Landtagswahl

Christoph Engelen: 100 Prozent Sozialdemokrat

Mit Christoph Engelen möchte ein Vollblut-Sozialdemokrat aus Celle in den hannoverschen Landtag.

  • Von Michael Ende
  • 23. Sept. 2022 | 10:28 Uhr
  • 23. Sept. 2022
  • Von Michael Ende
  • 23. Sept. 2022 | 10:28 Uhr
  • 23. Sept. 2022
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Celle.

Er ist mit ganzem Herzen Sozialdemokrat, hat als Lokalpolitiker Erfahrungen gesammelt und möchte diese nun im Landtag in Hannover auf höherer Ebene in gute Politik umsetzen: Celles Altstadt-Ortsbürgermeister, Ratsherr, Kreistagsabgeordneter und SPD-Ortsvereins-Vorsitzender Christoph Engelen tritt bei der Wahl am 9. Oktober an: "Ich möchte für jeden Menschen in meinem Wahlkreis Verbesserungen erreichen. Das ist mein Ziel. Das treibt mich an. Jede und jeder soll weiterhin von einer sozialdemokratischen Politik in Niedersachsen profitieren."

Politisch aktiv seit frühester Jugend

Der 1976 geborene Engelen arbeitet bei der Stadt Burgdorf als Sozialarbeiter. "Celle ist meine Heimat", sagt Engelen, der mit Frau und drei Söhnen auch hier lebt. Politisch aktiv ist er seit frühester Jugend: "Schon in meiner Schulzeit engagierte ich mich für Mitbestimmungsrechte. So war ich Klassen- und Schulsprecher, Kreisschülersprecher und Mitglied im Landesschülerrat. Während meines Studiums war ich im ASTA meiner Hochschule, und heute bin ich Personalratsvorsitzender – und natürlich engagierter Gewerkschafter."

Der Listenplatz könnte nicht ziehen

Fast schon folgerichtig, dass er nun auch für den Landtag kandidiert: "Das ist eine ganz andere Liga, und schon der Wahlkampf macht richtig Spaß." Trotz seines auf den ersten Blick aussichtsreichen Listenplatzes 37 müsse er den Wahlkreis am besten direkt gewinnen, sagt Engelen: "Wenn die SPD nämlich zu viele Wahlkreise direkt gewinnt, zieht die Liste nicht."

Rotes Kreuz hat ihn geprägt

Mit 15 Jahren trat Engelen ins Deutschen Rote Kreuz ein: "Seit nun über 30 Jahren engagiere ich mich hier in verschiedenen Funktionen für das Abenteuer Menschlichkeit. In dieser langen Zeit absolvierte ich verschiedenste ehrenamtliche Einsätze." Darunter waren Hochwassereinsätze in ganz Deutschland, Einsätze während der Flüchtlingskrise, aber auch Hilfsgütertransporte nach Osteuropa: "Der für mich prägendste Einsatz war aber sicherlich das Zugunglück von Eschede im Jahr 1998. Hier war ich mit über 100 Einsatzstunden als Einsatzkraft gefordert." Auf den Dienst beim DRK sei er stolz, sagt Engelen: "Dadurch bin ich so geworden, wie ich heute bin."

Bildung ist das A und O

Bildung sei ihm eine Herzensangelegenheit, sagt Engelen: "Alle Menschen müssen Zugang zu guter Bildung haben – und zwar unabhängig von der finanziellen und persönlichen Situation der Eltern. Das muss auch für digitales Lernen gelten." Er wolle an einem Staat mitarbeiten, der Zukunft für alle schaffe: "Gerade mit Blick auf die Herausforderungen, vor denen wir stehen, müssen wir investieren, um zukunftsfest zu werden. Mein Ziel ist es, den Lebensstandard und Wohlstand so zu stärken, dass die Menschen in Niedersachsen nicht nur heute, sondern auch morgen ein gutes Leben haben." Ganz konkret heiße dies zum Beispiel für Celle, dass er sich mit allen Mitteln für eine zügige Fertigstellung der B3-Ostumgehung einsetzen wolle, so Engelen: "Wie wichtig das ist, weiß ich als Ortsbürgermeister der Blumlage, wo jetzt noch der Verkehr durchbraust, ganz genau."

Fünf Fragen an ...

... Christoph Engelen.

Soll angesichts der Energiekrise Fracking oder der Bau von Windenergieanlagen stärker verfolgt werden?

Ich und die SPD Niedersachsen setzen auf den massiven Ausbau der erneuerbaren Energieträger. Für mich ist also klar, dass wir den Bau von Windenergieanlagen, an Land und Offshore, dem Fracking deutlich vorziehen. Fracking ist weder gut für die Menschen, noch für die Natur und kann nicht unsere Zukunft sein.

Wie wollen Sie dem Problem begegnen, dass es zu wenige Lehrer, Erzieher und zu wenige Pflegekräfte im Land gibt?

In allen Bereichen wird sich die Lage durch mehr Personal entspannen. Hierzu müssen vor allem die Löhne spürbar steigen, die Studiengänge und Ausbildungen attraktiver werden und die gesellschaftliche Anerkennung dieser Berufe muss sich deutlich verbessern. 

Was ist wichtiger: Bau von Ortsumgehungsstraßen oder Ausbau des Radnetzes?

Beides. Ortsumgehungsstraßen können beispielsweise Lärmbelästigung vermindern oder den Verkehr in der Innenstadt entzerren. Das Radnetz braucht ebenfalls ein Upgrade.

Wie wollen Sie das Busfahren attraktiver machen?

Es braucht gute Angebote, wie etwa das 9-Euro-Ticket, damit das Busfahren attraktiv und erschwinglich ist. Außerdem muss der Busverkehr, beispielsweise durch Ruf- oder Kleinbusse, bei gleichzeitiger Erweiterung des Angebots, flexibler werden.


Mit welcher Partei oder welcher Gruppierung würden Sie am liebsten regieren?

Eine rot-grüne Landesregierung würde Niedersachsen gut tun.