Mit Hermann-Löns-Thema

Klaus Engling gibt Abschiedskonzert

Klaus Engling hat sich ganz der Musik und Schriftsteller Hermann Löns verschrieben. Vor seinem 80. Geburtstag kombiniert er beides für ein Abschiedskonzert.
  • Von Benjamin Behrens
  • 02. Juli 2022 | 10:00 Uhr
  • 02. Juli 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 02. Juli 2022 | 10:00 Uhr
  • 02. Juli 2022
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Celle.

Eigentlich konnte er erst so gar nichts mit Hermann Löns anfangen. Gedichte über Heimat, Heide, Natur. Und das dann auch noch mit Musik unterlegen? Ach ne, lass mal. Der erste Kontakt mit dem Schriftsteller Hermanns Löns war für Klaus Engling bei Weitem keine Liebe auf den ersten Blick.

Engling betreibt Löns-Museum

Heute betreibt er in der Blumlage ein ganz dem Dichter gewidmetes Museum, das „Löns-Brevier“. Und obwohl im kommenden Jahr sein 80. Geburtstag ansteht, denkt Klaus Engling nicht ans Kürzertreten – im Gegenteil. Aber von der ganz großen Bühne in Celle will er sich dennoch musikalisch verabschieden: Er gibt am Sonntag, 3. Juli, um 15 Uhr sein Abschiedskonzert. "Kultur im Innenhof: Auf den Spuren von Hermann Löns – ein musikalischer Nachmittag mit Klaus Engling" heißt das Programm bei der CD-Kaserne.

Ausstellung zeichnet Leben des Dichters nach

"Ich habe auch verschiedene Bereiche und ungefähr 18 oder 19 verschiedene Themen, vom Anfang bis zum Schluss", erläutert Engling. Drei Räume hat das Löns-Museum. Bücher, Schaukästen, Bilder, Alltagsgegenstände, die zu den Themen passen, und mehr hat Engling zusammengetragen. Oft ist Löns im Grün des Jägers zu sehen. Eine Passion des Schriftstellers, der sich nicht nur in seinen Gedichten mit Heidelandschaft und Natur auseinandersetzte.

Löns als Pionier der Klimaforschung

"Er war einer der ersten Klimaforscher", ist sich Engling sicher. "Ich werde auch in Wikipedia aufräumen", kündigt Engling an. Er recherchiert, trägt Material zusammen, geht in Archive. Etwa in das Hermann-Löns-Archiv der Stadtbibliothek Hannover, wo er Original-Schriften ausgewertet hat. Viel bekommt Engling auch geschickt von Menschen, die seine Arbeit und die wachsende Sammlung unterstützen möchten. Manchmal trudeln so echte Glücksfunde ein: "Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat geschrieben, Löns soll angeblich 1892 in Hamburg gewesen sein und dort bei der Cholera-Epidemie geholfen haben", so Engling. "Man wusste nicht, ob er wirklich da war. Löns war 1892 in der David-Wache bei einem Dr. Zimmermann und hat sich abstempeln lassen, nicht erkrankt zu sein, den Original-Zettel habe ich", freut sich Engling. Das kleine Schriftstück fiel Engling aus einem Buch entgegen, das offenbar aus dem Nachlass von Löns selbst stammt. Der Feuereifer wird auch mit fast 80 also nicht weniger, tiefer in das Leben und Wirken von Hermann Löns einzutauchen.

So kam es zu der Löns-Leidenschaft

Doch wie kam es dazu? "Ich bin einer der 68er, mit langer Matte und allem", so Engling. "Ich war in einer Vorband von The Lords, das war ja die Beat-Sensation in Deutschland. Damals konnte ich noch mit meiner Gitarre auf dem Rücken auf meine Bassbox springen. Heute müsste man mich, glaub' ich, mit vier Mann rauftragen", sagt Engling und lacht.

Ein Löns-Freund wurde 1985 während eines Auftritts auf die dreiköpfige Band aufmerksam, in der Engling Gitarre spielte und sang. "Da hieß es: 'Könnt ihr was von Hermann Löns?' Och nö, dachte ich", erinnert sich Engling. Als er mit einem komplizierten Fußbruch länger im Krankenhaus lag, ließ er sich ein Balladenbuch und eine Biografie des Dichters bringen. "Da habe ich gemerkt: 'Es ist mehr als Heide-Blabla.' Es steckt mehr dahinter, wie Naturschutz und Jagd als gelebter Naturschutz", beschreibt Engling den Anfang seiner Leidenschaft.

Mit Mundharmonika als Kind angefangen

Angefangen mit der Musik hatte er als Sechsjähriger mit der Mundharmonika, dann kam die Gitarre dazu. Mit dem erlernten Beruf des Kaufmanns konnte Engling nicht viel anfangen, nach einer Zeit im Stahlblech-Handel arbeitete er in den 70ern bei Bremen in der Jugendbetreuung. In der Lobetalarbeit erlernte er den Beruf des Heilpädagogen. "Ich bin auch ein Jahr durch die Heide marschiert mit der Gitarre", erinnert sich Engling. Tagsüber ging es zur Naturbeobachtung, abends wurde für Bratkartoffeln und Spiegelei in der Dorfkneipe gespielt.

Jetzt steht das Konzert in der CD-Kaserne an, Karten kosten im Vorverkauf 5 Euro. "Nach 60 Jahren Greifen will meine Hand nicht mehr so richtig. Das lass ich den Physiotherapeuten noch reparieren", so Engling. "Noch einmal aufbäumen", fügt er hinzu.