Erneuerbare Energien

Ahnsbeck erwartet Gelder aus Wind- und Solarpark

Auf die Gemeinde Ahnsbeck dürften in den kommenden Jahren deutliche Mehreinnahmen zukommen. Wie der Ostkreis von der Windenergie im Schmarloh profitiert – und warum der Gemeinderat schon bald wieder zusammentrifft.

  • Von Carsten Richter
  • 21. Jan. 2023 | 15:00 Uhr
  • 21. Jan. 2023
Die Zahl der Windräder im Schmarloh soll wachsen. 
  • Von Carsten Richter
  • 21. Jan. 2023 | 15:00 Uhr
  • 21. Jan. 2023
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Ahnsbeck.

Hätte sich der Gemeinderat Ahnsbeck am Freitag um 0.01 Uhr versammelt, wäre alles unstrittig gewesen. Da die Politikerinnen und Politiker aber bereits am Donnerstagabend um 18 Uhr zusammentrafen, ist die Einladung fehlerhaft – die Ladungsfrist ist nicht eingehalten worden. „Ich bin verantwortlich. Es ist einfach übersehen worden“, sagte Bürgermeister und Gemeindedirektor Ulrich Kaiser am Freitagvormittag gegenüber der CZ. Zu dem Zeitpunkt war bereits entschieden: Die Sitzung wird wiederholt. „Wir gehen damit den rechtssicheren Weg und verzichten auf eine weitere Prüfung des Falls“, so Kaiser.

„Ich bin verantwortlich. Es ist einfach übersehen worden.“

Bürgermeister Ulrich Kaiser zur nicht eingehaltenen Ladungsfrist für die Gemeinderatssitzung

Ladungsfrist nicht eingehalten

Zum Hintergrund: Kaiser hatte die Einladung an die Ratsmitglieder am 12. Januar versandt. Auf den ersten Blick ist alles korrekt. „Zwischen Versendung und der Sitzung müssen aber volle sieben Tage liegen“, erläuterte Kaiser. Hätte sich der Rat also erst am Freitag versammelt oder wäre die Einladung schon am 11. Januar verschickt worden, wäre alles reibungslos gelaufen.

Rat Ahnsbeck tagt erneut am 31. Januar

Gut zwei Stunden dauerte am Donnerstagabend allein der öffentliche Teil der Ratssitzung, an der auch rund 15 Einwohner teilnahmen. Beschlossen wurden der Haushalt und die frühzeitige öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs für den künftigen Solarpark. Außerdem hat sich der Rat auf Standorte für die Aufstellung von Sitzbänken verständigt – ein Förderprojekt der Leader-Region Lachte-Lutter-Oker. Alle Beschlüsse müssen nun noch einmal wiederholt werden. Der Rat trifft sich erneut am Dienstag, 31. Januar, um 18  Uhr im Dorfgemeinschaftshaus, Osterkamp 1.

Ahnsbecks Bürgermeister Ulrich Kaiser. 

Elf neue Windräder sollen im Schmarloh gebaut werden

Über die Beschlüsse hinaus informierte Kaiser unter anderem über die aktuellen Planungen in Sachen Windkraft. In einem ersten Abschnitt sollen im Schmarloh elf weitere Windräder gebaut werden. Fünf sollen auf Ahnsbecker Gebiet entstehen, sechs im Raum Helmerkamp. Hintergrund ist die so genannte isolierte Positivplanung, die die Ausweisung von Windenergieflächen in unstrittigen Bereichen – dies trifft auf den Schmarloh zu – erleichtern soll. „Die Windräder könnten nächstes Jahr gebaut werden“, stellte Kaiser in Aussicht.

„Das Geld bleibt zu 100 Prozent bei der Gemeinde.“

Ahnsbecks Bürgermeister Ulrich Kaiser

Ahnsbeck erwartet deutliche Mehreinnahmen

Eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht vor, dass Kommunen im Radius von 2,5 Kilometern mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde am Ertrag von Windparks beteiligt werden. Das gilt auch für Bestandsanlagen. Die 18.000 Euro pro Anlage werden zwischen den Gemeinden Ahnsbeck, Eldingen und Hohne aufgeteilt. Für Ahnsbeck rechnet Kaiser mit etwa 70.000 Euro, die ab 2023 jährlich ausgeschüttet werden sollen. Ab 2025 erwartet die Gemeinde dann auch Erträge aus den neuen Anlagen – rund 100.000 Euro im Jahr. Insgesamt darf sich also allein Ahnsbeck über 170.000 Euro Mehreinnahmen pro Jahr freuen. „Das Geld bleibt zu 100 Prozent bei der Gemeinde“, sagte Kaiser. Hinzu kommen noch Gelder aus dem künftigen Solarpark. „Hier gehen wir von über 80.000 Euro im Jahr aus, die zwischen Ahnsbeck und Lachendorf aufgeteilt werden.“