Er riss das Pony von Ursula von der Leyen

Burgdorfer Wolf zum Abschuss freigegeben

Er ist nachweislich für Risse im Landkreis Celle verantwortlich, klar ist auch, dass der Wolfsrüde GW950m das Pony von Ursula von der Leyen gerissen hat. Nun gibt es eine neue Abschussgenehmigung.

  • Von Christopher Menge
  • 18. Jan. 2023 | 11:00 Uhr
  • 19. Jan. 2023
Seit 2016 wurden in Niedersachsen sieben Wölfe nach Genehmigung erschossen. (Symbolbild)
  • Von Christopher Menge
  • 18. Jan. 2023 | 11:00 Uhr
  • 19. Jan. 2023
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Celle.

Für den Burgdorfer Rüden "GW950m" gibt es aktuell wieder eine Abschussgenehmigung. Die Deutsche Presseagentur hatte das mit Verweis auf eine Behördensprecherin der Region Hannover zuerst berichtet. Die Behörde hat die "Artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung für einen Wolf" auf ihrer Homepage bekannt gemacht. Demnach wurde die Genehmigung zum Abschuss des Wolfes bereits im Oktober erteilt, sie soll bis zum 31. Januar laufen. Eine erfolgreiche Entnahme wurde bisher nicht gemeldet.

Wie eine Sprecherin der Region Hannover auf CZ-Anfrage mitteilte, war die Abschussgenehmigung zuletzt ausgesetzt, nachdem am 3. Januar ein Wolf überfahren worden war. Da es sich hier aber nicht um den Wolf gehandelt habe, der zum Abschuss freigegeben worden war, ist die Abschussgenehmigung wieder in Kraft. Ob das überfahrene Tier aus dem Burgdorfer Rudel stammt, wollte die Sprecherin nicht sagen.

Der Antrag zum Abschuss des Problemwolfes wurde nach Angaben der Region Hannover am 31. August gestellt - und somit vor dem Riss des Ponys von Ursula von der Leyen am 2. September. Als Verursacher wurde hier GW950m identifiziert.

Verfassungsgericht Oldenburg kassiert Abschussgenehmigung für Wolfsrudel

Zuletzt hatte das Verfassungsgericht Oldenburg die Abschussgenehmigung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für Wölfe aus dem Friedeburger Rudel in der Nähe von Jever kassiert. Nach Auffassung der Richter ist die Begründung des Landes Niedersachsen für den Abschuss nicht durch das Bundesnaturschutzgesetz gedeckt. Es könnten nicht andere Wölfe eines Rudels zum Abschuss freigegeben werden, wenn Nutztierrisse einem bestimmten Tier genetisch zuzuordnen seien, teilte das Gericht Ende Oktober mit.

In der Region Hannover war genau das im April 2021 passiert. Die Abschussgenehmigung lag zu diesem Zeitpunkt für den Rüden "GW950m" vor, die Fähe "GW1423f" sollte ab 1. Juli (wieder) abgeschossen werden dürfen. Getötet wurde aber schließlich eine andere junge Wölfin des Rudels. Nach Auffassung des Landes Niedersachsens war diese Entnahme trotzdem "nach dem Bundesnaturschutzgesetz vollumfänglich gedeckt".

Abschussgenehmigung für Burgdorfer Wolf: Region Hannover hält sich bedeckt

Manfred Böhling, Pressesprecher des niedersächsischen Umweltministeriums, hatte der CZ im Dezember gesagt, dass es von Seiten des Landes aktuell keine Abschussgenehmigungen. Allerdings dürfen auch die Landkreise eine solche „Ausnahmegenehmigung“, wie die Freigabe zur Tötung eines Wolfes offiziell heißt, erteilen. Die Region Hannover gab dazu auf CZ-Anfrage aber zunächst keine Bestätigung. "Zu möglichen Genehmigungen oder Ablehnungen des Abschusses von Wölfen erteilt die Region Hannover grundsätzlich keine Auskunft", sagte Pressesprecher Klaus Abelmann. "Die Herausgabe von Informationen wäre – wie auch immer die Entscheidung aussieht – mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden."

Der Burgdorfer Rüde hat nachweislich schon in mehreren Landkreisen Nutztiere gerissen, so auch im Landkreis Celle. Die bisherigen Abschussgenehmigungen für dieses Tier und die Fähe (13. Oktober 2020 bis 31. März 2021 und 1. April 2021 bis 31. August 2021 beziehungsweise bis zum Abschuss eines anderen Tiers aus dem Rudel am 22. April 2021) hatte jeweils das NLKWN erteilt.