Neues Feuerwehrgerätehaus

3-Millionen-Haus in Kokel-Optik

Es ist ein echter Hingucker - und topmodern noch dazu: Das neue Feuerwehrgerätehaus in Westercelle ist jetzt offiziell "am Netz".

  • Von Michael Ende
  • 30. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 01. Dez. 2022
Das neue Feuerwehrgerätehaus an der Hannoverschen Heerstraße.
  • Von Michael Ende
  • 30. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 01. Dez. 2022
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Westercelle.

Darauf können Westercelles Feuerwehrleute wahrlich stolz sein: Ihr am Mittwoch offiziell eingeweihtes Feuerwehrgerätehaus (FGH) an der Hannoverschen Heerstraße 140 ist nicht nur das modernste der ganzen Stadt, sondern es hat auch die heißeste Optik: Architekt Hubertus von Bothmer hat sich ein besonders für Feuerwehrleute witziges Detail einfallen lassen: Die Fassade wurde mit einer karbonisierten Holzverschalung versehen – das heißt, das Holz wurde gezielt angekokelt und so konserviert.

"Yakisugi" gegen Holz-Gammel

Feuer ist nicht nur gefährlich – es kann sogar nützlich sein, wenn man es zu zügeln versteht. Von Bothmer sagte, dass er sich freue, dass sein augenzwinkernder Wink bei der Stadt Celle als Bauherrin so gut angekommen sei. Bei der "Yakisugi" genannten traditionellen japanischen Methode der Konservierung wird das Holz durch leichtes Verkohlen der Oberfläche wasserabweisend und haltbarer gemacht, sowie auch vor Insekten- und Pilzbefall geschützt. "Es gibt keinen besseren Korrosionsschutz", so von Bothmer, der das ganze FGH in Holzbauweise errichtet hat. Seine Garantie: "Das Haus wird 100 Jahre halten."

"Yakisugi"

Die angekokelten Bretter der Fassade sind äußerst witterungsbeständig

Top-modern ausgestattet

Das rund 700 Quadratmeter große Gebäude verfügt über einen Schulungsraum und einen Jugendfeuerwehr-Raum, ein Büro, Umkleide- und Sanitärbereiche für 80 Feuerwehrleute, eine Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen sowie Fußbodenheizung, Wärmepumpe und Photovoltaikanlage.

Genug Platz für alle und alles.

Celles Ehrenamtliche hätten es verdient, dass ihnen die Stadt hochmoderne Strukturen wie dieses Haus bereitstelle, sagte Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU), bevor er den symbolischen Schlüssel an Stadtbrandmeister Uwe Wiechmann und Ortsbrandmeister Stefan Schmidt übergab. Bei einer ersten Alarmierung habe sich bereits erwiesen, wie gut der neue Bau funktioniere, so Schmidt. Ortsbürgermeisterin Kathrin Fündeling (CDU) unterstrich, wie wichtig die Feuerwehr für Westercelle sei: "Egal, was ist: Man kann sich immer auf euch verlassen."

Schlüsselübergabe für ein Haus mit feurigem Look: (von links) Jörg Nigge, Uwe Wiechmann und Stefan Schmidt.

Drei gut angelegte Millionen

Im Vorfeld der Planungen für das FGH hatten Umweltschützer massiv gegen den Bau, dessen Standort aus Sicht der Feuerwehr alternativlos war, protestiert. Das Vorhaben nimmt eine ehemalige Pferdekoppel und 2600 Quadratmeter Wald in Anspruch, was die Stadt andernorts mit einer Ersatzaufforstung von 4378 Quadratmetern Wald ausgleicht. Mehrere Ameisenvölker wurden umgesiedelt. Jetzt freute sich Nigge, dass das Vorhaben nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit fertiggestellt sei. Die rund drei Millionen Euro an Baukosten seien "gut angelegtes Geld". In diesem Sinne solle es auch weitergehen, so Nigge. Als nächstes solle "Im Tale" in Groß Hehlen ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden. Voraussichtliche Fertigstellung sei das Frühjahr 2025.