Regisseur Sven Molke

„Für den Film gab‘s eine glatte 1,0“

Der Celler Sven Molke hat einen Film als Bachelor-Arbeit gedreht. Das Musical "Living Your Life" hat am 24. November Premiere.

  • Von Jürgen Poestges
  • 13. Nov. 2022 | 11:05 Uhr
  • 13. Nov. 2022
Dreharbeiten des Musicals „Living Your Life“ des Celler Regisseurs Sven Molke: Die Darsteller waren mit viel Herzblut bei der Sache.
  • Von Jürgen Poestges
  • 13. Nov. 2022 | 11:05 Uhr
  • 13. Nov. 2022
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Sven Molke
Celle.

Sven Molke kommt ins Schwärmen. „Das war eine intensive, aber unglaublich schöne Erfahrung“, erzählt der 28-jährige Celler. Und das hört sich nicht an wie Werbung in eigener Sache, sondern kommt ehrlich fröhlich über den Telefonhörer.

Dreharbeiten des Musicals von Sven Molke in der Kulisse.

2012 Abitur am KAV

Molke hat im Juli 2012 am KAV-Gymnasium sein Abitur gemacht. Sein Herz schlug schon immer fürs Filmemachen. Jetzt hat er für seinen Bachelor-Abschluss an der Fachhochschule (FH) Dortmund eine Regie-Arbeit vorgelegt. „Living Your Life“ heißt das Musical, das am 24. November beim Filmfestival in Lünen seine Uraufführung hat.

Fünf Wochen gedreht

Am 28. Juni 2021 haben die Dreharbeiten begonnen. „Wir haben fünf Wochen am Stück durchgearbeitet“, erzählt Molke. Er habe in der Zeit schon häufiger einmal dunkle Ringe unter den Augen gehabt. „Ich habe auch um die sieben Kilogramm abgenommen“, erzählt er lachend. Man habe den Schauspielern zumindest an den Sonntagen frei geben können, das Team um Molke sei immer im Einsatz gewesen. „Wir hatten durchgehend Acht- bis Zehn-Stunden-Tage.“

Dreh im Bus.

Er bereut aber nicht eine Sekunde. „Es war unglaublich, welche Energie am Drehort herrschte. Jeder der Beteiligten war mit 110 Prozent dabei.“

Zwei Frauen tauschen die Körper

In dem Film geht es um eine ambitionierte Karrierefrau und eine quirlige Musicaldarstellerin, die durch eine Fügung die Körper tauschen und sich im Leben der jeweils anderen zurechtfinden müssen. Was als bizarres Dilemma beginnt, lehrt die beiden schon bald wichtige Lektionen fürs Leben.

Drehs in Essen, Duisburg und Lünen

In Locations in Essen, Duisburg und Lünen entstand der Film. „Dabei sind uns die Besitzer der Drehorte entgegengekommen. Im Theater im Rathaus in Essen zum Beispiel mussten wir nur die Energiekosten bezahlen.“ Der Film hat auf dem Papier 72.000 Euro gekostet. „Da sind Pauschalen mit eingerechnet, zum Beispiel für die Technik der FH, die wir ja nicht bezahlen mussten, die dort aber trotzdem aufgeführt werden. Gesammelt haben wir mit allen Förderern und unseren Eigenanteilen aber zirka 40.000 Euro.“

Natürlich habe nicht alles so geklappt, wie es eigentlich vorgesehen war. „Das ist nun mal bei solchen Projekten so.“ Aber durch die große Flexibilität des Teams sei das durch Improvisation immer aufgefangen worden.“

Musik für den Film komponiert

Die Musik zum Film ist von zwei jungen Musikern aus Bochum komponiert und eingespielt worden. „Die beiden spielen einige Instrumente selber, lediglich das Schlagzeug und der Bass wurden von Gast-Musikern eingespielt.“

230 Namen im Nachspann

In der vergangenen Woche hat Molke den Nachspann zusammengestellt. „Da kamen zu meiner eigenen Überraschung 230 Namen zusammen.“ Jetzt sitzt er mit einem Tontechniker zusammen, um das Ton-Design des Films zu gestalten. „Da geht es um die Lautstärke der Musik in den Szenen und solche Dinge.“

Molke und seine fünf Mitstreiter haben ihre Prüfungen bereits abgelegt und bestanden. „Für den Film gab’s in allen Bereichen eine glatte 1,0“, freut sich der Celler.

Molkes Traum: Film in den Kammer-Lichtspielen zeigen

Sein großer Traum: „Es wäre unglaublich toll, wenn ich meinen Film auf einer Leinwand in den Celler Kammer-Lichtspielen sehen könnte. Immerhin habe ich da meine ersten Film-Erfahrungen gesammelt.“ Aber jetzt schaut er erst einmal nach Lünen. „Wir hoffen natürlich alle, dass der Film gut ankommt und sich unsere Arbeit gelohnt hat.“