Austrittswelle abgewendet

SPD-Turbulenzen in Adelheidsdorf

Vier Sozialdemokraten aus Adelheidsdorf, darunter drei Ratsmitglieder, wollten die Partei verlassen. Jetzt bleiben sie doch. Die Hintergründe.
  • Von Simon Ziegler
  • 01. Juli 2022 | 14:47 Uhr
  • 05. Juli 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 01. Juli 2022 | 14:47 Uhr
  • 05. Juli 2022
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Adelheidsdorf.

Eine mögliche Austrittswelle hat in den vergangenen Tagen für Turbulenzen innerhalb der Adelheidsdorfer SPD gesorgt. Am Donnerstagnachmittag stellte Andreas Smid, Fraktionschef im Gemeinderat, schließlich klar: „Wir bleiben in der SPD.“ Mit "wir" sind er selbst, Heike Hoch, Sonja Schmiechen und Uwe Kuschke gemeint. „Ja, wir wollten aus der SPD austreten“, räumte Smid ein. Grund sei, dass „wir mit der Ortsvereinsstruktur nicht einverstanden sind.“

Nienhagen gibt den Ton an

Das heißt: Die vier Adelheidsdorfer Sozialdemokraten stören sich dem Vernehmen nach daran, dass innerhalb des Samtgemeinde-Verbandes Nienhagen den Ton angibt und Adelheidsdorf zu wenig Gehör findet, wie es heißt. Jetzt ist es eine Lösung in Sicht. Laut Smid soll ein eigener SPD-Ortsverein für Adelheidsdorf gegründet werden. Dafür müssen aber die Statuten geändert werden. „Das ist jetzt in der Mache“, so der Fraktionschef.

Es wäre einsam um Axel Kernbach geworden

Ein Austritt der drei Ratsmitglieder Smid, Hoch und Schmiechen sowie von Kuschke hätte das Gefüge im Gemeinderat vollkommen verändert. Plötzlich wäre Axel Kernbach, der unter den Sozialdemokraten bei den Kommunalwahlen 2021 mit Abstand die meisten Stimmen bekommen hatte, alleine dagestanden. Er hätte als Einzelkämpfer seinen Sitz im Verwaltungsausschuss verloren und hätte deshalb auch nicht stellvertretender Bürgermeister bleiben können. Mit ihm persönlich sollen die Turbulenzen aber nichts zu tun haben, heißt es bei der SPD. „Ich bin froh, dass es sich so entwickelt hat und dass alles beim Alten bleibt“, sagte Kernbach, der am heutigen Mittwoch zum neuen Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Wathlingen ernannt werden soll.

Celler SPD mischt mit

„Ich habe davon erfahren, dass es auf der persönlichen Ebene in der SPD in der Samtgemeinde Wathlingen einigen Klärungsbedarf gibt“, sagte Celles SPD-Chef Maximilian Schmidt. „Aktuell führen wir mit allen Beteiligten Gespräche. Mein Ziel ist, dass wir alle SPD-Mitglieder an Bord behalten und sich alle gut beteiligen können, Kommunalpolitik soll ja auch in der Gemeinschaft Freude machen. Wichtig ist, dass alle aufeinander zugehen, da sind wir sehr zuversichtlich. Auch die Organisationsstruktur der SPD in der Samtgemeinde werden wir überprüfen“, kündigte Schmidt an.

Es gab bis 2020 zwei Ortsverbände in Samtgemeinde

Ursprünglich hatte es innerhalb der Samtgemeinde Wathlingen zwei SPD-Ortsverbände gegeben. Wathlingen und Nienhagen/Adelheidsdorf. Als es in Wathlingen Schwierigkeiten gegeben hatte, Personen für den Vorstand zu finden, wurden die beiden Verbände zum 1. Januar 2020 zusammengelegt. Jetzt sieht es danach aus, dass Adelheidsdorf ausscheren wird.