Welche Regeln gelten

Straßenmusik ist in Celles Innenstadt weiter "geduldet"

30 Minuten an einem Platz, kein Elektro-Equipment – das sind in Celle die Regeln für Straßenmusiker. An der Qualität des Dargebotenen scheiden sich teilweise die Geister.

  • Von Marius Klingemann
  • 23. Nov. 2022 | 07:05 Uhr
  • 23. Nov. 2022
Die Hölty-Schulband mit Lehrer Joschua Claassen hat in Celles Altstadt Applaus bekommen – das gilt aber nicht für alle Straßenmusiker.  
  • Von Marius Klingemann
  • 23. Nov. 2022 | 07:05 Uhr
  • 23. Nov. 2022
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Celle.

Musik, da dürften viele zustimmen, kann eine schöne Sache sein – auch unter freiem Himmel, etwa als akustische Begleitung beim Altstadt-Bummel. Wer als Straßenmusikant etwas zu bieten hat, dem hören die Leute gerne zu und geben womöglich auch was "in den Hut".

Das gilt ebenso für die Gilde der Verkäufer: "Hier stehen ab und zu Musiker, die wirklich gut sind", sagt etwa eine Angestellte von Juwelier Rahls an der in dieser Hinsicht viel frequentierten Ecke Stechbahn/Poststraße. Das Hör-Vergnügen hänge aber letztlich davon ab, wer gerade spielt: "Bei manchem würde ich es eher als Gekreische werten", moniert die Frau, die nicht namentlich in der Zeitung stehen möchte.

Straßenmusik in Celle: 30 Minuten ohne Verstärker

"Wenn sich ein Musiker nicht an die Regeln hält, greift der Ordnungsdienst entsprechend ein."

Myriam Meißner, Celles Stadtsprecherin

Für die Qualität des Dargebotenen ist jeder selbst zuständig, für andere Dinge gelten – auch in Celle – Regeln: "Straßenmusiker werden von der Verwaltung im Normalfall geduldet, wenn sie jeweils nach spätestens einer halben Stunde ihren Standort wechseln und kein elektronisches Equipment nutzen", erklärt Stadtsprecherin Myriam Meißner auf Anfrage der CZ.

Sollte sich jemand nicht daran halten, spreche der Ordnungsdienst denjenigen an und ergreife "entsprechende Maßnahmen". Platzverweise, so Meißner, gehörten jedoch nicht zur Tagesordnung.

Stadt Celle plant keine Regeländerungen für Musiker

In Hannover hat die rot-grüne Stadtratsmehrheit vor Kurzem – zum Missfallen vieler Polit-Kollegen und City-Kaufleute – angeregt, Straßenmusik künftig für bis zu eine Stunde pro Standort und zudem mit Verstärker (bis 70 Dezibel Lautstärke) zu erlauben.

Für Celle sagt Sprecherin Meißner derweil, dass die hier gesetzten Rahmenbedingungen "schon lange gelten" und Änderungen nicht angepeilt seien. Ein Vorab-Casting für Outdoor-Musiker, wie es etwa München hat, gibt es in der Herzogstadt ebenso wenig.

Weihnachtsmarkt: "Spontane Reaktion" bei Musik-Konflikten

 

"Manchmal wird doch länger als 30 Minuten gespielt."

Verkäuferin bei Juwelier Rahls

Die genannte Rahls-Verkäuferin würde solch eine Regelung sicherlich begrüßen, außerdem genauere Kontrollen: "Manchmal wird doch deutlich länger als 30 Minuten am Stück gespielt." Die Initiative Celle, quasi das Sprachrohr der lokalen Kaufleuteschaft, mit der Vorsitzenden Stefanie Ende teilt dagegen mit, dass man Straßenmusik "nicht totkontrollieren" sollte. Größere Beschwerden wegen allzu schiefer Töne seien zudem nicht bekannt.

Auf dem Weihnachtsmarkt, der in der Altstadt diesen Donnerstag seine Pforten öffnet, wird es offizielle Musikbeiträge – zum Beispiel von Posaunenchören – geben. Sollte es bei der Veranstaltung zu "Interessenskonflikten" mit Straßenmusikern kommen, könne "spontan reagiert" werden, sagt Stadtmarketing- und Tourismus-Chefin Claudia Krause.