Sirenen und Warn-Apps

Warntag: Wo und wie heute in Celle alarmiert wird

Beim ersten Warntag 2020 fiel auch in Celle die Bilanz nüchtern aus: Viele der fast 200 Sirenen waren nicht einsatzfähig. Doch der Landkreis Celle hat auf- und nachgerüstet. Am 8. Dezember sollen bundesweit die Warnsysteme getestet werden. Wie sie im Kreis Celle funktionieren und worauf man achten muss.

  • Von Benjamin Behrens
  • 08. Dez. 2022 | 09:05 Uhr
  • 08. Dez. 2022
Warnsirenen, wie hier auf der Feuerwache Höfer, dienen sowohl zur Alarmierung der Feuerwehr, als auch zur Warnung der Bevölkerung. Am 8. Dezember werden bundesweit die verschiedenen Alarmsysteme auf Funktion geprüft.
  • Von Benjamin Behrens
  • 08. Dez. 2022 | 09:05 Uhr
  • 08. Dez. 2022
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Celle.

Nervtötendes Weckerklingeln, lautes Hupen, der grausige Klingelton, des Sitznachbarn im Bus – alle diese Klänge vereint: Sie sind störend, aber erregen Aufmerksamkeit.

Am 10. September 2020 war es hingegen unerwartet still. Eigentlich hätten bundesweit beim "Warntag 2020" Sirenen heulen sollen, doch der großangelegte und vom Bund organisierte Testlauf für die Alarmsysteme ging vielerorts gewaltig schief. Veraltet, wenn überhaupt vorhanden oder nicht funktionsfähig – das war auch in Celle die ernüchternde Bilanz. 2021 war der Warntag bundesweit abgesagt worden.

Am 8. Dezember heulen die Sirenen und klingeln die Warn-Apps

Jetzt steht der nächste Anlauf für eine Funktionsprüfung an. "Der Landkreis Celle wird sich am Donnerstag, 8. Dezember, am bundesweiten Warntag beteiligen. Durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe werden dabei um 11 Uhr alle an das modulare Warnsystem angeschlossenen Warnmittel und Warnmultiplikatoren wie zum Beispiel NINA, KATWARN und BIWAPP ausgelöst", sagt Landkreissprecher Tore Harmening auf CZ-Anfrage. Apps wie NINA verteilen Warnung auf Smartphones.

Kanal "Cell Broadcast" erreicht auch Nicht-Smartphones

"Hinzu kommt erstmals der Warnkanal 'Cell Broadcast' über die Mobilfunknetzbetreiber als zusätzliches Mittel der Bevölkerungswarnung. Parallel zu den vorgenannten Warnmöglichkeiten sollen um 11 Uhr die Sirenen ausgelöst werden", ergänzt Harmening. Hierbei wird eine SMS-ähnliche Nachricht versendet.

Darum war Landkreis Celle beim ersten Warntag nicht dabei

An dem ersten Warntag hatte Celle noch nicht teilgenommen. Der Grund: „Die Sirenen befinden sich seit dem Rückbau der Warnmittel für den Katastrophenschutz durch die damalige Bezirksregierung im Eigentum der Kommunen und müssten für eine Teilnahme an den jährlich wiederkehrenden Warntagen technisch umgerüstet werden“, erklärt Landkreis-Sprecher Tore Harmening.

Firma ertüchtigt Warnmittel im Landkreis

Der Landkreis Celle hatte im April 2021 eine Firma mit der Ertüchtigung der Sirenen beauftragt, sodass neben der bisherigen Funktion als Alarmierungseinrichtung der kommunalen Feuerwehren auch wieder die Warnung und Entwarnung der Bevölkerung (Warnung: einminütiger auf- und abschwellender Heulton; Entwarnung: einminütiger gleichbleibender Heulton) erfolgen kann, teilt der Landkreis mit.

180 von 194 Sirenen schon umgerüstet

Von den 194 Sirenen wurden seit der Beauftragung 180 Sirenen umgerüstet, die flächendeckend das Kreisgebiet erreichen sollen. Noch nachgerüstet werden muss im kommenden Jahr teilweise in der Samtgemeinde Flotwedel und den Gemeinden Südheide und Eschede sowie in Westercelle an der Bruchhagenschule.

„Der Landkreis weist darauf hin, dass die Teilnahme am Warntag den ersten Probelauf der beauftragten Sirenenertüchtigung darstellt und erst im Nachgang bewertet werden kann, ob und in welchem Umfang diese Umrüstung erfolgreich verlaufen ist.“

Kreissprecher Tore Harmening

Warntag ist auch Probelauf für Umrüstung

„Der Landkreis weist darauf hin, dass die Teilnahme am Warntag den ersten Probelauf der beauftragten Sirenenertüchtigung darstellt und erst im Nachgang bewertet werden kann, ob und in welchem Umfang diese Umrüstung erfolgreich verlaufen ist“, betont Kreissprecher Tore Harmening.