Repowering geplant

Neue Anlage bei Bröckel: Kleiner Windstoß für die Energiewende

Im Windpark Bröckel Süd-Ost soll zunächst ein Windrad durch ein höheres und leistungsstärkeres ersetzt werden. Was nach wenig klingt, soll aber einen spürbaren Effekt haben. Zunächst ist die Politik in Bröckel am Zuge. Darum geht es.

  • Von Carsten Richter
  • 19. Jan. 2023 | 16:00 Uhr
  • 19. Jan. 2023
Der Windpark Bröckel Süd-Ost liegt zwischen der Bundesstraße 214 und der Kreisstraße nach Wiedenrode. Zunächst soll die kleinste der fünf Anlagen (links) "repowert" werden. Die anderen könnten in den kommenden Jahren folgen.
  • Von Carsten Richter
  • 19. Jan. 2023 | 16:00 Uhr
  • 19. Jan. 2023
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Die alten Anlagen sollen ausgetauscht werden.
Bröckel.

Seit mehreren Jahren ist bei der Erneuerung von Windrädern im Landkreis Celle nichts passiert. Zuletzt wurden 2017 fünf Anlagen im Windpark Beedenbostel repowert, also durch neue, höhere und leistungsstärkere Türme ersetzt. Viel getan hat sich sonst im Sinne der Energiewende nicht. Im Südosten des Landkreis soll es nun vorangehen – wenn auch nur in kleinen Schritten. Zunächst geht es nur um eine Anlage. In den kommenden Jahren sollen im Windpark zwischen Bröckel und Wiedenrode perspektivisch alle fünf Windräder erneuert werden. Am kommenden Donnerstag, 26. Januar, wird sich der Gemeinderat Bröckel mit dem Thema befassen. Das planungsrechtliche Verfahren soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Bröckel muss Bebauungsplan ändern

Dabei geht es zunächst um formale Änderungen. Ein Bauunternehmen aus Meinersen hat den Auftrag erhalten, die entsprechenden Voraussetzungen für das spätere Repowering in die Wege zu leiten. Deren Geschäftsführer Harald Bosse hat deshalb den Antrag an die Gemeinde gestellt, einen Passus im Bebauungsplan zu ändern. Der betrifft die Höhenbegrenzung für Windkraftanlagen, die derzeit auf 120 Meter festgesetzt ist. „Diese Höhenbegrenzung ist ersatzlos aufzuheben“, schreibt Bosse in seinem Antrag. Auftraggeber ist die EFP Umwelt GmbH & Co. Windpark Bröckel KG aus Friesoythe.

Betriebszeit für altes Windrad läuft aus

Durch die Herausnahme der Höhenbegrenzung solle ein „Repowering nach zeitgemäßem technischem Entwicklungsstand“ ermöglicht werden, heißt es im Antrag. Für das kleinste der fünf Windräder läuft nach mehr als 20 Jahren die Betriebszeit aus. Die 100 Meter hohe Anlage soll nun als Erstes durch eine „Multi-Megawatt-Windenergieanlage“ ersetzt werden.

„Gut 2000 Haushalte könnten im Jahr damit versorgt werden“

Harald Bosse, Antragsteller

Repowering im Windpark Bröckel Süd-Ost geplant

Auf CZ-Anfrage erläutert Bosse, dass die Ersatzanlage eine Leistung von mindestens 3 Megawatt erbringen werde. Die Bestandsanlage sei 600 Kilowatt stark. Die neue Anlage bedeute also eine Verfünffachung an Leistung. „Gut 2000 Haushalte könnten im Jahr damit versorgt werden“, rechnet der Diplom-Ingenieur vor. Die Repowering-Anlage werde „mit großer Wahrscheinlichkeit“ etwa 185 Meter hoch sein und eine Leistung von jährlich gut 10 Millionen Kilowattstunden erzeugen. Auch der Großteil der umliegenden Gewerbebetriebe könne dadurch mit Energie versorgt werden, sagt Bosse. Vergleichbare Windräder steht in einem benachbarten Windpark hinter der Kreisgrenze Richtung Uetze. Acht neue Anlagen wurden dort vor einiger Zeit gebaut.

So wie hier zwischen Bröckel und Uetze soll auch die neue Anlage Richtung Wiedenrode aussehen. 

Weitere Windräder laufen noch zehn Jahre

Der Unternehmer geht davon aus, dass die Anlage in den kommenden zwei Jahren ersetzt wird. Die vier weiteren Windräder im Windpark Bröckel Süd-Ost würden noch zehn Jahre laufen. Bosse betont in seinem Antrag, dass der 1000-Meter-Abstand zur Ortschaft Bröckel eingehalten werde. Auch würden die zugelassenen Schallimmissionen nicht überschritten.

Gemeinde spricht von "Beitrag zur Energiewende"

Für Frank Böse, Gemeindedirektor in Bröckel, ist das Repowering ein „Beitrag zur Energiewende“. Der technische Fortschritt der Anlage habe „immens zugenommen“. Gedanken machen müsse sich die Gemeinde noch, ob die Rotorblätter auch über den Bebauungsplan hinausreichen dürfen.

Wenig Bewegung bei Windenergie im Kreis Celle

Der Ausbau von Windenergie im Landkreis Celle geht generell nur schleppend voran. Seit Jahren arbeitet die Kreisverwaltung am regionalen Raumordnungsprogramm. Unter anderem Tiefflugkorridore der Bundeswehr machen die Sache kompliziert. Ein Sonderweg wird derweil in der Samtgemeinde Lachendorf eingeschlagen. Zwischen Hohne und Ahnsbeck sollen durch eine ab Februar 2023 mögliche „isolierte Positivplanung“ weitere Windräder entstehen.

 

 

Die Sitzung des Bröckeler Rates, in der auch der Haushalt beschlossen wird, beginnt am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr im ViVa Bröckel, Zum Bolz 12.