Sicherheit

So entwickelt sich die Zahl der Straftaten mit Messer in Celle

Die Polizeigewerkschaft will Beamte besser vor Angreifern mit Stichwaffen schützen. Nur ein Problem in Großstädten oder auch in Celle?

  • Von Gunther Meinrenken
  • 01. Aug. 2022 | 15:57 Uhr
  • 01. Aug. 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 01. Aug. 2022 | 15:57 Uhr
  • 01. Aug. 2022
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Celle.

"In den letzten Wochen ist die Zahl der Gewalttaten bei denen die Täter Messer eingesetzt haben, insbesondere in der Landeshauptstadt Hannover, spürbar gestiegen. Auch der Blick auf die verfügbaren Statistiken der einzelnen Bundesländer zeigt: Überall hat die Anzahl der Straftaten, bei denen Messer zum Einsatz kamen, über die Jahre zugenommen", sagt Landesvorsitzender Patrick Seegers. In Celle ist es in diesem Jahr zu zwei Vorfällen gekommen, bei denen die Opfer mit einer Stichwaffe verletzt wurden, in einem Fall sogar schwer.

In Celle bei 350 Fällen auf Stichwaffen gestoßen

"In den letzten zwei Jahren sind bei der Polizei Celle 353 Fälle statistisch erfasst worden, bei denen eine Stichwaffe eine Rolle spielt. Hier sind aber auch diejenigen Einsätze mit inbegriffen, in welchen ein Messer gefunden worden ist oder es lediglich im Gesamtsachverhalt eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Eine Aufschlüsselung nach Straftaten, Ordnungswidrigkeiten oder sonstigen Ereignissen erfolgt nicht", teilt Celles Polizeisprecher Dirk Heitmann mit.

Messer hohe Gefahr für Polizeikräfte

Dennoch: "Generell stellen Messer bei polizeilichen Einsätzen eine hohe Gefahr dar. Sie sind, bedingt durch ihre Größe, gut zu verstecken und lassen sich schnell ziehen, um dann schwere Verletzungen verursachen zu können", so Heitmann weiter. Es sei nicht die Regel, dass Personen im öffentlichen Raum mit Stichwaffen angetroffen werden. Es kommt jedoch immer mal wieder zu Einsätzen, bei denen Personen Stichwaffen mit sich führen. "Ob in vielen Fällen ein Messer tatsächlich durch die tragende Person zum Einsatz gebracht werden sollte oder vielmehr zufällig dabei ist, lässt sich nur schwer einschätzen", sagt Heitmann.

Polizeigewerkschaft fordert Taser für Beamte

Das Vorgehen der Beamten vor Ort ist beschränkt. "Man kann nicht einfach alle Beteiligten eines Vorfalls einer Kontrolle unterziehen. Man braucht schon einen Anlass", sagt Seegers, der in Hannover im Lagezentrum arbeitet und von täglichen Vorfällen spricht, "wöchentlich mit Schwerverletzten". Zum besseren Schutz der Polizisten fordert die Polizeigewerkschaft daher die Ausrüstung der Streifenwagen mit so genannten Tasern, damit die Beamten "ein milderes Einsatzmittel als die Schusswaffe zur Verfügung haben". Die Elektroimpulsgeräte, mit denen Angreifer außer Gefecht gesetzt werden können, würden sich besonders als Waffe für mittlere Distanzen gut eignen.