Katastrophenschutz

Bundesweite Übung: So lief der Warntag im Landkreis Celle ab

Fast überall im Landkreis Celle scheint der Probealarm am bundesweiten Warntag die Menschen erreicht zu haben. Die Übung ist für die Kreisverwaltung auch ein Weg um festzustellen, wo vielleicht noch nachgebessert werden muss. So schätzen Experten den Verlauf des Probealarms im Landkreis Celle ein.

  • Von Jana Wollenberg
  • 08. Dez. 2022 | 14:03 Uhr
  • 08. Dez. 2022
Am bundesweiten Warntag haben unter anderem Apps und Sirenen die Bevölkerung alarmiert.
  • Von Jana Wollenberg
  • 08. Dez. 2022 | 14:03 Uhr
  • 08. Dez. 2022
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Celle.

Um 10.59 Uhr am Donnerstagvormittag hallt ein lauter Signalton durch das Büro. Nach dem ersten Schreck und kurzer Verwirrung steht fest: Der Ton kommt aus dem Handy und belegt, dass der Testlauf des Cell-Broadcast-Verfahrens am bundesweiten Warntag erfolgreich war. Wenn auch eine Minute früher als geplant.

Fast zeitgleich ploppen Benachrichtigungen der Warn-Apps "NINA" und "BIWAPP" auf und durch das geöffnete Bürofenster dringt, vergleichsweise leise und mit dem Verkehrslärm vermischt, das Heulen von zwei der 197 Sirenen im ganzen Kreisgebiet herein. 180 von ihnen sollten nach Auskunft des Landkreises so umgerüstet sein, dass sie die Bevölkerung warnen und bei einem Testlauf wie diesem ertönen können.

"Das ist eine notwendige und wichtige Ergänzung, denn mit keinem anderen Warnmittel lassen sich mehr Menschen erreichen."

Celler Ratsvorsitzende Joachim Falkenhagen

Brodcast-Verfahren kommt ab 2023 zum Einsatz

Ein positives Fazit zum Warntag zieht der Celler Ratsvorsitzende Joachim Falkenhagen (FDP): Der Probelauf habe besser funktioniert als beim vorherigen Mal, als die Sirenen vielerorts still blieben – am Warntag 2020 hatte der Landkreis Celle nämlich nicht teilgenommen. "Heute gab es den ersten Probelauf für den Empfang von Warnnachrichten auf dem Mobiltelefon", so Falkenhagen. Im Februar 2023 werde dieser Weg in Deutschland eingeführt. "Das ist eine notwendige und wichtige Ergänzung, denn mit keinem anderen Warnmittel lassen sich mehr Menschen erreichen." Die Meldung über das neu eingeführte System Celle Broadcast erreicht allerdings diesmal nur Geräte, die eingeschaltet und auf Empfang sind sowie das neueste Update haben. 

Ganz flächendeckend scheint die Warnung über die Sirenen im Landkreis nicht bei den Menschen angekommen zu sein: Vereinzelt ist in den Sozialen Medien aus unterschiedlichen Orten zu lesen, dass es um 11 Uhr still geblieben ist – vielleicht, weil die nächste Sirene weit weg und daher nur leise zu hören ist, oder weil die Umrüstung an einzelnen Stellen nicht erfolgreich war.

"Die Ansteuerung der Sirenen durch die Leitstelle hat wie gewünscht funktioniert, Fehlermeldungen sind nicht aufgelaufen."

Landkreissprecher Tore Harmening

Entwarnung kommt 45 Minuten später

"Die Ansteuerung der Sirenen durch die Leitstelle hat wie gewünscht funktioniert, Fehlermeldungen sind nicht aufgelaufen", teilt Landkreissprecher Tore Harmening mit. Rückmeldungen über nicht funktionierende Sirenen aus den Gemeinden habe es nicht gegeben. Im Vorfeld des Warntags hatte der Landkreis mitgeteilt, dass dieser den ersten Probelauf der beauftragten Sirenenertüchtigung darstellt. Nun sollen die einzelnen kommunen befragt und der Warntag ausgewertet werden, auch um festzustellen, ob noch irgendwo nachgebessert werden muss. 45 Minuten nach der ersten Warnung ist von den Sirenen in Celle ein gleichbleibender Heulton zu hören – die Entwarnung zum bundesweiten Testlauf.