (WK Bergen) lehnt Fracking ab und spricht sich für den verstärkten Ausbau der Windenergie aus. Seine Mitstreiterin Manuela Mast (WK Celle) ist in ihrer Ablehnung des Frackings sogar „total“, wie sie sagt. Für Niedersachsen sei Windkraft die am besten zu nutzende Energiequelle, aber auch Sonne, Wasser und Biomasse könnten lokal noch ausgebaut werden.

Freie Wähler für Wind und Energiespeicher

Für die Freien Wähler geht Philip Siebold im WK Celle an den Start. Er ist gegen Fracking, nennt es umweltschädlich und unwirtschaftlich. Die Nutzung der Windkraft müsse „stark“ ausgebaut werden. Sein Mitbewerber für den WK Bergen, Claas Osterloh, sagt, der Ausbau der Windkraft müsse unbedingt mit dem von Energiespeichern einhergehen. Außerdem benötige es eine „intelligente Netzinfrastruktur“, meint Osterloh und spricht sich für die Erzeugung von Wasserstoff als Energiequelle aus. Fracking lehnt er wegen „schwerer Umweltschäden“ ab.

Die Basis ist gegen Tabus

Unsere Frage, ob man die Windenergie ausbauen oder Fracking intensivieren solle, beantwortet Thage Jensen (Die Basis) damit, indem er sagt, dass es kein "Entweder – Oder" gebe, sondern dass man keine Tabus haben dürfe, "solange die Energieversorgung gefährdet" sei. Er favorisiert nicht nur in dieser Frage einen Volksentscheid.

Zwei Wahlpodien in Celle

Am kommenden Dienstag, 27. September, beginnt um 18.30 Uhr das erste CZ-Podium mit fünf Celler Kandidaten in der CD-Kaserne. Chefredakteur Ralf Leineweber und Redakteur Michael Ende fühlen dabei Christoph Engelen (SPD), Alexander Wille (CDU), Martin Kirschstein (Grüne), Jörg Bode (FDP) und Daniel Biermann (AfD) auf den Zahn.

Am Donnerstag, 29. September, 10 Uhr, findet ein Podium für junge Wählerinnen und Wähler in der CD-Kaserne statt, für das bereits mehr als 500 Personen angemeldet sind. Eine weitere Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich – Einzelpersonen oder Schulklassen melden sich per E-Mail an info@cd-kaserne.de an.

Wahlpodium in Bergen

Den Abschluss bildet ein Podium am Dienstag, 4. Oktober, 18.30 Uhr, im Stadthaus Bergen, für das folgende Direktkandidatinnen und -kandidaten zugesagt haben: Ros-Marie Siemsglüß (SPD), Jörn Schepelmann (CDU), Johanne Gerlach (Grüne), Walter-Christoph Buhr (FDP) sowie Jens-Christoph Brockmann (AfD). Moderiert wird das Podium in Bergen von Chefredakteur Ralf Leineweber und Redakteur Simon Ziegler.