Stadtentwicklung in Celle

Nordwall: Allerland plant um

Eine neue Fördermittelkulisse zwingt die Celler Allerland, die am Nordwall unter anderem ein Hotel bauen wollte, zum Umplanen. Das ändert sich.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 11. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 17. Nov. 2022
Auf den Baufeldern am Nordwall hat sich noch nichts getan. Die weggebrochene Förderkulisse hat die Allerland gezwungen, die Projekte noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.
  • Von Gunther Meinrenken
  • 11. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 17. Nov. 2022
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Celle.

Es hätte alles so schön sein können, doch dann haben sich die Rahmenbedingungen "dramatisch verschlechtert", wie es Manfred Lork, Geschäftsführer der Allerland Immobilien GmbH, formuliert. "Bis Dezember vergangenen Jahres hatten wir einen super Fahrplan für unsere Projekte. Bis auf die Baupreise war alles top. Dann ist die Förderkulisse weggebrochen und die Zinsen haben sich vervierfacht", erläutert Lork. Die Folgen: Statt dass sich am Nordwall wie ursprünglich geplant seit April die Baukräne drehen, rauchen bei den Planern der städtischen Wohnungsbaugesellschaft die Köpfe. Erstes Ergebnis: Die Bebauung wird in erheblichem Umfang umgekrempelt.

Projekt für 33 Millionen Euro

33 Millionen Euro umfasst das Investitionsvolumen am Nordwall insgesamt. 11 Millionen Euro sind für den Bau eines 98-Zimmer-Hotels, das von der Kette B&B betrieben werden soll, vorgesehen und 22 Millionen Euro für die Wohnbebauung. Für diese Summe sollten drei Gebäude mit insgesamt 18 Wohneinheiten im Segment geförderter Wohnungsbau an das Hotel angeschlossen werden und auf dem östlichen Baufeld wollte die Allerland 55 frei finanzierte Wohneinheiten schaffen. Diese Pläne gehören der Vergangenheit an.

"Wir wollen zusammen mit der Stadt an unseren Investitionsplänen festhalten, solange sie sich wirtschaftlich realisieren lassen."

Manfred Lork, Geschäftsführer Allerland

Veränderte Förderkulisse

"Bei den Gesamtkosten haben wir mit 2,6 Millionen Euro an Fördermitteln kalkuliert", sagt Lork. Doch die Bundesregierung hat die Zuschüsse für den frei finanzierten Wohnungsbau gestrichen. "Wir wollen zusammen mit der Stadt an unseren Investitionsplänen festhalten, solange sie sich wirtschaftlich realisieren lassen", sagt Lork. Durch die veränderte Förderkulisse sei die Allerland gezwungen gewesen, "unser Vorhaben an die veränderten Parameter anzupassen", erklärt Rafael Wiglenda, Bereichsleiter Technisches Immobilienmanagement bei der Allerland.

Der in der Bevölkerung und in der Politik umstrittene Hotelneubau soll weiter in Richtung Osten eingerückt werden.

Wohnblöcke am Hotelneubau entfallen

"Das bedeutet: Da es für geförderten Wohnungsbau noch Fördergelder gibt, werden wir auf dem östlichen Baufeld vom frei finanzierten Wohnungsbau komplett auf geförderten Wohnungsbau umschwenken. Dort wollen wir jetzt zwischen 50 und 60 Wohneinheiten schaffen, die öffentlich gefördert werden", geht Wiglenda ins Detail. Auf die geplanten Wohnblöcke, die sich an das B&B-Hotel anschließen sollten, wird die Allerland nach dem aktuellen Stand komplett verzichten.

"Wir wollen immer maximal nachhaltig bauen."

Rafael Wiglenda, Bereichsleiter Technisches Immobilienmanagement Allerland

B&B-Hotel wird "in die Länge gezogen"

Das hat auch Konsequenzen für den Hotelneubau, der in Teilen der Celler Bürgerschaft und der Politik wegen seiner Höhe und der unmittelbaren Nähe zur Altstadt umstritten ist. "Wir werden das Gebäude etwas in die Länge ziehen und in Richtung Osten einrücken", kündigt Lork an. Dadurch würde der Bau am Eingang zur Innenstadt nicht mehr so dominant wirken.

Energetische Versorgung noch nicht entschieden

Ob die Allerland bei der energetischen Versorgung der Neubauten nach wie vor auf Geothermie setzen wird, stehe noch nicht fest. "Wir wollen immer maximal nachhaltig bauen. In welcher Ausprägung das möglich sein wird, wird sich zeigen. Geothermie ist denkbar, ist aber auch von den Flächen abhängig", sagt Wiglenda.

Baukräne im Frühjahr?

Einen genauen Zeitplan möchte die Allerland im Augenblick nicht nennen. "Wir hoffen darauf, dass sich das Niveau der Baupreise etwas nach unten bewegen wird, weil in der Zwischenzeit einige Projekte wegen der veränderten Rahmenbedingungen storniert worden sind", sagt Lork. Ein Generalunternehmer sei noch nicht vertraglich gebunden worden. Sollte man hier keine adäquaten Angebote erhalten, würde man die Gewerke einzeln ausschreiben. "Wir hoffen, dass sich im Frühjahr die Baukräne drehen werden", so der Geschäftsführer der Allerland.