Ruheort Stadtbibliothek

Nicht nur ein Paradies für Bücherwürmer

Die Celler Stadtbibliothek dient als Ruheort, Arbeitsplatz und Treffpunkt. Brettspiele haben durch Corona dort eine Renaissance erlebt.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 07. Dez. 2022 | 11:00 Uhr
  • 07. Dez. 2022
Angebot und Bibliotheksatmosphäre lockt Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 07. Dez. 2022 | 11:00 Uhr
  • 07. Dez. 2022
Anzeige
Celle.

Für viele ist eine Bibliothek ein Ort der Ruhe und der Stille. Eine Stille, die nur durch das Knarren der Dielen, leise geführte Gespräche oder das Blättern in einem der vielen Büchern unterbrochen wird. Doch in einer Zeit, in der man alles und nichts im Internet finden kann und dass ohne das Haus überhaupt verlassen zu müssen, stellen sich einige bestimmt die Frage, ob Bibliotheken noch genutzt werden?

Breite Auswahl für jegliche Altersgruppe

Diese Frage ist für Celle eindeutig mit Ja zu beantworten – die Stadtbibliothek wird von vielen noch häufig frequentiert. Denn in dem dreistöckigen Gebäude findet man ein wahres Medienparadies. Von den altbekannten Büchern, über Zeitungen und Magazine, Hörbüchern und Hörspielen für jegliche Altersgruppen bis hin zu einer breiten Auswahl an DVD und Videospielen findet man alles, was das Herz begehrt. Auch Computer stehen für die Besucherinnen und Besucher bereit. Doch überraschenderweise sind die guten alten Brettspiele momentan der große Renner. „Durch Corona haben die Familien wieder zu den Brettspielen gefunden“, berichtet Bibliothekarin Ramona Ottenbreit. Auch wird die Bibliothek wieder vermehrt durch Familien, die mit ihren lieben Kleinen Zeit in der Kinderabteilung verbringen, genutzt, was „vor allem am Wochenende bemerkbar ist“. „Wir kommen einmal die Woche um Familienzeit mit unserem Kind zu verbringen“, berichtet Birgit Höberlt. Auch Sabrina Santelmann ist oft mit ihren Kindern in der Stadtbibliothek: „Wir blättern und lesen gerne gemeinsam mit den Kindern“.

Größere Auswahl und Platz zum Arbeiten

Aber nicht nur für Familien mit Kindern ist die Bibliothek attraktiv, sondern auch für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Co., wie beispielsweise Sevda Göncmen und Amelie Henning. „Ich bin hier groß geworden“, erzählt Göncmen, die mittlerweile mit Henning an ihren Facharbeiten arbeitet. Dass die Auszubildenden nicht die Bibliothek ihrer Schule, der Albrecht-Thaer-Schule, nutzen, hat auch einen bestimmten Grund: „Die Bibliothek ist sehr klein. Das ist ein Regal, in dem vielleicht ein Buch zu jedem Thema steht. Das reicht nicht.“ In der Stadtbibliothek haben die beiden mehr Auswahl und auch Platz zum Arbeiten, der in der Bibliothek in der BBS III auch nicht vorhanden ist. Die große Auswahl an Büchern ist auch für Jessika Kapello ein Grund, die Stadtbibliothek zu nutzen, und nicht die des KAV, welche ohnehin momentan umzieht.

Strukturiertheit kommt gut an

Um für ihr Fernstudium zu arbeiten und zu lernen, kommt auch Jennifer Hock zweimal die Woche in die Stadtbibliothek. „Ich komme wegen der Ruhe gerne hierher. Auch wenn ich Fragen habe, werde ich eigentlich immer fündig“, berichtet sie. Bei der pädagogischen Fachliteratur findet auch die Referendarin Lara K. eigentlich immer etwas. Sie lobt vor allem die Strukturiertheit und die Auswahl der Bibliothek.

Es kommen wieder mehr Jugendliche

Aber nicht nur für Familienzeit oder zum Lernen kommen Besucherinnen und Besucher in die Stadtbibliothek. Hock nutzt das Angebot der Bibliothek auch gerne privat und besucht zum Beispiel Vorträge. Kapello leiht sich gerne Noten für ihr Instrument aus. Für Holger Müller ist die Bibliothek ein schöner Ort, um Zeitung zu lesen oder in den Bestsellern zu stöbern. Trotz der in der Pandemie zurückgegangenen Besucherzahlen merken die Bibliothekarinnen Ramona Ottenbreit und Dagma Behrens, dass die Bibliothek wieder ein beliebter Treffpunkt geworden ist. „Wir merken, dass mehr Jugendliche kommen, sogar mehr als vor der Pandemie“, berichten sie.

Von Morlin Bollwig