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"Victoria"

Es gibt Zufälle, die sind nicht zu glauben: Wen ein Freund auf dem Titel eines Heftes entdeckt hat. Eine Glosse von Jürgen Poestges.

  • Von Jürgen Poestges
  • 01. Juli 2022 | 08:00 Uhr
  • 01. Juli 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 01. Juli 2022 | 08:00 Uhr
  • 01. Juli 2022
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Celle.

Es gibt ja so Sachen, die glaubt man nur, wenn man sie selbst erlebt hat. Also Ufo-Sichtung, Yeti-Treffen oder Nessie streicheln, das freundliche Monster aus dem Loch Ness in Schottland. Das ist dann halt Zufall. So etwas in der Art ist mir jetzt passiert. Also – nur ohne Aliens, Yeti und Nessie. Allerdings mit einer nicht entsorgten Zeitschrift.Mein Freund Michael war wieder mal in Celle. Er ist Lehrer an einer deutschen Schule in Südafrika, in Kapstadt. Nun besuchte er in der Heimat seine Eltern in Westercelle. Und wir haben uns auf ein Bier getroffen.

Werbung halt

Da er unsere neue Wohnung noch nicht kannte, kam er noch einmal mit zu uns nach Hause. Nach dem obligatorischen Rundgang stutzte er plötzlich, schaute auf eine Zeitschrift, die eher aus Zufall noch auf dem Schrank lag. Eigentlich hätte sie schon lange im Papierkorb entsorgt werden sollen. „Victoria“ heißt sie und kam mit einem Paket in Haus, in dem ein Kleid zugeschickt wurde. Werbung halt, dachten wir.Auf dem Titelbild ein lächelndes hübsches Model, wir hatten gar nicht weiter drauf geachtet. Nach Michaels erstauntem Ausruf jedoch schauten wir mal genauer. Er erkannte sofort die Schwester seiner Lebensgefährtin.

Zehn Seiten über Waridi

Waridi Schrobsdorff ist gebürtige Kenianerin, lebt jetzt in Berlin und unterstützt inzwischen afrikanische Designerinnen dabei, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Und vor kurzem hat sie noch ihre Schwester in Südafrika besucht und dabei auch Michael getroffen. In dem Heft ist eine zehnseitige Geschichte über sie zu lesen, inklusive Interview mit Nina Ruge.So ist das halt mit den Zufällen. Hätte (hätte Fahrradkette) das Heft nicht an genau dem Platz gelegen und wäre Michael nicht gekommen, läge die „Victoria“ jetzt im Müll. Stattdessen macht sie sich nun auf die Reise nach Südafrika. Hat die ein Glück.