VHS-Bildungsfestival

Bewegende Eindrücke aus Celles Partnerstadt Sumy

Celles Partnerstadt Sumy ist vom Krieg schwer beschädigt worden. Doch auch dort beweisen die Ukrainer, wie sehr sie ihrer Heimat verbunden sind.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 03. Juli 2022 | 17:53 Uhr
  • 03. Juli 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 03. Juli 2022 | 17:53 Uhr
  • 03. Juli 2022
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Celle.

Im Innenhof des Gebäudes der Volkshochschule (VHS) schützt ein großes Zelt vor der Sonne, bunte Fähnchen an den Spannseilen flattern im Wind. Sitzbänke und Tische machen den Hof einladend, doch er ist fast menschenleer. Nicht etwa weil das gestrige Bildungsfestival keine Besucher hätte. Nein: Es drängen sich nur gerade so viele Zuhörer im Saal des VHS-Gebäudes, dass Nachzügler keinen Sitzplatz bekommen und stehen. Oksana Kubrak, Leiterin der Abteilung Strategische Entwicklung der Stadt Sumy, berichtet dort auf Ukrainisch über Celles Partnerstadt. Kateryna Onopriienko, Mitarbeiterin des Lifelong Learning Center mit Sitz in Sumy und Frankfurt, übersetzt simultan ins Deutsche.

Bilder aus Sumy in Friedenszeiten

Eine Präsentation unterstützt den Vortrag. Eine Übersetzung ist nicht nötig – die Bilder wirken auch so. Die erste Hälfte zeigt die Stadt mit 145 Quadratkilometern Fläche und rund 260.000 Einwohnern, bevor der Krieg ausbrach. "Unsere Stadt ist eine sehr kulturelle Stadt, wir haben viele Museen und ein Sportstadion", übersetzt Onopriienko.

Ein Image-Film der Stadt kommt ebenfalls ohne Untertitel aus. Die Kamera fliegt über die spätsommerliche Stadt, im Sonnenschein sind belebte Wohnblöcke zu sehen, Menschen, die in Parks joggen oder gemeinsam spazieren gehen, Szenen eines abendlichen Konzerts. "Sumy ist mehr, als wir sehen, es ist der Platz, wo wir leben. Aber der 24. Februar ist der Tag, der alles geändert hat", übersetzt Onopriienko.

Dank für Chance in Celle

Neben den beiden Referentinnen sind sechs weitere Ukrainerinnen in die VHS gekommen. "Wir möchten uns bedanken, dass Sie uns die Chance geben, in Ihrer Stadt zu bleiben, und dass hier unsere Kinder ohne Trauma aufwachsen können", sagt die Übersetzerin.

Eindringliche Bilder der Kriegszerstörung

Ein weiterer Film zeigt die Folgen der dreimonatigen Angriffe auf Sumy, einige der Ukrainerinnen verlassen den Raum. Manche der Gebäude erkennt man noch wieder, aber sehr viel liegt in Trümmern. In kurzen Interviews berichten sie aus Celles Partnerstadt über kaputte Häuser, getötete Angehörige, Verlust, Leid und Zerstörung.

"Unsere Stadt wurde ein bisschen weniger bombardiert als Charkiw oder größere Städte, aber Sie sehen, wie schlimm es ist", übersetzt Kateryna Onopriienko. Und Oksana Kubrak bekräftigt: "Wir hoffen, dass der Krieg bald aufhört, und dann werden wir unsere Stadt wieder so aufbauen wie in den ersten Bildern."

Von Benjamin Behren