Weihnachtstrucker

Celler Johanniter rufen zu Spenden auf

Ohne das Engagement von Leuten wie Michael Meyer wäre die Gesellschaft ärmer. Derzeit packen die Johanniter den Weihnachtstrucker. Zum Tag des Ehrenamtes.
  • Von Simon Ziegler
  • 04. Dez. 2022 | 11:20 Uhr
  • 04. Dez. 2022
Michael Meyer (Mitte), Johanniter-Ortsbeauftragter Thomas Adasch (links) und Johanniter-Regionalvorstand Sven Heine sammeln Spenden für den Weihnachtstrucker.
  • Von Simon Ziegler
  • 04. Dez. 2022 | 11:20 Uhr
  • 04. Dez. 2022
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Celle.

Vielleicht geht es bald für ihn wieder los: Michael Meyer ist nicht nur Teamleiter in Celle, sondern auch Mitglied der Konvoi-Mannschaft des Johanniter-Weihnachtstruckers. Wenn die Gegebenheiten es zulassen, geht der Transport gen Ukraine. Statt einen gemütlichen Weihnachtstag zu Hause zu verbringen, würde Meyer dann in einen vollbeladenen Truck steigen. Das Ziel: Weihnachtspakete zu Menschen in größter Not bringen. Bei der Weihnachtstrucker-Aktion sammeln die Johanniter Spenden aus der Bevölkerung und fahren sie dann mit Sattelschleppern direkt dorthin, wo das Leid am größten ist. Zielländer sind etwa Bulgarien, Rumänien oder Albanien. Die Pakete aus Celle sollen nach Rumänien und dann von Johanniter-Partnern vor Ort weiter in die vom Krieg gebeutelte Ukraine gebracht werden.

300 Frauen und Männer im Regionalverband Harz-Heide

Am 5. Dezember ist der Internationale Tag des Ehrenamtes, der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde. Auch die Arbeit der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) wäre undenkbar ohne den Einsatz von Menschen, die ihre Zeit der Gesellschaft schenken. Im Regionalverband Harz-Heide gibt es rund 300 Frauen und Männer, die sich im Bevölkerungsschutz, im Sanitätsdienst oder in der Erste-Hilfe-Ausbildung engagieren.

Weihnachtstrucker ist Ehrensache

Bereits 2019 war Michael Meyer bei einer Fahrt dabei. In den Corona-Jahren konnten die Johanniter den Transport leider nicht selbst übernehmen. Doch die gesammelten Spenden kamen trotzdem an. Dank der Hilfe von Speditionen, die die Pakete mitnahmen. Für Michael Meyer ist es Ehrensache, den Weihnachtstrucker zu unterstützen. „Uns geht es so gut. Und mit dieser Aktion sind wir einfach für die Schwächsten und Ärmsten da. Ich möchte so mit meinem Ehrenamt anderen Menschen helfen“, erklärt er seine Motivation.

Spenden bis 16. Dezember

Das Team der ehrenamtlichen Johanniter aus Celle sammelt zurzeit Spenden von Menschen in Stadt und Landkreis Celle ein. Kitas, Schulen, Firmen und Privatleute machen mit und packen Pakete nach einer festgelegten Packliste. In die Kartons kommen Reis, Nudel, Duschgel und ein kleines Geschenk für Kinder. „Wir sind glücklich über die große Unterstützung durch die Bevölkerung. Besonders toll finde ich es, wenn schon junge Menschen aus Schulen und Kindergärten mitmachen.“ Noch bis zum 16. Dezember können Spenden in den Johanniter-Dienststellen abgegeben werden.

Einsatz im Ahrtal

Der Johanniter-Weihnachtstrucker ist der Abschluss des Jahres und eine sehr intensive Zeit für die Helferinnen und Helfer. Doch auch sonst hat der 59-Jährige jede Menge Ehrenamts-Einsätze. Bei großen Katastrophenschutzeinsätzen, wie zum Beispiel beim Hochwasser in Ahrweiler, ist die Versorgung von Betroffenen und Einsatzkräften ein entscheidender Faktor. Die Notwendigkeit von Essen und Trinken macht auch in der Krise keine Pause. Dann sind Michael Meyer, der ausgebildeter Feldkoch ist, und die Feldküchengruppe der Celler Johanniter sofort zur Stelle. Besonders gut gefällt ihm dabei, dass kein Einsatz dem anderen gleicht. „Jeder ist eine neue Herausforderung. Wir müssen uns immer wieder neu organisieren. Es gibt dabei keine Routine. Wenn alles klappt, ist das schon ein schönes Gefühl“, erzählt Michael Meyer, der hauptberuflich als Zollbeamter arbeitet.

Auch Ehefrau und Tochter bei Johannitern

Rückhalt für sein Ehrenamt bekommt er von seiner Familie. Seine Ehefrau Katrin ist überhaupt erst der Grund, warum der gebürtige Uelzener 2008 zu den Johannitern kam. „Katrin war bei der damaligen Johanniter-Reiterstaffel aktiv und ich wollte gerne mehr gemeinsame Zeit mit ihr verbringen. So bin ich einfach mitgekommen.“ Und das Helfer-Gen haben die beiden auch an ihre jetzt schon erwachsene Tochter Milena weitergegeben. Bis sie Celle wegen Studium und Ausbildung verlassen hat, war auch sie bei der JUH aktiv. Das Helfen liegt bei den Meyers in der Familie.

"Wertvolle Arbeit für uns alle“

Sven Heine, ehrenamtlicher Regionalvorstand im Verband Harz-Heide, freut sich, so engagierte Menschen zu haben. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich Menschen ehrenamtlich einsetzen. Sie leisten eine wertvolle Arbeit für uns alle.“

Die Möglichkeiten bei den Johannitern mitzuhelfen, sind vielfältig. Wer sich für eine Tätigkeit im Bevölkerungsschutz oder Sanitätsdienst interessiert, kann mit Zugführer Christoph te Uhle per E-Mail an christoph.teuhle@johanniter.de Kontakt aufnehmen.