Radfahren in Celle

Immer mehr Radunfälle im Celler Land

Immer häufiger verunfallen Radfahrer im Straßenverkehr. Mit einer Kampagne möchten die Celler Polizei und die Verkehrswacht nun gegensteuern.
  • Von Gunther Meinrenken
  • 01. Okt. 2022 | 18:05 Uhr
  • 01. Okt. 2022
Karsten Wiechmann, Dirk Holz, Christian Paasch und Thorsten Wallheinke haben gestern am Kreisel Nienburger Straße/Welfenallee in Celle die Landeskampagne für mehr Sicherheit für Radfahrer gestartet.
  • Von Gunther Meinrenken
  • 01. Okt. 2022 | 18:05 Uhr
  • 01. Okt. 2022
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Celle.

Mit mahnenden Schildern an knallroten Fahrrädern möchten die Verkehrswacht Celle und die Celler Polizei Radfahrer und Autofahrer zu mehr Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme auffordern. Gestern wurden die ersten von der Axel-Bruns-Schule aufbereiteten Drahtesel aufgestellt – natürlich gleich in der Nähe der BBS II auf dem Kreisel Nienburger Straße/Welfenallee. Und das nicht ohne Grund. Von den etwa 2000 Schülern kommt etwa die Hälfte mit dem Rad zur Schule. "Hier ist morgens und nach Schulschluss jede Menge los", sagte Berufsschullehrer Christian Paasch.

17 Prozent mehr Radunfälle in Celle

Die Kampagne der Landesverkehrswacht hat einen sehr ernsten Hintergrund. "Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern hat zugenommen. Etwa jede Stunde kam im vergangenen
Jahr in Niedersachsen ein Radfahrender zu Schaden. Wir müssen etwas unternehmen, das können wir so nicht hinnehmen", sagte Pressesprecher Edzard Schönrock. Ein Umstand, den Celles Polizeisprecher Thorsten Wallheinke sogleich für den Bereich der Polizeiinspektion Celle bestätigen konnte. "In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben wir 17 Prozent mehr Unfälle mit Radfahrern als im Jahr davor."

Radfahren liegt im Trend

Die erhöhte Anzahl der Verkehrsunfälle ist auch darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen das Fahrrad für sich entdeckt haben. Sei es aus Klimaschutzgründen, um den eigenen Geldbeutel zu schonen oder in der Corona-Pandemie. Mehr Radfahrer auf den Straßen führen natürlich auch zu mehr Konflikten mit motorisierten Verkehrsteilnehmern. Mit der Landeskampagne sollen beide sensibilisiert werden.

Aufforderung zu mehr Rücksichtnahme

"Wir möchten das Miteinander im Straßenverkehr fördern, auf unfallträchtiges Fehlverhalten von Radfahrenden hinweisen, aber auch unter Auto- und Lkw-Fahrern für mehr Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme werben", so Schönrock. So steht auf einem der Schilder, die an den roten Fahrrädern befestigt wurden: "Kopf drehen, euch sehen", dazu wurden ein stilisierter Radfahrer und Lkw abgebildet. Eine Aufforderung an beide Seiten, sich beim Abbiegen und Kreuzen von Radwegen lieber einmal zuviel umzudrehen, als einfach durchzufahren. Auf zwei weiteren Motiven wird zu Rücksicht aufgefordert und gebeten, beim Überholen von Radfahrern 1,50 Meter Abstand einzuhalten. "Wenn ich als Autofahrer diesen Platz nicht habe, dann muss ich eben warten", sagte Karsten Wiechmann, Verkehrsicherheitsberater der Celler Polizei.

Kampagne dauert zwei Monate

Für die Kampagne hat die Stadt Celle zwölf Fahrräder zur Verfügung gestellt, die Jonas-Elias Wiechmann, ein Schüler von BBS-Lehrer Paasch gestaltet hat. Die Kosten hat die Berufsbildende Schule übernommen. "Die Fahrräder werden wir für die Dauer der Kampagne in den nächsten zwei Monaten am Kreisel Baker Hughes, am Kreisel beim Combi-Markt, an der Wiesenstraße/Fuhsestraße, an der Hannoverschen Heerstraße bei Mios, am Maschplatz, am Nordwall/Theo-Wilkens-Straße, in Altencelle an der Kalandstraße sowie am Torplatz und Thaerplatz aufstellen", kündigte Polizeisprecher Wallheinke an.