Terrormiliz

Mutmaßliches IS-Mitglied vor Celler Gericht

Ein mutmaßliches IS-Mitglied kommt in Celle vor Gericht. Der 27-jährige Deutsche soll sich im Umfeld des IS-Deutschland-Chefs Abu Walaa radikalisiert haben.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 22. Jun 2022 | 08:47 Uhr
  • 22. Jun 2022
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  • 22. Jun 2022 | 08:47 Uhr
  • 22. Jun 2022
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Celle.

Die Hauptverhandlung in dem Staatsschutzverfahren beginnt am 15. August, wie das Oberlandesgericht am Mittwoch mitteilte. Die Generalstaatsanwaltschaft Celle wirft dem 27-jährigen Deutschen aus dem Raum Hildesheim unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor.

Im Dunstkreist von IS-Deutschland-Chef Abu Walaa radikalisiert

Der Angeklagte soll vor seiner Ausreise nach Syrien im August 2015 regelmäßig die Moschee des inzwischen verbotenen Vereins «Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim» besucht und sich im Umfeld des IS-Deutschland-Chefs Abu Walaa radikalisiert haben. Der junge Mann soll dort an Ramadan-Seminaren des mittlerweile zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilten Predigers Abu Walaa teilgenommen haben.

Militärischen Trainingslager in Syrien besucht

Im August 2015 soll er im Alter von 20 Jahren nach Syrien ausgereist sein und sich dort bis mindestens Januar 2016 der Terrormiliz als Mitglied angeschlossen haben. In einem militärischen Trainingslager habe er den Umgang mit Waffen, Sprengstoffen und Kampftechniken erlernt. Danach soll er einer Eliteeinheit des IS angehört haben, um am bewaffneten Kampf vor allem durch Anschläge oder Attentate inner- und außerhalb Syriens teilzunehmen.

Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat

Dem Gericht zufolge ist der Angeklagte auch der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat hinreichend verdächtig. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte bereits im Mai 2021 Anklage erhoben und mitgeteilt, dass der Angeklagte sich nicht in Untersuchungshaft befindet. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Von Dpa