Keine Preismitteilung

SVO: Infobrief gesetzlich vorgeschrieben

Post vom Energieversorger bedeutet in diesen Tagen oft nichts Gutes. Beim jüngst von der SVO versandten Infobrief zum Thema Gas handelt es sich aber um eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Beispielrechnung, die keine verbindliche Preismitteilung darstellt.

  • Von Maren Schulze
  • 22. Dez. 2022 | 18:21 Uhr
  • 23. Dez. 2022
  • Von Maren Schulze
  • 22. Dez. 2022 | 18:21 Uhr
  • 23. Dez. 2022
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Celle.

Wer in diesen Tagen das gesetzlich vorgeschriebene Schreiben der SVO erhalten hat, in dem das Unternehmen gemäß der „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen“ (EnSikuMaV) über den Energieverbrauch von Gas und die dadurch entstehenden Kosten informiert, stellt fest, dass diese gegenüber 2021 erheblich gestiegen sind. Festgemacht wird das in dem Schreiben am Tarif Grundversorgung, in dem sich ein großer Teil der SVO-Gaskunden befindet.

Doch es gibt auch andere Tarife und es handelt sich ohnehin um eine Beispielrechnung. Schließlich kann die SVO nur vom vormaligen Verbrauch ausgehen. Einblick in bauliche Verbesserungen der jeweiligen Immobilien oder andere Sparbemühungen der Kunden hat sie nicht. Daher handelt es sich bei dem Infoschreiben laut SVO auch nicht um eine Preismitteilung. Die jeweils individuellen Preiserhöhungen passend zu den vertraglichen Tarifen hat die SVO ihren Kunden bereits im Laufe des Jahres kommuniziert.

Die Bundesregierung hat zur Eindämmung der Preisentwicklung den Energiepreisdeckel Gas beschlossen. Der sieht vor, den Preis für 80 Prozent des vormaligen Jahresverbrauchs auf 12 Cent pro Kilowattstunde zu deckeln. Das ist hier noch nicht eingerechnet. „Zur Wirkung des Preisdeckels werden alle Kunden persönlich im neuen Jahr informiert“, erklärt SVO-Unternehmenssprecherin Christiane Poestges auf CZ-Anfrage. „Zum Versandzeitpunkt des Info-Schreibens hatte der Bundesrat dem Energiepreisdeckel noch nicht zugestimmt.“

„Wir begrüßen den Gaspreisdeckel ausdrücklich“, sagt auch Christiane Poestges. Er tritt zum 1. März 2023 rückwirkend zum 1. Januar des neuen Jahres in Kraft. „Im Augenblick haben wir 250 Seiten Ministervorlage auf dem Tisch liegen und müssen jetzt eine ordentliche Umsetzung vorbereiten“, so die Sprecherin. Für das laufende Jahr 2022 dürften sich viele Kunden trotz bereits erhöhter Abschläge vermutlich auf eine Nachzahlung einstellen müssen.