Kuriose Preispolitik

Fußball zum halben Preis

Fußball zum ermäßigten Preis für Frauen? Und werden Vollzahler jetzt doppelt gezählt? Eine Glosse über die Preispolitik von Vereinen von Lisa Brautmeier.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 24. Nov. 2022 | 08:00 Uhr
  • 24. Nov. 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 24. Nov. 2022 | 08:00 Uhr
  • 24. Nov. 2022
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Celle.

Ich war zuletzt wieder in meiner alten Heimat in Ostwestfalen. Gefühlt ticken da die Uhren manchmal noch etwas langsamer. Teilweise scheint die Zeit auch komplett stehen geblieben zu sein. Das stellte ich bei einem Besuch eines Fußballspiels fest. Denn die Preispolitik des Vereins hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert.

Ermäßigungen für spezielle Gruppen

Eigentlich darf sich niemand beschweren, denn es zahlt so gut wie keiner den vollen Preis. Alle bis 16 Jahre zahlen gar nichts. Schüler, Studierende sowie Auszubildende gelten als ermäßigt. Natürlich auch alle Rentner oder Menschen mit Behinderungen. Und wer fällt ebenfalls in die ermäßigte Kategorie? Frauen. Ich weiß nicht, wie ich das finden soll. Es ist zwar schön, weniger zahlen zu müssen, aber aus welchem Grund? Weil sich Frauen angeblich nicht für Fußball interessieren und angelockt werden müssen? Weil sie weniger Geld zur Verfügung haben? Die Absichten des Vereins mögen gut sein, aber trotzdem bleibt ein Geschmäckle. Vor allem aus Sicht derer, die den vollen Preis zahlen müssen.

Seltsame Zählweise der Zuschauer

Wobei ich ja schon erwähnt habe, dass das auf kaum jemanden zutrifft. Schließlich gibt es auch Schleichwege ins Stadion. Ich schätze, dies ist dem Verein wohl bewusst. Die nicht zahlenden Zuschauer werden trotzdem mitgezählt. Ein paar Unsichtbare auch. Anders kann ich es mir nicht erklären, wie bei dem Spiel neulich eine Zuschauerzahl von über 550 zustande kam. Vor Ort waren sicher keine 400 Menschen. Aber vielleicht wurden die Vollzahler auch einfach mehrfach gezählt: Doppelter Preis als die anderen gleich doppelte Zuschauerzahl.

Von Von Lisa Brautmeier