Neue Richtlinie

Klimaschutzförderung in Celle wird einfacher und effizienter

Jetzt sind auch Lastenräder und Gründächer im Programm: Celles neue Klimaschutz-Förderrichtlinie bringt einige Neuerungen. Was mit wie viel Geld gefördert wird und was Sie noch alles wissen müssen.

  • Von Michael Ende
  • 22. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 05. Dez. 2022
Gründächer fördern die biologische Artenvielfalt und helfen, Stadterwärmung durch Klimawandel zu dämpfen.
  • Von Michael Ende
  • 22. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 05. Dez. 2022
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Celle.

Neue Förderrichtlinien des städtischen Klimaschutzfonds sollen das ganze Procedere jetzt für die Bürger vereinfachen und insgesamt effizienter gestalten. So sollen etwa bürokratische Umwege abgekürzt oder ganz abgeschafft und bald auch E-Lastenräder oder Gründächer gefördert werden. Im städtischen Umweltausschuss gab es für diese Pläne breite Zustimmung.

Kein einziger Antrag in Sachen E-Mobilität

Der Celler Klimaschutzfonds ist ein zentrales Instrument des vom Rat beschlossenen Klimaschutzkonzepts der Stadt und wird seit 2011 zur finanziellen Förderung privater und öffentlicher Vorhaben mit Klimaschutz-Relevanz genutzt. In der Förderrichtlinien-Novelle gehe es unter anderem darum, dass der Klimaschutzfonds zukünftig auch Maßnahmen bezuschussen solle, die die Folgen des Klimawandels abmildern sowie lokal die Biodiversität fördern und erhalten könnten, berichtete der städtische Klimaschutzbeauftrage David Rischbieter. Ein Indiz dafür, dass die Richtlinien geändert werden müssten, sei unter anderem, dass in diesem Jahr noch kein einziger Antrag in Sachen E-Mobilität gestellt worden sei.

Bis zu 1000 Euro pro Lastenfahrrad

Die bisherige Förderung von Fahrrädern sowie von E-Mobilität solle gestrichen werden, so Rischbieter: „Die Förderung wird auf E-Lastenfahrräder begrenzt, da diese Fahrräder eine nachhaltige Alternative zum Individualverkehr mit dem Auto darstellen.“ Bei der Anschaffung von Lasten-E-Bikes helfe die Stadt mit 10 Prozent der Kosten, höchstens mit 500 Euro je Fahrrad und maximal 1000 Euro, wenn das Lastenfahrrad eine Zuladung von mindestens 40 Kilogramm besitzt. Die Förderung der E-Mobilität im Allgemeinen werde vollständig aus den Förderrichtlinien gestrichen, da diese nicht nachgefragt werde, so Rischbieter: „Die Bundesförderprogramme scheinen hier zu attraktiv zu sein, als dass sich eine Antragsstellung unter Berücksichtigung des zeitlichen Aufwands für die Antragssteller lohnen würde.“

Künftig förderfähig: Lastenräder.

Finanzspritzen für Gründächer

Gründächer stellten einen komplett neuen Förderschwerpunkt dar, sagte der Klimaschutzbeauftragte. „Das berücksichtigt die durch den Klimawandel fortschreitende Verringerung der Biodiversität sowie die Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels. Durch Gründächer können verschiedene Insektenarten einen neuen Lebens- und Rückzugsraum erschließen, wobei zusätzlich durch das Gründach eine Zwischenspeicherung des Niederschlagswassers erfolgt und potenzielle Abwasserspitzen bei Starkregenereignissen verringert werden können.“ Durch die Kombination verschiedener Förderschwerpunkte wie Photovoltaik- und Solarthermieanlagen könnten künftig die Flächenkonkurrenz verringert und innovative Lösungsansätze bei der optimalen Ausnutzung von begrenzten Flächenanteilen bis zu 49 Prozent gefördert werden. Beim Anlegen von Grünflächen auf Garagen und Dächern solle es pauschal 50 Euro pro Quadratmeter Dachfläche, höchstens 2000 Euro geben.

Künftig Förderfähig: Gründach.

Weniger Bürokratie

Gestrichen werden sollten für Antragsteller umständliche Zeichnungen und Dokumentationen sowie behördliche Kontrollen vor Ort. Diese seine kaum leistbar und in der Regel auch nicht nötig, so Rischbieter. Vieles könne man künftig auch einfach und formlos per E-Mail erledigen. „Wichtig ist, dass das Ganze für die Bürger vereinfach wird – ganz ohne dass man Papier ins Rathaus tragen muss,“ sagte Jürgen Rentsch (SPD).

Einfacher und digitaler

„Sehr gelungen ist, dass sich für Antragsteller in Zukunft vieles vereinfacht und dass alles digital laufen soll“, so Joachim Ehlers (CDU): „Alles wird transparenter, die Förderaussagen sind bald noch klarer definiert.“ Ehlers lobte auch, dass künftig Förderanträge, die in einem Jahr mangels Geld im Topf nicht bewilligt werden könnten, in Zukunft automatisch ins nächste Jahr „mitgenommen“ werden sollten: „Das ist Service.“

Rat muss noch beschließen

Die neuen Förderrichtlinien des Klimaschutzfonds müssen noch vom Rat beschlossen werden. Was wie gefördert wird, findet man auf der städtischen Homepage www.celle.de. Der Klimaschutzmanager David Rischbieter ist telefonisch unter (05141) 12 7102 erreichbar.