Wahlkampf der CDU in Celle

Friedrich Merz spricht über Energiekrise und Alpha-E

Im Rahmen des Wahlkampfes sprach CDU-Chef Friedrich Merz in Celle über Kernkraft, Henning Otte und den möglichen Trassenneubau durch den Landkreis Celle.

  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 24. Sept. 2022 | 16:02 Uhr
  • 24. Sept. 2022
  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 24. Sept. 2022 | 16:02 Uhr
  • 24. Sept. 2022
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Celle.

Die Energiekrise und der geplante Trassenneubau durch den Landkreis sind aktuell die Themen, die die Menschen rund um Celle wohl am meisten beschäftigen. Dementsprechend waren es auch diese beiden Schwerpunkte, die beim Besuch von Bundes-CDU-Chef Friedrich Merz in Celle oberste Priorität hatten. "Wir müssen runter von den hohen Energiepreisen, die Menschen müssen es sich ohne wenn und aber leisten können, zu heizen", sagte er im Rahmen einer CDU-Wahlkampfveranstaltung auf dem Großen Plan.

"Die Gasumlage muss besser gestern als heute vom Tisch."

Alexander Wille (CDU-Landtagskandidat)

Bereits im Vorfeld von Merz' Ansprache betonten die beiden Landtagskandidaten Alexander Wille (Wahlkreis Celle) und Jörn Schepelmann (Wahlkreis Bergen) bereits die Wichtigkeit dieser Themen. "Die Gasumlage muss besser gestern als heute vom Tisch", forderte Wille vor rund 200 Zuhörern – und erntete dafür ordentlich Applaus. Friedrich Merz nahm diesen Faden direkt auf. "Damit die Energiepreise wieder runtergehen, müssen zunächst genau zwei Dinge geschehen. Der Krieg in der Ukraine muss aufhören. Und wir müssen die Möglichkeiten zur Energiegewinnung, die wir in Deutschland zu Genüge haben, auch ordentlich ausschöpfen."

Kernenergie als einzige kurzfristige Möglichkeit

Der CDU-Chef nimmt spielt damit auf die anhaltende Diskussion zum Thema Kernenergie an. Die Bundesregierung hatte im Frühjahr nach einer Prüfung den Weiterbetrieb der Reaktoren abgelehnt, hat nun aber einen zweiten sogenannten Stresstest für den Stromsektor auf den Weg gebracht. In der aktuellen Situation überhaupt daran zu denken, Stromerzeugungskapazitäten stillzulegen, sei laut Merz "völlig absurd". "Wir haben drei Kernkraftwerke in Deutschland, die zu den sichersten der Welt zählen. Sie weiter zu betreiben, ist durch aus zu verantworten und unsere einzige Chance, vernünftig durch diesen Winter zu kommen."

Vergleich zwischen Olaf Scholz und Angela Merkel

Er fordert deswegen eine klare Linie von der Regierung. Es könne nicht Deutschlands Anspruch sein, mit Vollgas auf eine extreme Krise zuzusteuern, während sich Finanz- und Wirtschaftsminister von einem öffentlichen Streit zum nächsten hangeln. "Wo ist unser Bundeskanzler in dieser Situation? Mit Verlaub, unter Angela Merkel hätte es solch ein Koalitionschaos nicht gegeben."

"Sie haben mit Henning Otte einen richtig guten Abgeordneten in Berlin sitzen"

Friedrich Merz (CDU-Vorsitzender)

Lobende Worte hatte Merz unterdessen für den Celler Bundestagsabgeordneten Henning Otte übrig. "Sie haben einen richtig guten Abgeordneten in Berlin sitzen", sagte er. Ein nicht unbedeutender Faktor, wenn Themen, die Celle beschäftigen, bis zur Bundesregierung vordringen sollen. "Alexander Wille und ich werden uns mit aller Konsequenz dafür einsetzen, einen Trassenneubau durch unseren Landkreis zu verhindern", betonte Schepelmann. "Man kann nicht einfach über den Willen der Bevölkerung so etwas beschließen. Wir werden als CDU geschlossen für Alpha-E einstehen, das kann ich versprechen. Die Bestandsstrecken ausbauen ist hier das Mittel der Wahl."

Kritik an Vorgehen der Deutschen Bahn

Bestätigung bekam er vom CDU-Chef: "Natürlich ist der Ausbau der Infrastruktur wichtig und auch Hochgeschwindigkeitstrassen werden gebraucht." Die Interessen der Deutschen Bahn würden in diesem Fall aber über die Interessen einer ganzen Region gestellt. Das sei die "pure Arroganz eines Staatskonzerns", so Merz.