35 Kilometer entfernt

Schweinepest kommt immer näher

Die Afrikanische Schweinepest ist wohl bald in Niedersachsen angekommen. Kreisjägermeister Helge John hat über den Stand der Dinge informiert.
  • Von Simon Ziegler
  • 18. Nov. 2022 | 12:23 Uhr
  • 18. Nov. 2022
Die Afrikanische Schweinepest ist für die Tiere meist tödlich.
  • Von Simon Ziegler
  • 18. Nov. 2022 | 12:23 Uhr
  • 18. Nov. 2022
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Celle.

Kreisjägermeiser Helge John hat vor der Afrikanischen Schweinepest im Kreis Celle gewarnt. Im Umweltausschuss des Celler Kreistages sagte er am Donnerstag, dass die für Menschen ungefährliche Tierseuche inzwischen 35 Kilometer vor der niedersächsischen Grenze angekommen sei. „Wir müssen wachsam bleiben. Ein Ausbruch wäre eine Katastrophe“, sagte John.

Schweinepest breitet sich in Deutschland aus

Der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest wurde im September 2020 in Deutschland nachgewiesen. Inzwischen wurden nach Johns Angaben etwa 4500 Fälle in Deutschland registriert. Alleine in diesem Jahr seien es 1034 Nachweise, so der Kreisjägermeister. „Wir müssen aufpassen, das Problem weiter ernst zu nehmen“, sagte John. Schließlich stehe das Thema seit Jahren im Raum, ohne dass die Schweinepest bislang in Niedersachsen angekommen sei. „Wir versuchen uns so gut es geht vorzubereiten“, sagte John weiter.

Waschbären werden zum massiven Problem

Der Kreisjägermeister äußerte sich vor der Politik zudem zur Ausbreitung der Waschbären. Dabei handele es sich um „ein massives Problem in Stadt und Kreis“. Die Jäger seien bei den Waschbären aber nicht zuständig, sie würden aber beim Aufstellen von Fallen unterstützen. „Wir müssen davon wegkommen, dass Jäger mit Fallen die Bösen sind. Damit kann man den Leuten helfen. Das Problem muss gemeinsam gelöst werden“, sagte John.

Geld für Lebendfallen

Seit Monaten entwickelt sich das "Neozoon", also eine in ihrem Lebensraum ursprünglich nicht heimische Tierart, zu einem immer größeren Problem im Landkreis Celle. Neu ist der pelzige Eindringling nicht. Doch aktuell erreicht die Situation eine neue Qualität – die Celler Jägern zunehmend Sorge bereitet. Sie suchen Scheunen und Wohnhäuser auf, gehen in die Dächer und kratzen Isolierungen heraus. Im August hatte der Landkreis Celle der Kreisjägerschaft einmalig 20.000 Euro zweckgebunden für den Kauf von Lebendfallen zur Verfügung gestellt. Damit sollten vornehmlich invasive gebietsfremde Prädatoren wie Waschbär, Marderhund, Mink und Nutria gefangen und anschließend getötet werden.