Weihnachtsmärkte

Vereine bringen Vorfreude auf die Feiertage

Am Feuerwehrhaus in Eversen und vorm Rathaus in Hermannsburg: Diese Weihnachtsmärkte haben am Wochenende Besucher in den Nordkreis gelockt.

  • Von Jana Wollenberg
  • 04. Dez. 2022 | 19:22 Uhr
  • 04. Dez. 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 04. Dez. 2022 | 19:22 Uhr
  • 04. Dez. 2022
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In Eversen steht die Gemeinschaft im Ort im Mittelpunkt des Marktes, hier kommen die Besucher miteinander ins Gespräch und stöbern in den Waren lokaler Aussteller. 
Celle:.

Wärmende Holzfackeln säumen den Weg von der Straße zur Fläche hinter dem Feuerwehrgerätehaus in Eversen. Rund um den Platz sind festlich geschmückte Buden und Zelte aufgebaut, beleuchtet von langen Lichterketten, die von einem Stand zum nächsten reichen. Zwischen den Erwachsenen, die an diesem Samstagnachmittag gekommen sind, um Nachbarn und Freunde zu treffen, einen Glühwein oder ein Bier zu trinken und über den Everser Weihnachtsmarkt zu stöbern, huschen zahlreiche Kinder umher.

Für etwas Wärme sorgen eiserne Tonnen, gefüllt mit Kohle oder Feuerholz und mit Tischplatten und Schornsteinen ausgestattet. Das sichere Entzünden haben Fachleute übernommen: Veranstalter des Marktes ist wie in jedem Jahr die Ortsfeuerwehr Eversen. Und so sind es auch Kameraden der Wehr, die hier heiße und kalte Getränke über die Theken reichen.

Vereine bringen sich ein

Es wurde Zeit, dass der Markt wieder stattfindet, findet Claudia Buhr: „Viele lokale Vereine sind hier vertreten und auf dem Weihnachtsmarkt trifft man sich.“ Mit dieser Meinung dürfte sie nicht alleine sein, es scheint, als sei der halbe Ort an diesem Samstag auf den Beinen. „Das Besondere in Eversen ist: Wenn ein Verein etwas macht, kommen alle“, meint die 56-Jährige. Gerade hat der Männergesangverein seinen Auftritt beendet, mit klassischen Weihnachtsliedern und Begleitung auf der Gitarre haben die Sänger festliche Stimmung verbreitet. Auch der Posaunenchor und der Spielmannszug des Schützenvereins sollen noch zum musikalischen Programm beitragen, erzählt Claudia Buhr. Und auch die Schule und der Kindergarten sind auf dem Markt vertreten.

Es scheint, als sei der halbe Ort zum Weihnachtsmarkt in Eversen gekommen, den die Ortswehr jedes Jahr hinter dem Feuerwehrhaus ausrichtet. 

Besonders die Kinder zieht es zur Bude des Kindergartens: An bunten Schnüren hängen, hinter einer Bretterwand verborgen, kleine Beutel mit verschiedenen Preisen. Kleine Spiele und Bücher können die jungen Besucherinnen und Besucher des Marktes hier gewinnen. Ohne anzustehen geht das aber nicht – eine beachtliche Schlange hat sich vor der Bude gebildet. An einigen Ständen präsentieren die Aussteller ihr Handwerk: Honig aus der lokalen Imkerei, Produkte einer Fleischerei aus dem Ort, Selbstgemachtes aus Stoff und Holz. Die Gemeinschaft steht auf dem Everser Weihnachtsmarkt im Mittelpunkt, jeder scheint hier jeden zu kennen. Wer nicht an den Ständen anhält, um eine Kleinigkeit zu kaufen, bleibt für einen kurzen Plausch stehen.

Am Hermannsburger Rathaus

In Hermannsburg lockt der Duft nach frischen Waffeln die Besucher des Weihnachtsmarkts schon am Mittag auf den Platz vor dem Rathaus. Zwischen den mit Lichterketten geschmückten Bäumen, die den Weg von der Straße „Am Markt“ zum Verwaltungssitz der Gemeinde Südheide zieren, sind die Marktstände dicht aneinandergereiht. Auch hier sind es die Vereine aus der Gemeinde, die das Angebot auf dem Markt gestalten. So unterstützen die Einnahmen von den Ständen mit Waffeln, Crêpes, Bratäpfeln, Glühwein und Punsch zum Beispiel an die Jugendfeuerwehr und den Lions Club, die Landfrauen boten im Sitzungssaal des Rathauses die Möglichkeit, eine Auszeit von der Kälte zu nehmen und sich bei Kaffee und Kuchen aufzuwärmen. Mit einem Tombola-Los konnten Gäste die Kindergärten in der Südheide unterstützen. Das musikalische Programm des Weihnachtsmarkts in Hermannsburg gestalten die Besucher beim gemeinsamen Weihnachtslieder-Singen selbst mit.

Schon am frühen Nachmittag des Adventssonntags ist der Markt in Hermannsburg gut besucht. Gemeinsam werden Weihnachtslieder gesungen, das Angebot haben lokale Vereine und Einrichtungen mitgestaltet.

„Ich war tatsächlich noch nie hier“, erzählt Stefanie Franke-Fischer, die den Stand mit ihrem Schmuck gegenüber der Eingangstür des Rathauses aufgebaut hat. Und das, obwohl sie in Hermannsburg aufgewachsen ist, erzählt die Goldschmiedin, und ihre Werkstatt noch heute im Ort hat. „Im Advent bin ich normalerweise auf größeren Veranstaltungen unterwegs“, meint sie. So blieb nie Gelegenheit, den Weihnachtsmarkt in der eigenen Heimat zu erkunden – bis in diesem Jahr. In diesem Jahr habe sie bei der Gemeinde angefragt und noch kurzfristig einen Platz bekommen. „Es ist toll, dass so viel los ist“, meint Franke-Fischer. „Damit habe ich nicht gerechnet.“ Tatsächlich ist das Marktgelände schon am frühen Nachmittag gut gefüllt, bis in den Abend hinein können die Besucher noch das Angebot erkunden und die festliche Stimmung genießen.

Im Garten des Stadtpalais

Abseits vom Celler Weihnachtsmarkt, direkt am Französischen Garten, hat sich der Biergarten des Stadtpalais in einen festlichen Wald aus Tannen und Lichtern verwandelt. „Ich komme jedes Jahr für den Weihnachtsmarkt nach Celle“, erzählt eine Besucherin, die sich mit zwei Freundinnen einen Platz auf den Bänken zwischen den Tannen gesucht hat. Sie selbst ist in Celle aufgewachsen und lebt inzwischen in Hannover.

„Hiervon haben wir zufällig erfahren. Es ist echt schön geworden“, meint sie mit einem Blick über das winterlich geschmückte Gelände. Nach einem Bummel über den Markt in der Altstadt hätten sie und ihre Freundinnen sich für ein Getränk etwas abseits vom Trubel zwischen den Fachwerkhäusern entschieden. „Der Glühwein darf natürlich nicht fehlen.“