11,85 Cent mehr pro kWh

SVO-Gaspreis: "Wir profitieren nicht von der Erhöhung"

Die SVO betont, sich in Sachen Gaspreis nicht zu bereichern – und rät Kunden dazu, sich bei finanzieller Schieflage rechtzeitig zu kümmern. Stadtwerke-Chef Edathy prophezeit derweil ein weiteres Kosten-Plus für 2023.

  • Von Marius Klingemann
  • 22. Sept. 2022 | 18:00 Uhr
  • 23. Sept. 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 22. Sept. 2022 | 18:00 Uhr
  • 23. Sept. 2022
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Celle.

Je größer der Unmut, desto heißer die Drähte – oder: "Natürlich sind die Menschen wegen der aktuellen Lage besorgt, das macht sich auch bei uns im Kundenservice bemerkbar." Thomas Hans, Sprecher von Celles Energie-Grundversorger SVO, betont angesichts der jüngst angekündigten Anhebung des Gaspreises – im Basistarif "Klassisch" wird es ab November um 11,85 Brutto-Cent pro Kilowattstunde (kWh) teurer – aber, "dass wir in keiner Weise finanziell von den Preissteigerungen profitieren".

"Natürlich sind die Menschen wegen der aktuellen Lage besorgt, das macht sich auch bei uns im Kundenservice bemerkbar." 

Thomas Hans, Sprecher von Celles Energie-Grundversorger SVO

Die Herausforderung dieser Tage sei, das hebt Hans zum wiederholten Male hervor, "dass sich die Großhandelspreise im Einkauf vervielfacht haben". Das Unternehmen sei daher gezwungen, "einen Teil der Mehrkosten an unsere Kunden weiterzugeben". Die vom Bund beschlossene Gasumlage, an der Wirtschaftsminister Robert Habeck weiter festhalten will, sorge hier in beide Richtungen für zusätzliche Belastung.

Gaspreis: SVO rät, sich bei Engpässen schnell zu kümmern

Gegenüber der CZ haben mehrere Cellerinnen und Celler nun ihre Besorgnis hinsichtlich der momentanen Entwicklung zum Ausdruck gebracht, vereinzelt fiel gar der Begriff "Existenzangst". Mit Blick auf "seine" Gaskunden sagt SVO-Sprecher Hans, dass es "uns nicht möglich ist, festzustellen, ob jemand liquide ist oder nicht".

Der Energieversorger, auch im Nachbarkreis Uelzen zuständig, bietet auf seiner Website "eine Liste mit entsprechenden Ansprechpartnern von Jobcentern, Sozialämtern, Schuldnerberatungen und weiteren Anlaufstellen, die in der Notsituation helfen können". Wichtig sei, sich frühzeitig zu melden, wenn finanzielle Engpässe absehbar seien. Bei der SVO gilt die Regel, dass eine Sperrankündigung erfolgt, sobald der Zahlungsrückstand 100 Euro oder mehr beträgt. "Hier ist aktuell auch keine Änderung geplant", so Hans.

"Wir geben somit einzig und allein die Umlage des Bundes weiter."

Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Edathy

Stadtwerke-Chef: "Geben nur die Gasumlage weiter"

Um "etwas Geduld" bittet das Unternehmen mit Sitz an der Sprengerstraße (Hehlentor) indes weiterhin im Internet – potenzielle Neukunden müssen sich "vormerken lassen". Das gilt freilich nicht für die Grundversorgung, dort besteht rechtliche Verpflichtung zur Aufnahme. Nicht davon betroffen sind als Nicht-Grundversorger (da "nur" zweitgrößter lokaler Energie-Akteur) die Stadtwerke Celle, die bereits seit März keinerlei Gas- und Stromkunden mehr aufnehmen. Hier ist eine Gaspreis-Erhöhung von vergleichsweise geringen 2,65 Cent pro Brutto-kWh angekündigt, das aber schon zu Oktober. "Wir geben somit einzig und allein die Umlage des Bundes weiter", sagt Geschäftsführer Thomas Edathy der CZ.

"Anpassung deutlich höher": Weiteres Gaspreis-Plus in 2023?

Die Stadtwerke haben ihre Kunden im entsprechenden Schreiben darum gebeten, die monatlichen Abschlage eigenständig anzupassen. Edathy: "Wir gehen daher davon aus, dass die Leute für sich selbst keine zu hohen Summen wählen." Einige hätten jedoch "im Vorgriff auf die im nächsten Jahr höheren Gaskosten" ihren Abschlag bereits jetzt intensiver angepasst – wie stark das Preis-Plus in 2023 aber tatsächlich ausfalle, könne man heute noch nicht sagen.

Die SVO blickt derweil auch auf andere Wettbewerber. Im Wendland hat Energieversorger EVE kürzlich allen Gaskunden zum 30. November gekündigt – "damit wälzt man eigene Probleme auf andere Marktteilnehmer ab", kritisiert Thomas Hans. Teurer werde es aber nicht nur in der Grundversorgung, sondern auch bei Festpreis-Produkten, sobald deren (in günstigeren Zeiten abgeschlossene) Preisgarantie auslaufe: "Hier kann die Anpassung deutlich höher ausfallen."