Nordwall

Park-Idee für Celler Bau-Brache kommt zu spät

Wenn am Celler Nordwall schon nicht gebaut wird, könnte man dort wenigstens parken, meint die CDU. Die Stadt sieht das anders.

  • Von Michael Ende
  • 28. Nov. 2022 | 07:05 Uhr
  • 28. Nov. 2022
Anneke Hagedorn will hier parken.
  • Von Michael Ende
  • 28. Nov. 2022 | 07:05 Uhr
  • 28. Nov. 2022
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Celle.

Wann dort die städtische Allerland GmbH ihr aufgeschobenes Hotel- und Wohnbauprojekt hochzieht, steht noch in den Sternen – warum also nicht dort Autos abstellen? Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Celle beantragt, die brachliegende Fläche am Nordwall nach Möglichkeit vorübergehend als Parkraum zur Verfügung zu stellen.

Zusätzliche kostenlose Parkfläche gefordert

„Die Baumaßnahmen auf der Allerinsel führen gegenwärtig zu besonders starken Einschränkungen des Verkehrs und der Parkmöglichkeiten auf der Allerinsel. Dies wird besonders in der Zeit des Weihnachtsmarktes die Anreise Besucher erschweren“, sagt CDU-Fraktionschef Alexander Wille. Am westlichen Ende des Nordwalls liege derzeit eine Fläche brach, die erst im Jahr 2023 von der Allerland bebaut werden solle. Diese soll nach der Idee der CDU für die Zeit des Weihnachtsmarkts als zusätzliche kostenlose Parkfläche bereitgestellt werden. Einen entsprechenden Prüfauftrag hat die CDU-Fraktion an das Rathaus gerichtet.

Hier wird noch lange nicht gebaut.

Parkdruck von Allerinsel nehmen

„Wir freuen uns auf einen Weihnachtsmarkt, der diesmal nicht mehr von den coronabedingten Einschränkungen der beiden Vorjahre geprägt ist, sondern wieder stimmungsvoll und vielfältig wie in der Vergangenheit erlebt werden kann“, so CDU-Ratsfrau Anneke Hagedorn. Wille: „Die Schausteller auf dem Weihnachtsmarkt und die Gastronomen und Einzelhändler der Innenstadt haben es verdient, dass Politik und Stadtverwaltung nichts unversucht lassen, die Anreise in die Weihnachtsstadt Celle möglichst angenehm und einfach zu gestalten. Daher gilt es in diesem Jahr, den erhöhten Parkdruck auf der Allerinsel an anderer Stelle zu kompensieren.“

So einfach geht das nicht

So einfach wie die CDU sich das wünsche, gehe es leider nicht, sagt dazu die städtische Pressesprechern Myriam Meißner. Grundsätzlich wäre das Grundstück als Behelfsparkplatz geeignet, wofür es im Vorfeld natürlich der Zustimmung der Allerland GmbH als Eigentümer bedürfte. Aber. „Leider ist es nicht einfach damit getan, das Grundstück zu öffnen. Zuvor gilt es, bestimmte Randbedingungen zu erfüllen. Eine davon ist die Verkehrssicherungspflicht.“ Die Oberfläche sei generell zum Abstellen von Autos geeignet: „Allerdings müsste punktuell noch hier und da etwas ausgebessert werden. Hinzu kämen im Vorfeld noch bauliche Vorkehrungen. Zum Nordwall müsste per Bordsteinabsenkung eine Zufahrt geschaffen werden und zwar möglichst an der Stelle, die bei Realisierung des künftigen Bauvorhabens auch weiterhin genutzt wird. Zum Stadtgraben wäre eine provisorische Absturzsicherung herzustellen.“

Zu teuer und zu langwierig

Doch das sei noch nicht alles, so Meißner. Aus Gründen der Verkehrssicherheit, sollten die zulässigen Fahrtrichtungen an der Zufahrt auf „Rechtsrein/Rechtsraus“ beschränkt sein: „Das heißt, Verkehrsteilnehmer gen Hannover müssten erst den kleinen Umweg via Kreisel in Kauf nehmen, um wieder auf der gewünschten Spur zu sein. Für den fließenden Verkehr am Nordwall, würden sich durch den Behelfsparkplatz - gerade zu Stoßzeiten - Behinderungen ergeben.“ Außerdem liege der Kostenpunkt für die Arbeiten bei rund 15.000 Euro: „Hinzu käme die Bauzeit, die sich unter den aktuellen winterlichen Verhältnissen ebenfalls verzögern könnte, so dass eine Öffnung des Parkplatzes zum Weihnachtsmarkt leider wenig realistisch ist.“