Celle, Uelzen, Heidekreis

Warum drei Kreise Zukunftsregion werden wollen

Es geht um große Pläne und viel Geld, aber konkret ist bisher wenig. Celle, Uelzen und Heidekreis wollen künftig stärker zusammenarbeiten.
  • Von Simon Ziegler
  • 23. Jun 2022 | 11:57 Uhr
  • 23. Jun 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 23. Jun 2022 | 11:57 Uhr
  • 23. Jun 2022
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Celle.

Das Land Niedersachsen hatte sich etwas ausgedacht. Die Landkreise sollen über die kommunalen Grenzen hinaus mehr zusammenarbeiten. Also wurde ein neues Förderprogramm aufgelegt: "Zukunftsregionen". Wer sich bewirbt, darf mit EU-Mitteln rechnen. Es geht um richtig viel Geld. Nach Landkreis-Angaben um knapp 9 Millionen Euro.

80.000 Euro für Konzept

Also schlossen sich die drei Landkreise Celle, Uelzen und Heidekreis zusammen, man ist sich schließlich nicht unähnlich. Zwischen Hannover und Hamburg gelegen, ländlich, vergleichsweise bevölkerungsschwach, viele Berufs-Pendler. Im vergangenen Jahr gaben die drei Kreistage ihr Okay, dass man es mit der Zukunftsregion versuchen will. Wie immer musste erstmal eine Analyse her, in welchen Bereichen und warum man zusammenarbeiten soll. Der Auftrag wurde ausgeschrieben. Für die Konzepterstellung gab es auch Fördermittel, laut Vorlage der Verwaltung pauschal 80.000 Euro. Den Zuschlag bekam das Büro "Mensch und Region" aus Hannover. Am Dienstag wurde das Konzept im Wirtschaftsausschuss des Kreistages vorgestellt, Titel: "HeiDefinition – Ländlichkeit in neuen Dimensionen".

Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Was diese neuen Dimensionen sein sollen, erschließt sich gleichwohl auf den ersten Blick nicht. Ziel sei es, die beiden Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu vereinen, meint der Landkreis. Man werde, das steht im Papier, sich um die Entwicklungsbereiche Digitalisierung und Innovation, Arbeitsinfrastruktur, Bildung, Fachkräfte sowie um den Bereich Regionale Identität und Umweltbewusstsein kümmern – ein ziemlich weites Feld. Anders gesagt: Es sind Bereiche, die ohnehin zu den originären Aufgaben jeder Kreisverwaltung gehören. Und so ist von Zielen, Handlungsfeldern und Leitprojekten die Rede, ohne dass besonders konkret würde, was durch die Zusammenarbeit der drei Landkreise jetzt eigentlich vor Ort wirklich besser werden soll. Man wolle zum Beispiel Betriebe bei der Bewältigung der digitalen Transformation unterstützen, neue Fachkräftepotenziale erschließen oder Bildungsangebote der Landkreise vernetzen. Wie das alles gelingen soll, davon ist bisher eher weniger die Rede.

Frist endet in wenigen Tagen

Der Ausschuss des Celler Kreistages stimmte am Dienstag dennoch für das Papier, sagte Kreisrat Gerald Höhl. Man will das Konzept also gemeinsam mit den beiden Nachbarkreisen umsetzen. "Ende Juni endet die Bewerbungsfrist. Der Kreistag muss dann noch zustimmen", erläuterte Höhl das Prozedere. Wie bei vielen Förderprogrammen gilt auch hier: Aus dem Konzept heraus sollen einzelne, konkrete Projekte entwickelt werden, die dann – mit einer entsprechenden Co-Finanzierung des jeweiligen Landkreises – gefördert werden sollen. Die Anerkennung als Zukunftsregion durch das Land soll schließlich bis Ende September erfolgen, also wenige Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen. Zufall?

Name wird noch gesucht

Ein Name für die neue Zukunftsregion "Celle-Uelzen-Heidekreis" wird derweil noch gesucht. Am Dienstag wurde unter anderem über den Vorschlag "HeiDigital" gesprochen. Da gibt es aber noch Gesprächsbedarf, hört man. Der Landkreis Celle ist übrigens als Chef im Ring eingeplant und soll als "Lead-Partner" der neuen Zukunftsregion fungieren. Diese könnte dann im kommenden Jahr an den Start gehen. Man darf gespannt sein, was aus den Fördergeldern alles konkret entwickelt wird.