41 Hektar geplant

Ahnsbeck setzt mit Solarpark neue Maßstäbe

Es dürfte einer der größten Solarparks in Niedersachsen werden. Bei Ahnsbeck ist ein beeindruckendes Projekt geplant. Es gibt Lob, aber auch Kritik.

  • Von Carsten Richter
  • 03. Aug. 2022 | 17:31 Uhr
  • 04. Aug. 2022
  • Von Carsten Richter
  • 03. Aug. 2022 | 17:31 Uhr
  • 04. Aug. 2022
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Ahnsbeck.

Den eingeschlagenen Weg hin zur Erzeugung erneuerbaren Energien will die Gemeinde Ahnsbeck fortsetzen. Am Dienstagabend hat der Rat den Startschuss gegeben für die Realisierung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Größe von circa 41 Hektar – es wäre der größte Solarpark im Landkreis Celle und wohl einer der größten in Niedersachsen. Bislang hat bei dem Thema besonders die Gemeinde Wietze von sich reden gemacht. Südlich von Jeversen soll auf 30 Hektar grüner Strom erzeugt werden. Ahnsbeck würde die Westkreis-Gemeinde flächenmäßig noch einmal überbieten. Und: Es soll nicht das einzige Solarpark-Projekt in der Ostkreis-Kommune bleiben.

 

Drei Solarpark-Projekte um Ahnsbeck geplant

"Insgesamt stehen drei Projekte im Raum", sagte Ahnsbecks Bürgermeister Ulrich Kaiser in der Ratssitzung. Anfang September werde über zwei weitere Anträge entschieden. Das Plangebiet des nun mit vier Enthaltungen auf den Weg gebrachten Projekts liegt im südwestlichen Bereich der Gemeinde Ahnsbeck in der Verlängerung der Kötnerstraße beziehungsweise der von Lachendorf kommenden Wiesenstraße. Mit dem erfolgten Aufstellungsbeschluss hat das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans begonnen. Antragsteller und Projektentwickler ist die MMR Projekt GmbH aus dem hessischen Altenstadt.

 

Sonnenenergie soll Lachendorfer Papierfabrik zugute kommen

Die erzeugte Sonnenenergie soll vorrangig der Lachendorfer Papierfabrik zugute kommen, die rund um die Uhr produziert und deshalb besonders viel Energie verbraucht. Der Gemeinde Ahnsbeck ist es wichtig, dass die Energie regional verbraucht wird. Sekundär gewinnen aber auch Privathaushalte. Dadurch dass Drewsen die Energie aus dem Solarpark nutze, werde das öffentliche Netz entlastet, sagt Bürgermeister Kaiser.

 

Landesverband Erneuerbare Energien ist beeindruckt

41 Hektar sind eine Dimension, die auch den Landesverband Erneuerbare Energien beeindruckt. "Das ist wirklich richtig groß", sagt Geschäftsführerin Silke Weyberg auf CZ-Anfrage. Zum Vergleich: Bei Mehrum im Kreis Peine wird derzeit der kreisweit größte Solarpark gebaut – er wird am Ende zwei Hektar groß sein. "Bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen hinkt Niedersachsen stark hinterher", sagt Weyberg. Deshalb sei das Vorhaben bei Ahnsbeck "ein wegweisendes und mutiges Projekt".

 

Ausbau von Solarparks soll verträglich passieren

Trotz notwendiger Energiewende und Versorgungsengpässen aufgrund des Ukraine-Krieges will die Gemeinde den Ausbau verträglich gestalten. Die Planfläche zwischen Ahnsbeck und Lachendorf gehört mehreren Landwirten, mit denen der Projektentwickler schon gesprochen und Pachtverträge geschlossen hat. Der Rat hat einen Kriterienkatalog beschlossen – Landwirtschaft gehört dazu. "Der Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen soll nicht zu einer Verknappung besonders hochwertiger landwirtschaftlicher Produktionsfläche führen", heißt es darin. Nur ertragsschwache landwirtschaftliche Nutzflächen sollen für Solarparks infrage kommen. Der Abstand zu Wohngebäuden von mindestens 50 Metern wird in dem Katalog ebenfalls festgelegt. Eine Ausbaufläche von 60 Hektar erachtet die Gemeinde als verträglich. Zum Vergleich: Das Gemeindegebiet Ahnsbeck erstreckt sich auf insgesamt 20.000 Hektar.

 

So stimmt die Politik in Ahnsbeck ab

Die Union Lachtetal (UL) hatte geschlossen für den Kriterienkatalog gestimmt, CDU und SPD haben mit einer Enthaltung und drei Gegenstimmen votiert. Sie erkannten Unterschiede zu vorherigen Absprachen und störten sich an Aussagen, wonach der Kriterienkatalog nicht in Stein gemeißelt sei und jederzeit angepasst werden könne. Entscheidend, dem Projekt generell zuzustimmen, sei, dass ein großes regionales Unternehmen mit Energie versorgt werde, sagt Ratsherr Jan Hägerling (CDU).

 

Bürger in Ahnsbeck werden beteiligt

Im nun begonnenen Verfahren werden auch Bürger beteiligt. Unterdessen nimmt die Gemeinde bereits weitere Flächen für Solarparks in den Blick – auf der nördlichen Seite der Kreisstraße nach Lachendorf und hinter dem Sportheim Richtung Helmerkamp.