"Loserei" an Mauernstraße

Celler Unverpackt-Laden wird zu Galerie

Der Unverpackt-Laden an der Mauernstraße entwickelt sich zum Treffpunkt für kreative Veranstaltungsformate. Eine Kundin stellt ihre Werke aus.

  • Von Jochen Strehlau
  • 21. Nov. 2022 | 12:30 Uhr
  • 21. Nov. 2022
Sie haben sich beim Einkauf im Unverpackt-Laden kennengelernt (von links): die Loserei-Inhaberinnen Tanja Homann und Kerstin Vansbotter und die Künstlerin Regina Gumprecht. Nun werden 40 ihrer Werke im Geschäft ausgestellt.
  • Von Jochen Strehlau
  • 21. Nov. 2022 | 12:30 Uhr
  • 21. Nov. 2022
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Celle.

Über den Behältern mit roten Linsen, Kichererbsen und Sojabohnen hängt das Porträt eines Raben. Über Dinkel, Hafer und Grünkernen ist in einem Passepartout der markante Kopf eines Adlers zu bewundern. Es handelt sich dabei um 2 von insgesamt etwa 40 Exponaten der Celler Malerin Regina Gumprecht, die noch bis zum 23. Dezember im Unverpackt-Geschäft "Loserei" an der Mauernstraße anzuschauen sind.

Kunst im Schaufenster

Zur Vernissage haben sich zahlreiche Stammkunden und Kunstinteressierte in den Räumlichkeiten der Loserei eingefunden. "Mit dieser Veranstaltung wollen wir neue Wege gehen. Bei uns trifft jetzt Kultur auf Nachhaltigkeit. Wir finden, das ist eine Kombination, die ziemlich gut zusammenpasst", sagt Kerstin Vansbotter. Gemeinsam mit Freundin Tanja Homann betreibt die Mitvierzigerin seit Herbst 2020 mit der Loserei einen Laden, dessen Grundidee das umweltbewusste, individuelle Einkaufen, weg vom Kunststoffverpackungswahn und hin zur Müllvermeidung ist.

Breites Sortiment und regionale Lieferanten

Dabei setzen die beiden Unternehmerinnen bei ihrem breiten Sortiment wo immer es geht auf regionale Lieferanten. "Unsere kaltgepressten Pflanzenöle kommen aus Klein Hehlen, die Nudeln aus Wienhausen und Linsen und Kichererbsen beziehen wir aus unserem Heimatort Ahnsbeck", erklärt Homann.

Ein Geschäftskonzept, das bei den Loserei-Kunden auf Begeisterung stößt. Doch mittlerweile ist der kleine Laden in der Celler Innenstadt zu mehr als nur einem Ort für entschleunigtes Einkaufen mit mitgebrachter Tupperware geworden. "Es erstaunt uns, wie gut sich alles zusammenfügt. In unserer Loserei, die sich zu einer Art Begegnungsstätte entwickelt hat, haben wir tolle Menschen kennengelernt und spannende Geschichten erfahren. Dass hier echte Freundschaften entstanden sind, erfreut uns ungemein", schwärmt Mitinhaberin Vansbotter.

Lesungen, Live-Musik oder Kreativ-Workshops geplant

Und zu einer überzeugten Stammkundin der ersten Stunde gehört eben auch Künstlerin Regina Gumprecht, die bei einem Einkauf zufällig ein paar ihrer Aquarelle dabeihatte: Eine Idee war geboren. "Ich liebe diesen Laden und freue mich über die Möglichkeit, meine Bilder hier der Öffentlichkeit präsentieren zu können", sagt Gumprecht, die erst vor drei Jahren mit Malen und Zeichnen begonnen hat.

Ein Rabe. Zeichnung von Regina Gumprecht

Und ihre kleinen, aber feinen Werke, gemalt auf Papier, Holz oder Stein, kommen beim Publikum sehr gut an. Schon zur Eröffnungsfeier klebt auf vielen Exponaten ein roter Punkt, und das heißt "verkauft". Doch bei dieser einen Ausstellung soll es nicht bleiben. "Wir haben Pläne für Lesungen, Live-Musik oder Kreativ-Workshops. Das ist eine Win-win-Situation für alle", finden die beiden Inhaberinnen, die schon jetzt mit ausgebuchten, einmal im Monat stattfindenden Kochabenden punkten können."This shop has good vibes", befand gemäß einer von Tanja Homann erzählten Anekdote mal ein freakiger Kunde mit auffälliger Rasta-Frisur. Dazu kann man nur eines sagen: Der Mann hatte recht.