"Nehmen Sicherheitsempfinden der Bürger sehr ernst"

Celle im Dunkeln: Polizei will Präsenz verstärken

Altstadt, Schlosspark, Triftanlagen – in Celle gibt es einige Orte, die viele Leute nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr gerne betreten. Die Polizei will nun ihre abendliche und nächtliche Präsenz ausbauen.

  • Von Marius Klingemann
  • 21. Jan. 2023 | 12:00 Uhr
  • 21. Jan. 2023
Für mehr Sicherheit – auch subjektiv: Zwei Celler Polizeibeamte waren diese Woche im abendlichen Schlosspark unterwegs. Das soll nun häufiger passieren. 
  • Von Marius Klingemann
  • 21. Jan. 2023 | 12:00 Uhr
  • 21. Jan. 2023
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Celle.

Celle nach Einbruch der Dunkelheit – da will nicht jeder oder jede mehr gerne vor der Haustür unterwegs sein, und das schon gar nicht alleine. Es muss auch nicht gleich so schlimm werden wie im Fall eines 22-Jährigen, den zwei Unbekannte vor einigen Tagen am Weißen Wall ausgeraubt haben, denn oftmals reicht schon das subjektive Empfinden von Unsicherheit.

„Die persönliche Betroffenheit von Straftaten im persönlichen Umfeld“ könne hier etwa eine Rolle spielen, sagt Polizeisprecher Dirk Heitmann, gleichermaßen „die individuelle Wahrnehmung und Bewertung von Merkmalen der Umgebung“.

Celle im Dunkeln: Polizei will "Präsenz nochmals verstärken“

Ob nun die Altstadt, der Schlosspark oder die Triftanlagen mit der benachbarten Bahnhofstraße: Wenn man die Rückmeldungen in den sozialen Medien betrachtet, scheint es im Stadtgebiet doch einige Orte zu geben, die abends und nachts nicht unbedingt auf der Begehungs-Wunschliste der Menschen stehen.

Auch im Schlosspark fühlen sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alle sicher.

„An uns wurden kürzlich durch einige Bürgerinnen und Bürger Sorgen herangetragen, welche das Durchqueren gewisser Bereiche nach Einbruch der Dunkelheit betreffen“, teilt Celles Polizei nun auch in einem eigenen Facebook-Beitrag mit. Weiter heißt es: „Da wir das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung sehr ernst nehmen, werden wir an diesen Örtlichkeiten die polizeiliche Präsenz nochmals verstärken.“

Auch Französischer Garten und Fuhserandweg abends nicht beliebt

Zu diesen Örtlichkeiten gehört neben den Genannten unter anderem der Französische Garten, wo es laut einer Facebook-Nutzerin im Dunkeln „auch nicht ohne“ ist. „Den Fuhserandweg von der Neustadt bis zur Schwedenbrücke“ meide er außerhalb des Tageslichts, schreibt ein anderer, außerdem den Bereich des Schulzentrums an der Burgstraße.

„Ganz gruselig“ findet es derweil eine Cellerin in der gesamten Ecke rund um den Bahnhof, während sich an anderer Stelle „zu wenig Beleuchtung in der Breiten Straße“ beschwert wird. „Ich arbeite im Schichtdienst und muss mit dem Fahrrad häufig zu unchristlichen Zeiten unterwegs sein“, erklärt eine weitere Frau in ihrem Kommentar unter dem Polizei-Beitrag. Sie versuche, gewisse Dinge auszublenden, dennoch fahre „immer ein bisschen Angst mit“.

Celler Online-Gemeinde dankt der Polizei für Arbeit

Gerade deshalb sei „die Präsenz der Polizei super“ – die Beamten sind „rund um die Uhr unterwegs“, und das in sämtlichen Celler Stadtteilen, betont auch Sprecher Heitmann. Teil der Arbeit sei schließlich, den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. „Daher versuchen wir, unsere polizeiliche Praxis bestmöglich zu gestalten, damit derartige Sorgen minimiert werden“, heißt es auf Facebook nun.

Handy griffbereit: Charmaine K. an Celles Bahnhofstraße.

Den Anfang haben in dieser Woche demzufolge zwei Beamte gemacht, die „während ihres Spätdienstes unter anderem im Schlosspark, in den Triftanlagen sowie an der Bahnhofstraße“ zu Fuß patrouillierten. Ein vielfaches „Danke für die Arbeit“ ist bereits von der Internet-Gemeinde zurückgekommen – das dürften die Verbrechensbekämpfer gerne gelesen haben.

Polizei: Celler sollen weitere "unsichere" Orte nennen

Wann immer es die Einsatzlage zulasse, ergänzt Sprecher Heitmann, werde die Polizei in den Abendstunden „auch als Fußstreife und in Absprache mit den Kontaktbereichsbeamten“ unterwegs sein. Um diesen Einsatzbereich noch zu erweitern, werden die Cellerinnen und Celler gebeten, weitere Stellen, an denen sie sich nach Einbruch der Dunkelheit unsicher fühlen, zu nennen.

Auch Verbesserungsvorschläge für die Vor-Ort-Arbeit nehme man entgegen. „Bleibt wachsam und passt gut auf euch und eure Mitmenschen auf“, wünschen sich die Beamten zudem.

Auch die Altstadt-Gassen rufen bei einigen Cellern im Dunkeln Unbehagen hervor.

"Haben Resonanz auf CZ-Artikel genau verfolgt"

Die Entscheidung, medial jetzt nochmal in die Offensive zu gehen, sagt Heitmann, sei auch eine Reaktion auf die CZ-Berichterstattung zum Thema „Dunkles Celle“ in den vergangen Tagen: „Wir haben die Resonanz auf die Artikel und auch unseren eigenen Beitrag auf Facebook genau verfolgt.“

In der CZ hat die 20-jährige Charmaine K. darüber berichtet, dass sie abends in bestimmten Ecken der Stadt nur noch äußerst ungern unterwegs sei und um gewisse Gruppen auch lieber einen großen Bogen mache. In den sozialen Medien gab es viele Reaktionen von Einwohnern darauf, die ganz ähnliches Unsicherheitsempfinden schilderten.