Mensch & Maschine

Lichtmast des Celler THW ist essentielles Einsatzmittel

Zur Notversorgung des Celler THW-Ortsverbands gehört ein Lichtmast, der Einsatzstellen ausleuchten und mit Strom versorgen kann. Zugführer Dieter Johnsen kennt den Wagen.

  • Von Benjamin Behrens
  • 24. Nov. 2022 | 11:00 Uhr
  • 24. Nov. 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 24. Nov. 2022 | 11:00 Uhr
  • 24. Nov. 2022
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Celle.

Dieter sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht. Und Dieter sah, dass das Licht gut war und über den ganzen Parkplatz der CD-Kaserne reichte. Spaß beiseite, für derartige erhellende Vorgänge bedarf es keiner göttlichen Fügung, sondern des Zusammenspiels von Mensch (Dieter Johnsen, Zugführer des Fachzugs Logistik des Celler THW-Ortsverbands) und Maschine (ein Lichtmast, Modell Anh LiMa 20 kVA, des Herstellers AVS). Oder auch „Netzersatzanlage 20 kVA mit Lichtmast“, wie das Gerät THW-intern ebenfalls genannt wird.

Wenn Johnsen mit dem Lichtmast arbeitet, dann ist der pensionierte Elektromeister ganz in seinem Element. Bis zum Ruhestand regulierte der 64-Jährige für Tennet von Lehrte aus die Lastverteilungen und den Strombedarf auf den Leitungen von Flensburg bis München.

„Es hat sich gezeigt, dass der Bedarf immer mehr wird, um Infrastruktur zu ersetzen. Dafür hat das THW die Elektro-Fachgruppen, die können es provisorisch wieder einspeisen. Das haben wir im Ahrtal ja auch gemacht, die Dörfer wieder eingespeist, Brücken gebaut und Abwasserleitungen verlegt.“

Dieter Johnsen, Zugführer des Fachzugs Logistik des Celler THW-Ortsverbands

„Der Lichtmast gehört zur Fachgruppe N für ‚Notversorgung‘. Das ist ein 20-kVA-Mast, das ist die Größenbezeichnung, wieviel Strom ich dort rausnehmen kann“, erläutert Johnsen. Das Kilovoltampere (kVA) ist die gesetzliche, international verwendete Einheit der elektrischen Scheinleistung und gleichbedeutend mit der Bezeichnung Kilowatt (kW). „Wir haben kleine 8-kVA-Aggregate, die man mit zwei Mann noch tragen kann. Dann haben wir 13er, die sind ein bisschen größer. Dann geht das hoch, 60 kVA hat nur Stromerzeugung ohne Lichtmast“, erläutert Johnsen. Auch Notstromanlagen mit 125, 250 oder sogar 600 kVA sind beim THW im Einsatz. „Es hat sich gezeigt, dass der Bedarf immer mehr wird, um Infrastruktur zu ersetzen. Dafür hat das THW die Elektro-Fachgruppen, die können es provisorisch wieder einspeisen. Das haben wir im Ahrtal ja auch gemacht, die Dörfer wieder eingespeist, Brücken gebaut und Abwasserleitungen verlegt“, berichtet Johnsen.

Aggregat mit Lichtmast allein nicht ausgelastet

Wenn er „wir“ sagt, dann meint er immer das THW selbst, so der Logistik-Fachmann – der Zusammenhalt und das Wir-Gefühl gehören dazu. Doch nicht nur beim Hochwasser im Ahrtal war der Lichtmast eine Hilfe. Auch im Landkreis Celle liefert er Licht und Strom. „Das Aggregat kann eben beides. Mit dem Mast alleine ist es nicht zu 100 Prozent ausgelastet. Ich kann auch noch eine Wegstrecke ausleuchten oder Strahler aufstellen, um das Umfeld zu beleuchten“, erklärt Johnsen. „Den Schützenplatz kriegt man damit nicht ganz hell, aber zum großen Teil.“

Als die Helfer den Lichtmast 2004 nach Celle überführten, testeten sie ihn im Dunkeln vor der THW-Halle auf dem Gelände der CD-Kaserne. „Wenn man rausgeht, da hinten waren ja früher Tankanlagen, da stehen so zwei hohe Masten. Da konnte man noch in Ruhe Zeitung lesen“, so Johnsen.

Bedienfeld kann Lichtmast vom Boden aus steuern

Unter der Klappe am Heck befindet sich ein Bedienfeld, das an die Schaltschränke großer Elektroanlagen in Häusern erinnert. Notaus- und Hauptschalter, Ladekontrollen und Batteriespannungsanzeigen, An- und Abschaltung der Fremdeinspeisung – alles Wichtige lässt sich von dort aus steuern. Herzstück (und durch eine schwarze Umrandung gekennzeichnet) ist die Steuerung für den Mast selbst. Dieser lässt sich ein- und ausfahren, das Lichtkreuz und die daran befestigten Strahler sind drehbar – so kommt der Lichtschein genau dorthin, wo er benötigt wird.

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„Er hat ein festes Fahrzeug, mit dem er bewegt wird, das MLW 4, den Mannschaftslastwagen – das ist ein 16-Tonner mit 250 PS. Der hat eine unterschiedliche Beladung.“ Tische und Bänke, Feldbetten, Wasserpumpen – alles, was benötigt wird, kann zusammengestellt und in Rollcontainer gepackt werden. Mit an Bord im Lichtmast ist ein Dieselgenerator. Der 70-Liter-Tank reicht für eineinhalb Nächte Beleuchtung aus.

Einsatzstellen werden ausgeleuchtet

„Vor eineinhalb Jahren ist er zu einem umgekippten Rübenlaster gerufen worden“, erinnert sich Johnsen. Auch die Polizei fordert ihn für Einsätze an. „Vor Kurzem haben wir bei einem versuchten Tötungsdelikt in Eldingen ausgeleuchtet oder auch bei Verkehrsunfällen.“