Alpha E vor dem Aus?

Das sagt Stephan Weil zu geplanter Bahntrasse

Niedersachsens Ministerpräsident hat sich in Bergen zu den Plänen der Deutschen Bahn geäußert. Das sagt Stephan Weil zu der geplanten Neubaustrecke.

  • Von Christopher Menge
  • 04. Aug. 2022 | 18:01 Uhr
  • 04. Aug. 2022
  • Von Christopher Menge
  • 04. Aug. 2022 | 18:01 Uhr
  • 04. Aug. 2022
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Bergen.

Diese Aussage war eindeutig und unmissverständlich: "Ich persönlich, die Landesregierung und die gesamte Landespolitik stehen ohne Wenn und Aber zu Alpha E", sagte der niedersächsische Ministerpräsident, Stephan Weil (SPD), gestern Mittag bei einem öffentlichen Gespräch im Eiscafé Miriam in Bergen. Die SPD-Landtagskandidatin Ros-Marie Siemsglüß hatte dazu eingeladen. Zuvor hatte sie Weil an der Bundesstraße 3 zwischen den Grünewald und Offen den möglichen Trassenverlauf einer Neubaustrecke gezeigt.

Stephan Weil fordert Umsetzung von Alpha E

Vor gut 100 Zuhörern im und um das Eiscafé herum wurde Weil deutlich. "Ich bin heilfroh, dass ein Kompromiss zustande gekommen ist", sagte der Ministerpräsident mit Blick auf das Abschlussdokument des Dialogforums Schiene in Celle im November 2015. "Daher fehlt mir jedes Verständnis, dass die Bahn das ganze Spiel von vorne beginnt." Er forderte mehr Pragmatismus. "Ich will mehr Schienenverkehr in Niedersachsen haben", sagte er. "Ich sage es der Bundesregierung und der Bahn klipp und klar, dass Alpha E die Lösung ist. Eine andere Trasse werden wir nicht akzeptieren."

Ros-Marie Siemsglüß freut sich über Unterstützung von Stephan Weil

Dieses klare Statement hatte sich Ros-Marie Siemsglüß gewünscht. "Hier wird an den Menschen vorbeigeplant", kritisierte die SPD-Kandidatin. Da sie in der Logistik arbeite, wisse sie aus erster Hand, dass sich das Bahnnetz verbessern müsse. "Aber nur durch den gefundenen Konsens", sagte Siemsglüß.

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau überreicht Holzkreuz

Mathias Ohlhoff und Jan-Hendrik Hohls vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau übergaben dem Ministerpräsidenten ein Holzkreuz als Zeichen gegen den Trassenneubau und fragten, was die Bürger vor Ort machen könnten. "Das Problembewusstsein aufrechthalten und auf die Bundestagsabgeordneten zugehen", sagte Weil. Zudem wolle er den Bundesverkehrsminister anschreiben und in die Region einladen.

Maximilian Schmidt kritisiert Deutsche Bahn

Der Winser SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt, der bei der nächsten Landtagswahl nicht mehr kandidiert, sagte, dass man es nicht dulden dürfe, wenn sich die Bahn nicht an den Alpha-E-Kompromiss halte. "Das ist ein maximaler Beitrag zu Politik- und Demokratieverdrossenheit", so Schmidt. "Alpha E muss kommen." Das sei eine dringende Erwartung an die Bundespolitik. Er werbe dafür, dass der Landtag seinen 2016 gefassten, einstimmigen Beschluss zur Umsetzung von Alpha E noch einmal erneuere, um ein Signal zu senden.

Reaktivierung der OHE-Strecken: Güterverkehr ist im Fokus

So einig sich alle Anwesenden beim Thema Alpha E waren, beim Thema Reaktivierung der OHE-Strecken für den Personennahverkehr – also über den geplanten Güterverkehr hinaus – versprühte Weil wenig Euphorie. Im Prinzip gebe es zwar die Möglichkeit, aber Voraussetzung sei eine Kosten-Nutzen-Rechnung. "Und das Ziel ist hier noch nicht erreicht", so Weil. "Wenn jetzt aber alle Einwohner sagen ,wir fahren nur noch Bahn' steigen die Chancen." Es liege also nicht so sehr an der Landesregierung, sondern am Mobilitätsverhalten der Menschen vor Ort.