Beitrag zum Energiesparen

Straßenlaternen im Kreis Celle gehen früher aus

Straßenlaternen, die die ganze Nacht brennen - das geht in Zeiten des Energiesparens nicht mehr. So wird in Rathäusern im Celler Land mit dem Thema umgegangen.

  • Von Carsten Richter
  • 05. Sept. 2022 | 17:58 Uhr
  • 06. Sept. 2022
  • Von Carsten Richter
  • 05. Sept. 2022 | 17:58 Uhr
  • 06. Sept. 2022
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Celle.

Es ist ein Thema, bei dem zwei Interessen aufeinander prallen: Gefühlte Sicherheit auf der einen Seite, Energieeinsparung auf der anderen Seite – in Zeiten rasant steigender Preise und des Klimawandels gewinnen Argumente wie diese immer mehr an Bedeutung. Um beiden Seiten gerecht zu werden, muss es schon fast zwangsläufig auf einen Kompromiss hinauslaufen. In der Samtgemeinde Lachendorf wurden die Zeiten für die Straßenbeleuchtung gerade angepasst. Auch andere Kommunen wollen umdenken.

Lachendorf macht Rolle rückwärts bei Straßenbeleuchtung

Die Gemeinde Lachendorf macht bei den Straßenlampen eine Rolle rückwärts. „Erst vor zwei Jahren wurde der Beschluss gefasst, die Laternen die ganze Nacht leuchten zu lassen“, erinnert Gemeindedirektorin Britta Suderburg. Damaliges Argument war der erhöhte Schutz vor Einbrüchen. Nun hat ein Antrag der Ratsgruppe UB/Grüne erneut das Thema aufgeworfen. Darin wird eine Abschaltung zwischen Mitternacht und 5.30 Uhr vorgeschlagen. Ökologische und finanzielle Aspekte sprächen gegen eine nächtliche Beleuchtung, heißt es in dem Antrag.

Lichter in Lachendorf gehen früher aus

Bevor die Lachendorfer Politik am 6. Oktober das nächste Mal zusammentrifft und darüber berät, hat sich die Verwaltung der Sache schon einmal angenommen. Aktuelle Regelung nun: Von Sonntag bis Donnerstag bleiben in Lachendorf und den Ortsteilen die Lichter von 23 bis 4.30 Uhr aus. Freitags und samstags wird die Beleuchtung erst um 0.30 Uhr ausgeschaltet. Auch in anderen Mitgliedsgemeinden wurden die Zeiten angepasst.

Bürger fühlen sich nachts nicht sicher ohne Beleuchtung

Zunächst hatte die Verwaltung sogar eine Abschaltzeit ab 22 Uhr festgelegt. Das kam allerdings bei einigen Bürgern gar nicht gut an. Davon berichten sowohl Ratsherr Egbert Ehm (UB) als auch Gemeindedirektorin Suderburg. „Ich habe inzwischen aus der Bevölkerung deutliche Kritik an der nach deren Meinung zu frühen Abschaltzeit vernommen“, teilte Ehm der CZ vor einigen Tagen mit. Das bestätigt die Verwaltungschefin: „Viele ältere Lachendorfer haben angerufen, weil sie sich nicht mehr sicher fühlen“, sagt Suderburg.

Celler Kommunen sparen Energie – und Geld

Nun also erlöschen in der Gemeinde die Lichter unter der Woche um 23 Uhr. Suderburg geht davon aus, dass jährlich ein fünfstelliger Betrag an Stromkosten durch die Reduzierung der Beleuchtungszeit eingespart werden kann. Ehm hatte im Antrag von rund 35.000 Euro gesprochen. Suderburg hält die angegebene Summe für durchaus realistisch. Im Endeffekt kommt die Verwaltung mit der Länge des nun vorläufig festgelegten Abschaltzeitraums dem Antrag aus der Politik nach. „5.30 Uhr ist zu spät“, sagt Suderburg. Um die Zeit seien doch schon einige Menschen unterwegs.

Neue Ideen zum Energiesparen im Celler Land

Der Weisheit letzter Schluss muss die neue Regelung nicht sein. Es gibt noch andere Ideen: In Hohne soll demnächst ein Dämmerungsschalter in Betrieb gehen, der wie ein Sensor funktioniert und mit dessen Hilfe die Intensität der Laternen dem Tageslicht angepasst werden kann. Suderburg spricht von einem Pilotprojekt, das auf andere Mitgliedsgemeinden ausgeweitet werden könnte.

Nachts ist es dunkel: Stadt Bergen will Zeichen setzen

An der Straßenbeleuchtung sparen, damit lässt sich der Klimawandel nicht aufhalten. Das ist der Tenor in vielen Rathäusern. Aber: „Es muss ein Zeichen gesetzt werden“, sagt Frank Juchert, Allgemeiner Vertreter der Berger Bürgermeisterin. In den kommenden Tagen gehen die Lichter um 22.30 Uhr aus. Bislang brannten sie in der Kernstadt die ganze Nacht. Die neue Regelung gilt nun für Bergen und die Ortsteile gleichermaßen. „Da können wir keine Ausnahme machen“, sagt Juchert. „Wir müssen den Forderungen der Bundesregierung Folge leisten.“ Eventuell werde die eine oder andere Laterne aber auch länger leuchten, zum Beispiel an größeren Kreuzungen. Auf 5000 bis 10.000 Euro schätzt der Verwaltungsvize die jährlichen finanziellen Einsparungen. Nicht der große Wurf also, aber immerhin.

Winsen schaltet Laternen eine Stunde früher aus

In Bergen wie auch in Winsen ist ein Großteil der Straßenbeleuchtung schon auf LED-Technik umgestellt. In der Westkreis-Gemeinde sollen die Straßenlaternen künftig statt um 23.30 Uhr schon um 22.30 Uhr ausgehen. „An Kreuzungen wird die Beleuchtung weiter durchgehend brennen“, berichtet die zuständige Fachbereichsleiterin Anke Schumann. Die neuen Zeiten habe die Verwaltung erst einmal so beschlossen. Das Thema werde aber auch noch die Politik beschäftigen.