Feuerwehrbedarfsplanung

Wie schnell muss die Feuerwehr in Bergen im Ernstfall sein?

Wie schnell muss die Feuerwehr sein, wenn es brennt? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Berger Politik und entscheidet über Hilfsfristen bei Bränden oder Unfällen. 

  • Von Christopher Menge
  • 22. Sept. 2022 | 07:00 Uhr
  • 22. Sept. 2022
  • Von Christopher Menge
  • 22. Sept. 2022 | 07:00 Uhr
  • 22. Sept. 2022
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Bergen.

Im Dezember will die Arbeitsgruppe, die sich mit der Feuerwehrbedarfsplanung und mit dem WG-Antrag zur Zentralisierung der Feuerwehren im Bereich der Stadt Bergen beschäftigt, ihre Ergebnisse präsentieren. Schon am Donnerstag, 22. September, ist die Fortschreibung der Feuerwehrbedarfsplanung aber Thema in der öffentlichen Sitzung des Berger Stadtrates (19 Uhr, Stadthaus). Es geht um eine wichtige Frage: Wie schnell muss die Feuerwehr sein, wenn es brennt?

Im Rettungsdienst sind Hilfsfristen vorgeschrieben

"Anders als im Rettungsdienst gibt es für die Feuerwehr keine festgelegten Hilfsfristen", erklärt Julia Kling aus dem Fachdienst Bürgerservice in der Vorlage, über die das Gremium zu entscheiden hat. Es gehöre vielmehr zum Selbstverwaltungsrecht einer jeden Gemeinde, die Hilfsfrist im eigenen Bereich selbst zu definieren. "Die Hilfsfristen beim Rettungsdienst und der Feuerwehr kann man nicht vergleichen", sagt der Vorsitzende des Feuerschutzausschusses Eckart Borges (CDU). Das Land scheue sich, hier Regelungen festzulegen, weil es dafür dann auch finanziell aufkommen müsste. Einstimmig habe der Ausschuss die Vorschläge der Arbeitsgruppe empfohlen.

Feuerwehren in Stadt Bergen sollen nach acht Minuten beim Brand sein

Demnach soll bei einem Brand mindestens ein wasserführendes Löschfahrzeug inklusive der dazugehörigen Feuerwehrleute innerhalb von acht Minuten am Einsatzort sein – das gilt allerdings nur innerhalb geschlossener Ortschaften, in denen es eine Feuerwehr gibt. Ansonsten wird ein Eintreffen nach spätestens neuneinhalb Minuten erwartet. Spätestens 13 Minuten nach Alarmierung sollen mindestens zwei vollständige Löschgruppen, also 18 Feuerwehrleute mit ihren Löschfahrzeugen, am Einsatzort sein.

Bei Verkehrsunfällen wird die Hilfsfrist auf neuneinhalb Minuten nach der Alarmierung festgelegt. Neben dem Löschfahrzug muss dann auch ein Hilfeleistungssatz vor Ort sein, um eingeklemmte Personen befreien zu können. Spätestens nach 13 Minuten sollen auch hier die weiteren Einsatzkräfte vor Ort sein. Ziel ist es, diese Hilfsfristen in mindestens 90 Prozent der Fälle zu erreichen. (me)