Bahntrasse

Land: Deutschlandtakt muss angepasst werden

Braucht es für den Deutschlandtakt eine neue Bahntrasse zwischen Hamburg und Hannover? Das Land Niedersachsen meint, dass der Fahrplan angepasst werden muss.

  • Von Christopher Menge
  • 20. Jan. 2023 | 15:27 Uhr
  • 20. Jan. 2023
Mit dem Deutschlandtakt soll es schnelle Verbindungen zwischen den Metropolen geben.
  • Von Christopher Menge
  • 20. Jan. 2023 | 15:27 Uhr
  • 20. Jan. 2023
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Celle.

Öfter, schneller, überall – das ist das erklärte Ziel des Bundesverkehrsministerium für den Deutschlandtakt. Dieser stehe "für einen fahrplanbasierten Ausbau der Schieneninfrastruktur, um unser Land optimal zu vernetzen – im Personen- sowie im Güterverkehr", heißt es auf der Website deutschlandtakt.de. Beim Dialogforum Schiene Nord 2015 in Celle, bei dem sich die Teilnehmenden mit großer Mehrheit auf Alpha E geeinigt haben, spielte der "Fahrplan für ein ganzes Land" allerdings noch keine Rolle.

Diskussion um Fahrzeit zwischen Hamburg Hbf und Hannover Hbf

"Die vom Bund genannte Fahrzeit im Deutschlandtakt von 62 bis 63 Minuten zwischen Hannover Hbf und Hamburg Hbf (mit Halt in Harburg) wird mit der Umsetzung des Projektes ,Optimiertes Alpha-E mit Bremen“ nicht erreichbar sein", heißt es jetzt von der niedersächsischen Landesregierung. "Hier werden also Anpassungen an den Deutschlandtakt-Fahrplan erforderlich sein." Für einen integralen Taktfahrplan sei eine Fahrzeit von 63 Minuten (oder 59 Minuten ohne Halt in Harburg) zwischen zwei wichtigen Umsteigeknoten ohnehin ungünstig. "Außerdem wird im Abschlussbericht zum Deutschlandtakt dem Hamburger Hauptbahnhof aufgrund der vielen Zugfahrten eine fehlende Funktion als ,Anschlussknoten im Sinne eines integrierten Taktfahrplans' attestiert", heißt es in der Antwort auf eine Anfrage des Celler CDU-Landtagsabgeordneten Jörn Schepelmann. Insoweit könne nach Auffassung des Landes Niedersachsen der Deutschlandtakt-Fahrplan auch bei einem Verzicht auf eine Neubaustrecke gut im Sinne eines Integralen Taktfahrplans angepasst werden.

Jörn Schepelmann fordert die Umsetzung von Alpha E.

"Die Landesregierung weist darauf hin, das eine Anpassung des Taktfahrplans ohnehin notwendig ist", kommentiert Schepelmann. "Damit ist das Argument, dass der Deutschlandtakt nur mit einer Neubaustrecke umgesetzt werden kann widerlegt." Das hatten die Bahn-Planer bei einer Informationsveranstaltung in Celle ebenfalls bestätigt. Neben den beiden Neubau-Varianten durch den Landkreis Celle oder entlang der A7 würde auch der bestandsnahe Ausbau mit Ortsumfahrungen die Vorgaben des geplanten Deutschland-Takts knapp erfüllen. Bei dieser Variante liege das Kosten-Nutzen-Verhältnis allerdings unterhalb der gesetzlichen Vorgabe von 1, so die Bahn-Planer.

Niedersachsen unterstützt Ziele des Deutschlandtaktes

"Die Niedersächsische Landesregierung unterstützt die Ziele des Deutschlandtaktes. Zur Umsetzung gehört eine belastbare Infrastruktur", heißt es in dem Antwortschreiben. Mit der Umsetzung des Projektes „Optimiertes Alpha-E mit Bremen“ werde die Infrastruktur hierfür gestärkt. Schwachpunkte bei der Infrastrukturentwicklung seien neben den Strecken insbesondere die Knoten. "Hierauf wurde der Bund im Dialogforum Schiene Nord mehrfach hingewiesen", so die Landesregierung. "Der Knoten Hannover wurde auf Initiative des Landes Niedersachsen als eigenständiges Projekt in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen." Mit dem Bau von zwei weiteren Gleisen im Hauptbahnhof Hannover würden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um für gute Umsteigebeziehungen im Deutschlandtakt eine große Anzahl an Zügen gleichzeitig in Hannover halten zu lassen. Aktuell werde gemeinsam mit der Region Hannover eine Untersuchung zum Schienenknoten Hannover vorbereitet, um weiteren Handlungsbedarf abzuleiten.