Tragisches Unglück

Vierjähriger stirbt bei Verkehrsunfall in Celle

Bei einem tragischen Unfall in Celle hat ein vierjähriger Junge sein Leben verloren. Bruder und Vater haben das Unglück mit ansehen müssen.

  • Von Jana Wollenberg
  • 15. Aug. 2022 | 19:09 Uhr
  • 26. Aug. 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 15. Aug. 2022 | 19:09 Uhr
  • 26. Aug. 2022
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Celle.

Trauer, Verzweiflung und Fassungslosigkeit herrschten am Montagmittag am Rande der Baustelle auf dem Wilhelm-Heinichen-Ring. Hier hatte erst eine Stunde zuvor ein Vierjähriger bei einem tragischen Unfall sein Leben verloren. Der Junge wurde mitten im Baustellenbereich von einer Teerwalze erfasst. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Das Kind verstarb noch am Unfallort. Am Rande des Baustellenzauns hinter der Polizeiabsperrung hat sich eine Gruppe Menschen versammelt. Einige von ihnen schweigen schockiert, finden keine Worte für das Unfassbare. Sie wollen den Familienangehörigen beistehen, die in ihrer Trauer laut weinend beisammenstehen. Wenige Meter von ihnen entfernt zeugt ein stark deformiertes Kinderfahrrad noch von dem Unfall, der das Leben der Familie, von Freunden und auch der Bauarbeiter von einer Sekunde auf die andere so sehr verändert hat.

Vater und Bruder mussten das Unglück mit ansehen

Ein Notfallseelsorger war vor Ort, um die am Unfall Beteiligten, darunter auch den 57 Jahre alten Fahrer der Walze, sowie die Angehörigen des Jungen zu betreuen. Denn der zwei Jahre ältere Bruder und der Vater des Vierjährigen hatten das Unglück mit ansehen müssen: Nach Auskunft der Polizei war die Familie gegen 12.40 Uhr in der in den Wilhelm-Heinichen-Ring mündenden Haydnstraße unterwegs. Die beiden Kinder fuhren mit ihren Fahrrädern vorweg, ihr Vater joggte hinterher. Während der ältere Bruder den Wilhelm-Heinichen-Ring bereits überquert hatte, folgte der Fünfjährige seinem Bruder auf dem Rad und wurde dabei von dem zurücksetzenden Baustellenfahrzeug erfasst.

„Natürlich stehen nach diesem furchtbaren Unfall alle unter Schock“, sagt Polizeisprecher Thorsten Wallheinke bewegt. So konnte die Polizei am Montag noch wenige Details mitteilen, erst in den kommenden Tagen sollen Befragungen des Familienvaters und des Fahrers der Arbeitsmaschine weitere Erkenntnisse zum Unfallhergang liefern.

Viel Mitgefühl für die Familie des Jungen

„Es ist noch Gegenstand der Ermittlungen, inwieweit das hätte passieren dürfen“, so der Polizeisprecher. Unklar ist dabei, wie die Regeln für Fußgänger und Radfahrer an dieser Stelle der Baustelle aussehen. Am Unfallort befindet sich zwar eine Ampel für Fußgänger, doch: „Die zeigt dauerhaft rot“, sagt Wallheinke. Nun soll geklärt werden, ob das Überqueren der Straße in dem Bereich während der Bauarbeiten erlaubt ist. Am Nachmittag war ein Sachverständiger vor Ort, um den Unfallhergang zu rekonstruieren. Der Wilhelm-Heinichen-Ring blieb während der Unfallaufnahme für mehrere Stunden gesperrt.

Ein Unfall, der in der gesamten Stadt und im Landkreis Celle großes Mitgefühl ausgelöst hat: Zahlreiche Beileidsbekundungen waren in sozialen Medien zu lesen, nachdem bekannt wurde, dass der Vierjährige bei dem Unfall ums Leben gekommen war. „Mein herzliches Beileid der Familie, den Verwandten und Freunden. Wir sind in Gedanken mit ihnen verbunden“, schrieb eine Facebook-Nutzerin. „Es ist kaum in Worte zu fassen, wenn ein Mensch so aus dem Leben gerissen wird“, lautete ein weiterer von mehr als 100 Kommentaren, die der Familie ihr Mitgefühl aussprachen. Und auch den Einsatzkräften, die vor Ort waren, und dem Fahrer des Baufahrzeugs wünschten die Facebook-Nutzer Kraft, um das am Unfallort Erlebte zu verarbeiten.