So berichteten wir damals

Fieberhafte Suche nach vermissten Rudolf Bröckel aus Altencelle

Vermisst, missbraucht, getötet: Rudolf Bröckel (9) aus Altencelle wurde Opfer eines Serientäters. So berichteten wir am 21. März  1992 von der groß angelegten Suchaktion. 

  • Von Christoph Zimmer
  • 21. März 1992 | 13:11 Uhr
  • 26. Juli 2022
  • Von Christoph Zimmer
  • 21. März 1992 | 13:11 Uhr
  • 26. Juli 2022
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Altencelle.

Die Polizei suchte auch gestern fieberhaft nach Rudolf Bröckel. Der neunjährige Rudolf wurde am Mittwoch gegen 18.20 Uhr das letzte Mal gesehen. Über einhundert Polizisten der Bereitschaftspolizei aus Hannover und Braunschweig sowie von der Schutzpolizei und Kripo Celle begannen gestern Morgen in Altencelle das Gebiet zwischen der Bundesstraße 214 und der Aller zu durchkämmen.

Mehr als hundert Polizisten suchen vermissten Jungen

Meter für Meter suchten die jungen Beamten mit ernsten Gesichtern Waldstücke, Felder und Wiesen nach dem verschwundenen Rudolf ab. Auch einen Schrottplatz und die Flussufer der Aller sahen sich die Polizisten, unterstützt von einer Hundestaffel, gründlich an.

Taucher und Polizeihubschrauber bei Suche nach Rudolf Bröckel eingesetzt

Taucher der Polizei suchten in der Aller, vom Alterceller Wehr bis zum Geller Wehr, nach möglichen Hinweisen. Der Polizeihubschrauber unterstützte die Kollegen am Boden und flog zusätzlich die Aller von Altencelle bis Verden ab. Gegen Abend brachen die Beamten die Suche ab. Sie hatten keinerlei Hinweise gefunden.

„Wir wissen bis zum jetzigen Zeitpunkt nichts. Wir tappen noch völlig im Dunkeln."

Joachim Linderberg, Pressesprecher der Polizei

Kripobeamte befragten bis zum späten Abend Anwohner. Aber alle Bemühungen der Polizei blieben bislang ohne Erfolg. „Wir wissen bis zum jetzigen Zeitpunkt nichts“ erklärte der Pressesprecher Joachim Linderberg, „Wir tappen noch völlig im Dunkeln.“ Die Befragung von Rudolfs Fußballkameraden am Donnerstag habe ebenfalls keine Erkenntnisse gebracht, bedauerte l.indenberg.

Fußballmannschaft von Rudolf Bröckel befragt

Ob die Hausbefragung in Altencelle neue Erkenntnisse und Hinweise erbringe, konnte der Polizeisprecher noch nicht beurteilen. Die Ermittlungskommission arbeite seit Mittwochnacht rund um die Uhr, sagte Lindenberg. Verschiedene Hinweise aus der Bevölkerung hätten die Ermittlungen bislang „leider“ noch nicht weitergebracht.

Seit vorgestern führen bereits Lautsprecherwagen markante Punkte in der Stadt an und gäben eine Personenbeschreibung. Gestern verteilten Beamte Flugblätter in der Innenstadt und auf dem Frühlingsfest. „Wir bitten die Bevölkerung um Mithilfe. Jeder Hinweis kann wichtig sein“, sagte Joachim gegenüber der CZ. Auf dem Flugblatt sind ein Foto und die Personenbeschreibung des Jungen abgedruckt (Das CZ-Foto von heute gleicht dem Foto auf dem Flugblatt nicht!). Nachfolgend die Personenbeschreibung der Polizei.

Der vermißte Rudolf Bröckel war mit einem grünen Parka mit schwarzem Kragen, grünen Überärmeln und grünen Taschen sowie pinkfarbenen Streifen im Brustbereich, schwarzen Jeans und dunkelblauen Stiefeln bekleidet.

Der Junge ist etwa 1,50 Meter groß und schlank. Er hat blonde Haare und blaue Augen. Wer Rudolf Bröckel nach dem 18. März 1992, 18.20 Uhr gesehen hat oder Hinweise auf seinen Aufenthaltsort geben kann, wird gebeten sich mit der Kriminalpolizei Celle, Telefon (0 51 41) 27 72 48 oder 27 73 50, in Verbindung zu setzen.

Der Text ist am 21. März 1992 im Original in der Celleschen Zeitung erschienen. Wir haben lediglich die gefetteten Zwischenzeilen hinzugefügt. 

„Tatort Celle“: Verbrechen vor unserer Haustür