Naafi-Gelände

"Kein Berger möchte Zufahrt über Lukenstraße"

Die Politik hat den Bau von Stadtvillen auf dem ehemaligen Naafi-Gelände in Bergen empfohlen. Aber es gab auch Diskussionen um den Verkehr.

  • Von Christopher Menge
  • 15. Nov. 2022 | 12:05 Uhr
  • 15. Nov. 2022
Nachdem die Stadtpassage abgerissen worden ist, werden jetzt die Planungen für das Gelände der ehemaligen Naafi angeschoben.
  • Von Christopher Menge
  • 15. Nov. 2022 | 12:05 Uhr
  • 15. Nov. 2022
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Bergen.

Die Politik zieht mit – einstimmig hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung der Stadt Bergen in der jüngsten Sitzung den Bebauungsplan für das ehemalige Naafi/Stadtpassagen-Gelände empfohlen. Das 7500 Quadratmeter große Gelände soll von der Stadtentwicklung Bergen (SEB) entwickelt werden. Geplant sind drei Stadtvillen mit 18 Wohnungen, dazu soll sich in den Erdgeschossen auch "nicht störendes Gewerbe" ansiedeln können, wie Planerin Petra Preuß in der Sitzung sagte. "Wir befinden uns hier mitten in der Innenstadt", betonte sie.

Diskussionen gab es in der Sitzung aber über die Zufahrt, die wie bisher von der Celler Straße zwischen Sparkasse und Apotheke erfolgen soll. "Es ist gefährlich dort", sagte Michael Pieper (SPD). Seine Parteigenossin Petra Rabe sprach von einem "Wunder, dass da nicht jeden Tag jemand überfahren wird". Frank Juchert, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin und SEB-Geschäftsführer, entgegnete, dass die Verkehrssituation zu Zeiten der Naafi nicht anders gewesen sei. "Kein Berger möchte noch eine Zufahrt über die Lukenstraße", sagte Juchert.

Urbanes Wohnen: Auf dem ehemaligen Naafi-Gelände sollen Stadtvillen gebaut werden.

Verkehr am Knotenpunkt Bahnhofstraße muss beachtet werden

Wenn man einen Kreisel installieren würde, müsste die Stadt Bergen den Löwenanteil bezahlen, zudem sei das Grundstück der Kirche betroffen. "Wir haben auch über eine Ampel gesprochen", so Juchert. "Aber dann wäre der Knotenpunkt mit der Bahnhofstraße nicht mehr leistungsfähig."

Peter Meinecke (CDU) sieht die Verkehrslage "viel entspannter, als sie früher war". "Da steht ein Verkehrsschild", betonte er. Von dem Parkplatz dürfen Autofahrer schon jetzt nur in Richtung Celle abbiegen.

Stadtvillen im Zentrum von Bergen

Bergens Bürgermeisterin Claudia Dettmar-Müller hatte zuvor von "Strahlkraft für unsere Innenstadt“ gesprochen, als Endergebnis wünscht sie sich „eine attraktive Mischung aus Wohnen und Dienstleistungen“. Parkplätze sollen für die Anwohner sowie Kunden, auch für die der nahen Celler-Straßen-Geschäfte, ausreichend vorhanden sein. Zum Bürgerpark soll ein breiter Weg führen.

Fördermittel aus der Städtebauförderung Stadtumbau West

Da nicht alle Eigentümer der angrenzenden Grundstücke verkaufen wollten, wird zunächst die kleine Lösung mit drei Stadtvillen umgesetzt. In der Rahmenplanung für den Stadtumbau waren zunächst fünf Villen vorgesehen. "Der Anschluss der Grundstücke ist möglich", so Preuß. Die Kosten des Bauleitverfahrens werden zu zwei Dritteln aus der Städtebauförderung Stadtumbau West finanziert.