Landtagswahl

Alexander Wille will der Kümmerer bleiben

Auch als Landtagsabgeordneter will CDU-Mann Alexander Wille nah an seinen Wählern bleiben.

  • Von Michael Ende
  • 23. Sept. 2022 | 10:18 Uhr
  • 23. Sept. 2022
  • Von Michael Ende
  • 23. Sept. 2022 | 10:18 Uhr
  • 23. Sept. 2022
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Celle.

Nach einem Jahrzehnt der politischen Arbeit auf kommunaler Ebene möchte der Altenceller Alexander Wille jetzt im Landtag in Hannover durchstarten. Dafür muss er seinen Wahlkreis direkt gewinnen – das erwartet die CDU einfach von ihrem Mann an der Aller. Also muss sich Wille, der auf Platz 65 der Landesliste seiner Partei steht, im Wahlkampf richtig reinhängen. Sein Rezept: "Ich will das tun, was ich schon immer mache: nah an den Menschen sein und bleiben – als Kümmerer vor Ort und bald hoffentlich auch auf Landesebene."

"Blaulichter" im Fokus

Etwas mehr als zehn Jahre war Wille Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, ist Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion: "Als Kreistagsabgeordneter kümmere ich mich ganz besonders um die Blaulichter, also die Feuerwehren, den Rettungsdienst, die Sanitäts- und Katastrophenschutzorganisationen." Das sei auch eines der Themenfelder, die er im Landtag beackern wolle: "Die Ärzte- und Gesundheitsversorgung muss weiterhin gesichert werden. Für den Pflegebereich brauchen wir eine landesweite Pflegekräfteoffensive – und wir müssen auch dem Personalmangel im Rettungsdienst begegnen. Diese Jobs müssen einfach attraktiver gemacht werden."

In der Blumlage aufgewachsen

Der 1973 geborene Wille wuchs im Celler Stadtteil Blumlage auf, bis die Familie nach Altencelle zog. Nach Zivildienst und Studium ist er heute beruflich selbständig: als geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen Unternehmens mit 45 Mitarbeitern im öffentlichen Gesundheitswesen in Hannover. Wille ist verheiratet und lebt mit seiner Familie im alten Dorfkern von Altencelle.

AKH in kommunaler Trägerschaft sichern

Bei seiner Arbeit auf kommunaler Ebene hat Wille des Öfteren festgestellt, dass sich längst nicht alle Probleme vor Ort auch allein vor Ort lösen lassen: "Das merke ich immer wieder. Ich weiß, woran es hapert, aber wir Celle brauchen tatkräftige und engagierte Unterstützung aus Hannover, und das will ich leisten." Das zeige sich zum Beispiel am Thema Allgemeines Krankenhaus (AKH), das am Tropf öffentlicher Gelder hängt und in latenter Gefahr schwebt: "Ich möchte unser AKH in kommunaler Trägerschaft sichern und für eine starke Entwicklung der medizinischen Versorgung und Medizintechnik arbeiten. Celles gesundheitlicher Leuchtturm soll weiter strahlen."

Energiewende vorantreiben

In Hannover möchte Wille die Energiewende vorantreiben: "In Celle, Hambühren und Wietze verfügen wir über beste geologische Strukturen, um die benötigte Energieversorgung besonders auch über die Nutzung der Tiefengeothermie möglich zu machen. Hier brauchen wir dringend Fördergelder und Pilotprojekte." Handlungsbedarf sieht er an den Schulen: "Wir müssen schnellstmöglich zu einer deutlich besseren Lehrerversorgung kommen. Neben dem Anschluss unserer Schulen an das Glasfasernetz benötigen wir Digitalassistenten, die die Lehrkräfte entlasten."

Fünf Fragen an ...

... Alexander Wille.

Soll angesichts der Energiekrise Fracking oder der Bau von Windenergieanlagen stärker verfolgt werden?

Wir müssen alle Energiequellen in den Blick nehmen und nutzen.

Wie wollen Sie dem Problem begegnen, dass es zu wenige Lehrer, Erzieher und zu wenige Pflegekräfte im Land gibt?

Unsere Lehrkräfte müssen schnellstens von den Aufgaben entlastet werden, die nicht direkt zur Ausbildung der Schüler gehören, ebenso müssen wir mehr Möglichkeiten für „Quereinsteiger“ schaffen. Für die Bereiche Erziehung und Pflege muss eine Ausbildungsoffensive gestartet und für eine bessere Bezahlung gesorgt werden. Ebenso wichtig ist für diese Berufsgruppen aber auch eines: Mehr Respekt in der Gesellschaft für die fabelhafte Arbeit, die hier geleistet wird.

Was ist wichtiger: Bau von Ortsumgehungsstraßen oder Ausbau des Radnetzes?

Ortsumgehungsstraßen leisten einen wichtigen Beitrag zur Entlastung von Ortsteilen und Gemeinden, um Verkehr und Emissionen zu reduzieren und damit auch mehr Raum im Verkehr für gute und sichere Radwege verfügbar zu machen.

Wie wollen Sie das Busfahren attraktiver machen?

Der ÖPNV insgesamt benötigt in der Nachfolge des 9-Euro-Tickets ein attraktives und nachhaltiges Angebot, insbesondere auch für Berufspendler. Dazu müssen für kleinere Ortschaften und den ländlichen Raum „On Demand“-Angebote entwickelt werden.


Mit welcher Partei oder welcher Gruppierung würden Sie am liebsten regieren?

Mit der FDP.