Klimastreik in Celle

Aktivisten haben viele Wünsche an die Stadt

Grüne Dächer, Fassaden und der Erhalt von Straßenbäumen: Am Tag des Klimastreiks hatten die Demonstrierenden zahlreiche Ideen für die Entwicklung von Celle.
  • Von Jana Wollenberg
  • 23. Sept. 2022 | 19:00 Uhr
  • 23. Sept. 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 23. Sept. 2022 | 19:00 Uhr
  • 23. Sept. 2022
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Celle.

Nicht nur Mahnungen, sondern auch konkrete Forderungen an die Stadt und die Gesellschaft hatten die Klimaschützerinnen- und Klimaschützer, die an diesem Freitag, dem Tag des bundesweiten Klimastreiks, in Celle auf die Straße gegangen sind. Zur Demonstration hatte die Klimaplattform aufgerufen. Auf ihrer Laufroute durch die Celler Innenstadt wollten sie verdeutlichen, wo die Auswirkungen der Klimakrise besonders spürbar sind. Die zentrale Frage: Wie wird Celle zur klimaresilienten Stadt?

"Man sieht, was gemacht werden muss"

"Schaut euch einmal auf der Stechbahn und an all den anderen Plätzen in der Altstadt um", sagte Michael Huber von der Klimaplattform in seiner Ansprache. "Dort sieht man, was noch alles gemacht werden muss." Es komme darauf an, schnellstmöglich die Treibhausgasemissionen in der Stadt zu verringern und sie den Temperaturerhöhungen anzupassen. Um das zu erreichen, hatte er für Celle zahlreiche Vorschläge parat.

Allen voran unterstrich er die Notwendigkeit eines Hitze- und Frischluftkatasters. "Das gesamte Stadtgebiet muss mittels einer Hitzebelastungskarte erfasst werden, die auch die nächtliche Abkühlung und Kaltluftschneisen berücksichtigt", forderte er. Bestehende Windschneisen in der Stadt müssten zudem unbedingt erhalten werden, damit die aufgewärmte Luft weiterhin aus diesen Bereichen abtransportiert werden kann.

Maßnahmen könnten Hitzebelastung eindämmen

Um die Hitzebelastung zwischen den Häusern so gering wie möglich zu halten, gebe es zudem viele weitere Möglichkeiten: Flächenversiegelungen vermeiden und teils rückgängig machen, Dächer und Fassaden begrünen, soweit es der Denkmalschutz zulässt, und zusätzliche Wasser- und Grünflächen anlegen. "Grünflächen absorbieren weniger Wärme, nehmen Wasser auf und kühlen durch Verdunstung", so Huber. Die Pflanzung von zusätzlichen Bäumen und der Erhalt von den Gehölzen, die es in der Stadt bereits gibt, gehören für ihn ebenso zu den wichtigsten Maßnahmen. Eine große Rolle spielten für die Demonstrierenden dabei die Linden in der Breiten Straße – nach den Plänen der Stadtverwaltung sollen diese gefällt werden, Gegnerinnen und Gegner des Vorhabens kämpfen seit etlichen Monaten für den Erhalt.

Nötige Veränderungen müssten auch von Bürgerinnen und Bürgern angestoßen werden, betonte Andreas Lechner vom VCD-Kreisverband Celle: "Es liegt an euch, das ins Rathaus zu tragen." Den Demonstrierenden wollte er auch Anstöße geben, wie sie sich einbringen können, zum Beispiel mit einer E-Mail oder einem Brief an den Oberbürgermeister, in der Einwohnerfragestunde von Ratssitzungen und Ausschüssen oder im Gespräch mit Ratsfrauen und -herren.