Landtagswahl

Jörg Bode will die Digitalisierung voranbringen

Das Schließen der letzten Funklöcher in Niedersachsen gehört zu den Zielen, die Jörg Bode (FDP) im niedersächsischen Landtag verfolgen will.

  • Von Jana Wollenberg
  • 23. Sept. 2022 | 09:57 Uhr
  • 23. Sept. 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 23. Sept. 2022 | 09:57 Uhr
  • 23. Sept. 2022
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Celle.

„Es ist eines Industriestaats nicht würdig, dass man an einigen Orten noch immer nicht telefonieren kann“, sagt Jörg Bode. Das Schließen der letzten Funklöcher in Niedersachsen gehört zu den Zielen, die der FDP-Politiker verfolgen will, wenn er weiter für seine Partei im Niedersächsischen Landtag tätig sein würde. Seit 2003 gestaltet der 51-Jährige die Politik auf Landesebene mit, von 2009 bis 2013 bekleidete er das Amt des Wirtschafts- und Verkehrsministers. Hier liegen auch Bodes Kernthemen – ebenso wie die Beschleunigung der Digitalisierung im Land.

Digitalisierung braucht Neustart

Voranbringen will Bode das Vorhaben, Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen einen digitalen Zugang zu Behördendienstleistungen zu ermöglichen „Das Ziel, bis Ende 2022 alles digital zu machen, ist grandios gescheitert“, sagt er. Es brauche einen Neustart, um diese Pläne schnellstmöglich in die Tat umzusetzen und so die Arbeit in Behörden schneller und effizienter zu machen. Als Vorbild nennt der 51-Jährige Dänemark: Dort seien die meisten Vorgänge, bis hin zur Scheidung, digital möglich. Die Bundesländer müssten hier schnell einen gemeinsamen Weg finden, fordert er. „Wenn das nicht funktioniert, muss man für Niedersachsen kurzfristig eine Lösung finden.“ Diese könne dann auch Vorbild für die anderen Länder sein.

Bode will Bau der Celler Ostumgehung bis zur Fertigstellung begleiten

In seinem Wahlkreis Celle ist Jörg Bode geboren und aufgewachsen. Er besuchte das Hölty-Gymnasium, machte dort sein Abitur und absolvierte anschließend eine Lehre als Bankkaufmann. Im Jahr 2008 zog er von Hambühren nach Groß Hehlen, wo er bis heute lebt. Die Planung und den Bau der Celler Ostumgehung hat er als Verkehrspolitiker von Anfang an begleitet – und dieses Projekt sei noch lange nicht zu Ende, betont er. Nun gelte es, das Projekt zur Vollendung zu bringen. „Ich habe gelernt: Wenn man nicht andauernd nachfragt, lässt das Umsetzungstempo deutlich nach“, sagt er. „Und wir müssen auch darüber nachdenken, wie es auf der B3 in Richtung Bergen weitergeht.“ Auch die Stadt im Norden des Landkreises werde eine Umfahrung brauchen.

Längere Öffnungszeiten für die Außengastronomie

Ebenfalls auf der Agenda stehen für Bode die Pläne der Bahn für eine neue Zugstrecke, entgegen des Alpha-E-Abkommens. „Ich werde die Möglichkeiten, die ich in Berlin habe, nutzen, um darauf hinzuweisen, dass bei der Bahn ein riesiger Fehler gemacht wurde“, betont er. Ein weiteres Ziel des FDP-Politikers ist es, die Celler Innenstadt attraktiv zu halten, unter anderem mit verlängerten Öffnungszeiten für die Außengastronomie bis 24 Uhr. „In den Bereichen, in denen es nicht stört, muss man diese Möglichkeiten schaffen“, sagt er. Die Altstadt komplett zur Fußgängerzone zu machen, wäre seiner Ansicht nach „ein Todesstoß für die Innenstadt“.

Gemeinsam mit der FDP strebt der Liberale eine Regierungsbeteiligung an. Darüber, ob er in einer Koalition mit FDP-Beteiligung erneut ein Ministeramt bekleiden könnte, möchte er zum jetzigen Zeitpunkt nicht spekulieren – das könne sich erst nach der Wahl entscheiden.

fünf Fragen an ...

... Jörg Bode.


Soll angesichts der Energiekrise Fracking oder der Bau von Windenergieanlagen stärker verfolgt werden?

Ohne deutliche Maßnahmen, die dazu führen, dass es ein größeres Energieangebot als Nachfrage gibt, wird der Energiepreis unsere Arbeitsplätze und unseren Wohlstand kosten. Daher darf man keine ideologischen Einschränkungen bei der Energieerzeugung machen.


Wie wollen Sie dem Problem begegnen, dass es zu wenige Lehrer, Erzieher und zu wenige Pflegekräfte im Land gibt?

Der Arbeitskräftemangel ist nicht auf diese Bereiche beschränkt. Natürlich müssen diese Berufe besser vergütet werden. Wir müssen durch die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerade jungen Familien die Fortsetzung des Berufsalltags ermöglichen. Es wird aber auch nicht ohne Zuwanderung in unseren Arbeitsmarkt gehen.


Was ist wichtiger: Bau von Ortsumgehungsstraßen oder Ausbau des Radnetzes?

Das ist kein Gegensatz. Wir müssen ein Miteinander der Verkehrsmittel in den Fokus nehmen.


Wie wollen Sie das Busfahren attraktiver machen?

Wir brauchen bessere Verkehrsanbindungen in der Fläche. Dies geht nur durch mehr Bedarfsverkehre und eine bessere Vernetzung der Busse mit dem Schienenverkehr.

 

Mit welcher Partei oder welcher Gruppierung würden Sie am liebsten regieren?

Unter den demokratischen Parteien muss man immer koalitionsfähig sein. Entscheidend ist dabei, welche inhaltlichen Perspektiven die möglichen Koalitionen bieten. Eine andere Präferenz gibt es nicht.