Steigende Kosten

So fit sind Celler Banken für Energiekrise

Steigende Kosten, unsichere Gaslieferungen aus Russland, ein schwer einzuschätzender Herbst und Winter – Celler Banken stellen sich für Zukunft auf.

  • Von Benjamin Behrens
  • 12. Sept. 2022 | 17:19 Uhr
  • 13. Sept. 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 12. Sept. 2022 | 17:19 Uhr
  • 13. Sept. 2022
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Celle.

Wer heutzutage sein Einfamilienhaus baut, der denkt auch an zukunftssichere Energiekonzepte. Doch wie werden solche Themen bei den Institutionen angegangen, bei denen Sparen zur Kernkompetenz gehört? Schließlich geht die Fertigstellung des Sparkassen-Kompetenzcenters an der Hannoverschen auf die Zielgerade. Und auch die Hannoversche Volksbank hat im Celler Raum eine Reihe von Filialen, die fit sein müssen für die Energiekrise und den Herbst und Winter.

„Die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg betrachtet fortlaufend die Energiekosten bei den Bestandsgebäuden, also auch bei Neubauten. Hierbei sind wir stets darauf bedacht, die unmittelbaren, regionalen Möglichkeiten einzubeziehen.“

Sparkassensprecher Eike Fromhage

Sparkasse setzt in Celle auf regionalen Ökostrom

„Die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg betrachtet fortlaufend die Energiekosten bei den Bestandsgebäuden, also auch bei Neubauten. Hierbei sind wir stets darauf bedacht, die unmittelbaren, regionalen Möglichkeiten einzubeziehen“, sagt Sparkassensprecher Eike Fromhage. So beziehe man mittlerweile großflächig im Geschäftsgebiet Ökostrom, bei Neubauten werde, wenn möglich, auf regenerative Energiequellen gesetzt – so auch an der Hannoverschen Heerstraße. „Einige unserer Gebäude sind bereits mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet und auch Geothermie ist zum Beispiel bei unserem Neubau Celle-Süd ein zentraler Baustein des Energiemanagements“, ergänzt Fromhage.

Verbrauch fossiler Brennstoffe beim Heizen reduziert

Soweit möglich werde zum Heizen so weit wie möglich auf fossile Brennstoffe verzichtet, dabei werde für jeden Standort im gesamten Geschäftsbereich ein individuelles Konzept erstellt. Beide Kompetenzcenter-Standorte verfügen über große Digital-Anzeigen an der Fassade – wie passen diese in ein Stromsparkonzept?

„Wir gehen weiterhin davon aus, dass unsere aktuellen Neubauten in Celle, wie auch in Gifhorn und Wolfsburg unter Einhaltung der geplanten Kosten fertiggestellt werden.“

Sparkassensprecher Eike Fromhage

„Die Medienfassade der Filiale Celle Vorstadt wird aktuell von 16 bis 22 Uhr mit Inhalten bespielt. Gleiches gilt im Übrigen auch für den Großteil der digitalen Medienboards anderer Filialen, so dass hier sukzessive Einsparpotenziale genutzt werden“, erläutert Fromhage. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass unsere aktuellen Neubauten in Celle, wie auch in Gifhorn und Wolfsburg unter Einhaltung der geplanten Kosten fertiggestellt werden.“

Auch Volksbank stellt sich in Celle für Energiekrise auf

Auch die Hannoversche Volksbank ist entsprechend aufgestellt. „Die Hannoversche Volksbank ist mit ihren Niederlassungen, unter anderem der Volksbank Celle, bereits vor einigen Jahren das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ angegangen. So werden bei Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen grundsätzlich modernste und somit energiesparende Technologien verwendet und zum Beispiel auf LED-Beleuchtung gewechselt“, sagt Pressesprecher Matthias Mollenhauer. „Darüber hinaus hat sich in der Volksbank ein ‚Klimaschutz-Team‘ gebildet, das aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den verschiedensten Fachbereichen und Standorten besteht.

Dieses Team hat Ideen gesammelt, die schon jetzt mit unmittelbarer Wirkung am Arbeitsplatz einen Beitrag zur Energieeinsparung leisten können“, sagt Mollenhauer. Die Ansätze greifen bei simplen, aber effektiven Punkten: Licht ausschalten bei Sonnenschein, Abschalten von Klimaanlagen eine halbe Stunde vor Feierabend, Ausschalten von nicht genutzten Elektrogeräten.

Volksbank nur Mieter von Immobilien

Bauliche Maßnahmen kann die Volksbank nicht selbst umsetzen. „Die Volksbank Celle, Niederlassung der Hannoverschen Volksbank, ist in allen Fällen lediglich Mieter der Standorte“, sagt Mollenhauer.

Stromausfälle wirkten sich in Vergangenheit stark aus

Nachhaltigkeit ist ein Aspekt eines Energiekonzeptes einer Bank – ein anderer ist die Sicherheit. 2008 legte etwa ein Stromausfall 150 Sparkassen lahm. Kunden in Nord- und Ostdeutschland konnten an Automaten zeitweise kein Geld abheben. Auch das Online-Banking funktionierte nicht. 2014 legte ein Blackout mehrere Filialen der Hannoverschen Volksbank lahm. In den Bereichen Burgwedel, Wettmar, Ehlershausen und Otze waren Geschäftsstellen und SB-Filialen stromlos.

„Noch sehen wir nicht das Szenario, dass wir im Dunkeln sitzen. Das ist ja auch die Ansage der Großindustrie, die ja solche Szenarien eher auf das Frühjahr skizzieren. Bis dahin werden wir gewappnet sein.“

Volksbank-Pressesprecher Matthias Mollenhauer

Notfallpläne für Strom und Gas in Entwicklung

Wie sieht es aktuell aus, gerade im Hinblick auf die Energiekriese und den unsicheren Herbst. „Unser Gebäudemanagement ist dabei, einen Notfallplan auszuarbeiten. Der ist noch nicht im Detail so weit, dass man sagen kann, was an welcher Stelle greift. Das Szenario hat es in der Form noch nicht gegeben, wie es jetzt droht. Bislang waren es immer punktuelle Stromausfälle, die sich schnell beheben ließen. Es wird einen Strom-Notfallplan geben, genauso wie es auch einen Gas-Notfallplan geben wird“, versichert Mollenhauer. „Noch sehen wir nicht das Szenario, dass wir im Dunkeln sitzen. Das ist ja auch die Ansage der Großindustrie, die ja solche Szenarien eher auf das Frühjahr skizzieren. Bis dahin werden wir gewappnet sein.“

Die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg machte bislang auf CZ-Anfrage noch keine Angaben zu entsprechenden Konzepten.