Ranga Yogeshwar in Celle

Wie Innovationen unser Leben verändern

Beim traditionellen Dämmerschoppen der Stadt Celle hat der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar einen Blick in die Zukunft geworfen.
  • Von Jana Wollenberg
  • 05. Juli 2022 | 18:37 Uhr
  • 05. Juli 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 05. Juli 2022 | 18:37 Uhr
  • 05. Juli 2022
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Celle.

Man könnte meinen, dass die Vorhersage, wie lange ein Mensch leben wird, allenfalls mit Hilfe einer Kristallkugel möglich ist. Wenn man den Worten von Ranga Yogeshwar (63) Glauben schenkt, wird die Wissenschaft aber schon in einigen Jahren in der Lage sein, dies mit Hilfe von medizinischen Daten zu bestimmen. Beim traditionellen Dämmerschoppen der Stadt Celle, bei dem Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zusammenkommen und sich austauschen konnten, warf der Autor und Wissenschaftsjournalist einen Blick in die Zukunft.

Wie sieht die Welt der nächsten Generation aus?

Konkreter: In seinem Impulsvortrag beleuchtete er, wie technische und wissenschaftliche Innovationen sowie kulturelle Veränderungen das zukünftige Leben beeinflussen werden. Als Inspiration für diese Überlegungen diente die ganz reale Zukunft seines ersten Enkels, der vor einigen Jahren geboren wurde: Wie wird Emils Welt in einigen Jahrzehnten und am Anfang des nächsten Jahrhunderts aussehen?

"Es ist die erste Generation, die ganz selbstverständlich mit einer Maschine spricht", sagte der Autor – Kinder wie sein Enkel würden als Erste mit künstlichen Intelligenzen wie Alexa und Siri aufwachsen. Zudem würden sie von medizinischen Innovationen profitieren, die derzeit entstehen. Ein Beispiel dafür sei die Forschung des Briten Max Little, der daran arbeitet, eine Parkinson-Erkrankung früher zu erkennen, als es ein Arzt könnte. "Dafür nutzt er den Beschleunigungssensor im Smartphone", erklärt Yogeshwar.

"Man ist heute schon in der Lage, die Struktur von komplizierten Molekülen zu erkennen", fügt der Autor hinzu. Das könnte in Zukunft dabei helfen, Medikamente schneller zu entwickeln.

Missstände müssen behoben werden

Für die Zuhörer warf Yogeshwar die Frage auf, was mit den Entwicklungen passieren wird, die durch die Corona-Pandemie angestoßen wurden: Wird der Wandel weitergehen oder kehren die Menschen zu alten Mustern und zum Beispiel an ihre Arbeitsplätze im Büro zurück? Auch für das Klima habe sich einiges zum Positiven verändert, so der Autor, er selbst habe in den vergangenen zwei Jahren zum Beispiel auf viele Dienstreisen verzichten können, da Interviews und Konferenzen zumeist digital stattfinden konnten. Den Klimawandel benannten er und die Zuhörer gleichermaßen als eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen.

Bei seinem Vortrag betonte Yogeshwar auch, was sich seiner Ansicht nach dringend tun muss, damit Deutschland der Entwicklung gerecht wird. "Ich kann es nicht mehr ertragen, dass wir inzwischen Meister darin sind, Missstände zu benennen, aber es ändert sich nichts", sagte er. So werde seit Jahren über den Mangel von Fachkräften gesprochen, bisher aber ohne erkennbares Ergebnis. Unternehmen müssten inzwischen mehr auf junge Menschen zugehen, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Und es gelte, sie für technische und wissenschaftliche Berufe zu begeistern. (wo)