Ärger mit Geldinstitut

Wochenlang kein Zugriff auf Online-Konten: Postbank und Celler Kunde uneins über Schadenshöhe

Der Schaden war für Günter Drosdatis aus Bockelskamp immens: Wochenlang hatte er keinen Zugriff auf seine Konten bei der Postbank. Nun hat das Unternehmen reagiert. Aber für den Kunden aus dem Kreis Celle ist der Fall noch nicht erledigt.

  • Von Carsten Richter
  • 18. Jan. 2023 | 08:58 Uhr
  • 18. Jan. 2023
Rund einen Monat lang hatte ein Kunde aus Bockelskamp keinen Zugriff auf seine Konten bei der Postbank. 
  • Von Carsten Richter
  • 18. Jan. 2023 | 08:58 Uhr
  • 18. Jan. 2023
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Bockelskamp.

Großen Ärger hatte Günter Drosdatis aus Bockelskamp mit der Postbank. Wie berichtet, hatte der 69-Jährige rund einen Monat lang keinen Zugriff auf sein Online-Privatkonto und auf sein Anlagendepot. Eine Zeit lang kam er auch nicht an sein Geschäftskonto heran. Die Probleme hatten schwerwiegende Folgen für Drosdatis: Wichtige Bankgeschäfte zum Jahresende konnte er nicht erledigen. Zudem ist dem Geschäftsmann ein Lieferant abhanden gekommen. Am 9. Dezember hatte er sich dreimal vergeblich versucht anzumelden – dreimal bekam er eine Fehlermeldung. Daraufhin waren die Konten erst einmal gesperrt. Mittlerweile – nach rund fünf Wochen – konnte Drosdatis wieder Einblick nehmen in seine Bankverbindungen. Aber ausgestanden ist die Sache für ihn noch nicht.

Postbank kann Fall aus Kreis Celle nicht endgültig klären

Unterdessen hat nun die Postbank nach 12 Tagen auf eine CZ-Anfrage zur Ursache der Konto-Probleme geantwortet. "Eine finale Klärung des Falles ist uns derzeit bedauerlicherweise nicht möglich", teilte Pressesprecher Hartmut Schlegel mit. "Unabhängig von der Erledigung seines technischen Problems bestehen unterschiedliche Meinungen über den entstandenen Schaden. Unsere Einwände, dass alternative Auftragskanäle bestehen, sowie unser Kulanzangebot wurden leider abgelehnt.“

Rund einen Monat lang hatte Günter Drosdatis aus Bockelskamp keinen Zugriff auf seine Konten bei der Postbank. 

Kunde und Postbank sind über Ausmaß des Schadens uneins

Drosdatis schätzt seine finanziellen Verluste auf bis zu 6000 Euro. Diese Summe verlangt er von der Postbank. Das Unternehmen sage, er habe Einwahlfehler gemacht, so Drosdatis unter Berufung auf ein Gespräch mit einem Mitarbeiter. Drosdatis bestreitet dies. „Den Vorwurf, ich hätte falsche Eingaben bei der Anmeldung gemacht, kann ich nicht so akzeptieren“, bekräftigte er gegenüber der CZ. Die Bank habe ihm lediglich 500 Euro angeboten, sagt er. In einer E-Mail an seinen Anwalt drohte Drosdatis mit einem Klageverfahren, sollte er nicht die geforderte Summe erhalten. Bis heute könne er mit seinen Daten nicht auf alle Konten zugreifen.

Postbank: Kein Zusammenhang mit Systemumstellung

Derweil betont die Postbank, dass der Fall Drosdatis nichts mit den Problemen bei der Systemumstellung zum Jahreswechsel zu tun gehabt habe, von denen offenbar diverse Postbank-Kunden betroffen waren. Die IT-Umstellung sei am 30. Dezember gestartet, so Sprecher Schlegel. „Wir haben mit Herrn Drosdatis am 10. Januar telefoniert. Seitdem sind alle Online-Zugänge wieder nutzbar, was Herr Drosdatis bestätigt hat. Sein Geschäftskonto war bereits seit dem 23. Dezember wieder nutzbar.“