Songs of Celle

Besonderer Abend am besonderen Ort

"Songs of Celle" bietet im Schloss-Innenhof ein tolles Programm mit Musik und Gedichten.
  • Von Jürgen Poestges
  • 30. Juni 2022 | 16:00 Uhr
  • 30. Juni 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 30. Juni 2022 | 16:00 Uhr
  • 30. Juni 2022
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Celle.

Wo ansonsten das Celler Schlosstheater den Kaiser Romulus den Großen das Römische Reich zugrunde richten lässt, da standen am Dienstagabend „Songs of Celle“ auf dem Programm. „Es war in organisatorischer Hinsicht das Herausforderndste, Songs of Celle‘, das wir je hatten“, erklärt Organisator Volker Mertins, „und in musikalischer Hinsicht das bei Weitem beste.“

"Anna singt" in Kurzform

Dem kann man nur zustimmen. Rund 100 Zuschauer waren in den Innenhof des Celler Schlosses gekommen, um insgesamt neun verschiedene Künstler zu erleben. Am überraschendsten war sicherlich die kleine „Wiedervereinigung“ der Formation „Anna singt“. Denn da musizierten Anna Selvadurai, Anne Papert und Tinatin Tsereteli gemeinsam und spielten drei Songs – wie zum Beispiel „My little Heartbeat“ –, die die Fans schon lange nicht mehr gehört hatten. Unübertroffen ist es, wenn Anna und Tinatin zweistimmig singen, da läuft der ein oder andere Schauer über den Rücken der Zuhörer.

Tinatin beeindruckt

Ebenso beeindruckend war die drei Songs, die Tinatin, teilweise auch mit Unterstützung der Kolleginnen, sich für das Konzert ausgesucht hatte. Ihre deutschen Texte bewegen tief, „Ankunft“ zeigt Gefühlstiefe , die Lieder und werden von Piano oder Gitarre empfindsam unterstützt. Sie sang unter anderem ein Liebeslied auf ihrer Heimat Georgien zunächst in der Landessprache, dann ins Deutsche übersetzt.

Toller Nachwuchs: Gereon überzeugt

Viel hören wird man ganz bestimmt in Zukunft noch von Nachwuchstalent Gereon aus Celle. Er singt und spielt Klavier seit frühester Kindheit und schreibt seit elf Jahren eigene Songs. Jetzt hat er sein Abitur gemacht und strebt ein Musikstudium an. Im „Cäsarentempel“ präsentierte er drei seiner Songs, die textlich eine erstaunliche Weltsicht für einen so jungen Mann aufzeigten. Nicht umsonst war er im vergangenen Jahr Preisträger des Songwriter-Wettbewerbs „Treffen junge Musik-Szene“ in Berlin.

Ein tolles Programm

Das Programm, das Volker Mertins für diese besonderen „Songs of Celle“ zusammengestellt hatte, wurde komplettiert von der Band „Maya“, die einen wundervollen musikalischen Auftakt bildete. Kerstin Bockelmann beschäftigte sich in ihren kleinen Chansons mit dem Thema Liebe, entzückend warmherzig und mit einem Augenzwinkern.

Schriftstellerin Dagmar Westphal behandelte in ihren Gedichten unter anderem auch ihre Heimatstadt Celle, die sie in liebevoll-schmerzhaften Versen würdigte. Es war das erste Mal, dass eine Künstlerin dabei war, die keine Musik machte – eine schöne Bereicherung zum „normalen“ Programm war es auf jeden Fall.

Stimmlich in Form: Hanna Mehl

Hanna Mehl überzeugte in ihren drei Liedern mit einer erstaunlichen stimmlichen Bandbreite. Dazu sorgte sie mit „Wisdom“ für Stimmung auf den Rängen, animierte immer wieder zum Mitsingen. Begleitet wurde sie von Chris Steindamm am Piano, der bereits bei einigen „Rocktail“-Events hinter den Keyboards gesessen hat. Singer und Songwriter Dieter Herrmann aus Burgdorf brachte mit seiner Band „Alle Töne“ sehr persönliche Texte zu Gehör bei sparsamer, aber durchaus passender musikalischer Begleitung mit Gitarre, Bass und Cajon.

Die Gastgeber des Abends, Organisator Mertins und seine Tochter Sarah Fischer, die galant durch den Abend führte, mussten dann darunter leiden, dass sich die vorherigen Interpreten etwas Zeit gelassen hatten. Sie hörten schon nach einem Song auf, damit das gemeinsame Schlusslied, angestimmt von „Gaya“, noch zeitgerecht über die Bühne gehen konnte. Das tat der Begeisterung des Publikums keinen Abbruch, die stehenden Ovationen sprachen für sich.

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